Zahlenvorlage

Oracle-Aktie zweistellig höher: SAP-Rivale bei Umsatz und Gewinn besser als erwartet

11.03.26 21:16 Uhr

NYSE-Titel Oracle-Aktie hebt zweistellig ab: Gewinnsprung beim SAP-Rivalen - Analysten hatten weniger erwartet | finanzen.net

Der Tech-Konzern Oracle kann seine hohen Investitionen in KI-Infrastruktur entgegen den Zweifeln an der Börse in Umsatzwachstum ummünzen.

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Oracle hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 einen Gewinn je Aktie von 1,79 US-Dollar erzielt und damit dem Vorjahreswert von 1,02 US-Dollar je Aktie übertroffen. Damit verdiente Oracle zudem mehr als am Markt erwartet worden war, die Analystenschätzungen für das EPS hatten sich im Vorfeld auf 1,70 US-Dollar belaufen. Unterm Strich verdiente der Konzern knapp 3,7 Milliarden Dollar nach 2,94 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.

Für den Umsatz hatten Experten unterdessen einen Wert von 16,92 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, tatsächlich setzte der SAP-Konkurrent im Berichtsquartal 17,2 Milliarden US-Dollar um nach 14,13 Milliarden US-Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Im abgelaufenen dritten Viertel des Geschäftsjahres setzte der Konzern im Geschäft mit Rechenzentren (IaaS - Infrastructure as a Service) 4,9 Milliarden Dollar um, was mehr ist als von Analysten im Mittel erwartet. Auch der gesamte Konzernumsatz übertraf die Konsensschätzung. Für das Gesamtjahr gibt sich das Unternehmen nun zuversichtlicher für die Umsatzentwicklung.

Darüber hinaus stiegen die Erlöse aus dem Cloud-Geschäft im dritten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar (7,7 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der Tech-Konzern Oracle kann seine hohen Investitionen in KI-Infrastruktur entgegen den Zweifeln an der Börse in Umsatzwachstum ummünzen. Das Unternehmen verwies auf einen Auftragsbestand, der künftige Umsätze in Höhe von 553 Milliarden Dollar einbringen soll - mehr als vier Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Im dritten Quartal sei diese Kennzahl um 29 Milliarden gestiegen, das meiste davon waren dem Unternehmen zufolge Großverträge für KI-Technik. Oracle erwartet nicht, dafür eigene zusätzliche Schulden aufnehmen zu müssen: Entweder seien die Verträge über Vorauszahlungen der Kunden abgesichert oder die Kunden brächten ihre selbst gekauften KI-Grafikrechenchips (GPU) dafür mit.

Der weitgehend von Tech-Milliardär Larry Ellison beherrschte Konzern arbeitet unter anderem an einem hunderte Milliarden Dollar teuren Infrastruktur-Projekt für Künstliche Intelligenz mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI zusammen.

Oracle-Aktie hebt ab

Die Aktien von Oracle haben nach ihrer monatelangen Talfahrt wohl endgültig einen Boden ausgebildet. Der Software-Konzern konnte die Anleger mit Quartalszahlen und Ausblick überzeugen. Im Handel an der NYSE zeigte sich die Oracle-Aktie letztlich 9,16 Prozent höher bei 163,09 US-Dollar.

Oracle konnte im dritten Geschäftsquartal seine hohen Investitionen in KI-Infrastruktur entgegen den Zweifeln an der Börse in Umsatzwachstum ummünzen. Das Unternehmen übertraf beim Geschäft mit Cloud-Infrastruktur die durchschnittliche Erwartung von Analysten.

Entsprechend zuversichtlich äußerten sich Experten. Oracle habe stark abgeschnitten und einen klaren Beweis geliefert, dass seine KI-Infrastruktur-Strategie zu dauerhaften Aufträgen und Umsätzen führe, schrieb Brent Thill vom Analysehaus Jefferies.

Analyst Mark Murphy von der Investmentbank JPMorgan betonte, Oracle habe mit einer Beschleunigung des Wachstums "geliefert". Er nahm die guten Nachrichten zum Anlass, die Aktie hochzustufen. Nach den zuletzt hohen Kursverlusten hält er das Verhältnis von Chancen zu Risiken inzwischen für attraktiver.

Laut Analystin Gabriela Borges von der US-Investmentbank Goldman Sachs ist die stark positive Kursreaktion wohl auf die erhöhten Ziele für die zentrale Cloud-Sparte von Oracle zurückzuführen. Hier zeichne sich eine Beschleunigung im vierten Geschäftsquartal ab.

Raimo Lenschow von der britischen Investmentbank Barclays blickte ebenfalls positiv in die Zukunft. Der weitere Weg von Oracle sei jetzt klarer. Das Management habe einige der größten Sorgen adressiert: die Finanzierung des Investitionsbedarfs, das Margenprofil der Verträge und die Fähigkeit, Kapazitäten termingerecht bereitzustellen. Auch der Barclays-Analyst hält die Bewertung der Aktie angesichts des Umsatz- und Ergebnispotenzials für "äußerst attraktiv".

Mit dem Kurssprung zur Wochenmitte setzte sich die Stabilisierung der Aktie seit Anfang Februar fort. Zudem hat sich das Chartbild jetzt deutlich aufgehellt, denn im Handelsverlauf gelang es dem Papier, die 50-Tage-Durchschnittslinie zu überspringen. Sie gilt als Maß für die mittelfristige Kursentwicklung.

Die Aktie notiert nun zudem deutlich über der 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend beschreibt. Die am Markt viel beachtete, langfristige 200-Tage-Linie aber verläuft aktuell bei gut 220 Dollar und ist damit noch ein gutes Stück vom derzeitigen Kursniveau entfernt.

Bis Anfang Februar war der Oracle-Kurs vom Rekordhoch im September um rund 60 Prozent eingebrochen, weil es unter den Anlegern Zweifel gibt, ob die gewaltigen Investitionen in KI-Rechenzentren jemals zurückverdient werden können.

Zudem war am Markt auf die große Abhängigkeit des Software-Konzerns vom ChatGPT-Entwickler OpenAI verwiesen worden. Auch muss sich Oracle im Infrastrukturgeschäft mit den Platzhirschen Amazon Microsoft Google mit ihren Cloud-Plattformen AWS, Microsoft Azure und GCP messen, die alle tiefe Taschen haben.

Jefferies belässt Oracle auf 'Buy' - Ziel 320 Dollar

Das Analysehaus Jefferies hat Oracle nach Quartalszahlen mit einem Kursziel von 320 US-Dollar auf "Buy" belassen. Der Softwarekonzern habe stark abgeschnitten und einen klaren Beweis geliefert, dass seine KI-Infrastruktur-Strategie zu dauerhaften Aufträgen und Umsätzen führe, schrieb Brent Thill in seinem am Mittwoch vorliegenden Kommentar. Das Chance-Risiko-Profil der Aktien bleibe positiv.

Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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