Schweizer Franken: Der Gipfelstürmer
Wenn es in der Finanzwelt um sichere Häfen geht, denken die meisten an Gold. Doch auch der Schweizer Franken erfreut sich derzeit eines starken Interesses.
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von Christoph Platt, €uro am Sonntag
Der Schweizer gilt gemeinhin nicht gerade als ein Ausbund an Lebhaftigkeit und Dynamik. Eher sind es Ruhe und Gelassenheit, die mit den Eidgenossen in Verbindung gebracht werden. Geradezu hemmungslos verhält sich jedoch momentan die Währung des Landes. Seit Wochen gewinnt der Schweizer Franken im Vergleich zum Euro an Wert und scheint dabei kein Halten zu kennen.
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Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.In dieser Woche erreichte er sein Allzeithoch gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung. Am Freitag gab es für einen Euro nur noch 1,22 Schweizer Franken – so wenig wie noch nie. Seit das Szenario, Griechenland könne einer Umschuldung nicht entgehen, immer intensiver diskutiert wird, steht der Euro gehörig unter Druck. Er verlor gegenüber allen wesentlichen Devisen, ganz besonders stark jedoch gegenüber dem Franken.
Die Anleger fliehen in Scharen in die als besonders sicher geltende Schweizer Währung. Der wilde Anstieg des Franken wurde zusätzlich durch eine Ankündigung des Ökonomen Jan-Egbert Sturm unterstützt. Der Chef des renommierten Schweizer Forschungsinstituts für Konjunkturfragen KOF hatte in einem Fernsehinterview gemutmaßt, die Schweizer Nationalbank könne bereits im Juni den Leitzins erhöhen. Trotz des inzwischen starken Wirtschaftswachstums liegt der Zinssatz noch immer nahe null Prozent. Analysten halten diesen Schritt aus diesem Grund für möglich.
Dass das Land noch attraktiver für Anleger wird, klingt zunächst positiv. Doch der Wirtschaft schadet ein starker Franken. Denn er macht die Exporte teurer, das Land verliert dadurch an Wettbewerbsfähigkeit. Die EU ist der Hauptabnehmer von Schweizer Waren: 60 Prozent der Hauptexportgüter werden dorthin ausgeführt.
Die Stärke der Schweizer Währung wird anhalten, solange der Euro in der Krise steckt – also noch länger. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Anleger schon bald Franken wieder in Euro umtauschen werden. Deshalb setzen Investoren am besten kurzfristig auf eine Aufwertung des Franken. Geeignet dafür ist ein Währungs-ETC (zum Beispiel von ETF Securities, ISIN: DE 000 A1D FSA 1). Euro-Optimisten hingegen können mit dem entgegengesetzten Papier auf die Gemeinschaftswährung wetten (ISIN: DE 000 A1D FSB 9).