Mehr Komplexität

DHL-Aktie verliert kräftig: DHL-Chef rechnet mit verändertem und komplexerem Welthandel

03.04.25 14:22 Uhr

DHL-Aktie verliert kräftig: Trump entfacht Handelschaos - DHL warnt vor massiven Umstellungen | finanzen.net

In Reaktion auf das am Vorabend von US-Präsident Donald Trump angekündigte Zollpaket erwartet der Chef der DHL Group eine zunehmende Komplexität des Welthandels.

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"Die Handelsrouten werden sich verändern, und sie werden komplexer werden", sagte Tobias Meyer am Donnerstag in London auf einem Kapitalmarkttag des Bonner DAX-Konzerns. Zu möglichen Auswirkungen auf die Ergebnisse der DHL gab sich der Manager zunächst abwartend. An der Börse war die Stimmung insgesamt bedrückt.

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Die DHL-Aktie gehörte mit einem Abschlag von 4,5 Prozent zu den stärksten Verlierern unter den 40 Einzelwerten im deutschen Leitindex. Dieser verlor zuletzt gut 2 Prozent. Für die DHL-Aktie beläuft sich das Plus seit Jahresbeginn nun auf gut 10 Prozent.

Am Vorabend hatte US-Präsident Trump seine zuvor wochenlang angedrohten Zoll-Pläne präsentiert. Demnach belegen die USA ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen vielschichtigen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder noch höhere Abgaben vorsieht.

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Der Marktanteil der DHL in den USA sei geringer als im Rest der Welt, sagte Meyer. Aber es sei schwer zu prognostizieren, wie sich die Volumina in Zukunft entwickelten. Generell rechnet er mit einem Rückgang des internationalen Handels mit den Vereinigten Staaten. Sollten die Zölle dauerhaft bestehen, werde das eine abschreckende Wirkung haben.

Analyst Alex Irving von Bernstein Research geht davon aus, dass insbesondere die Lieferketten in Süd- und Südostasien an Bedeutung gewinnen werden. Er erwartet eine steigende Nachfrage nach Logistikdienstleistungen, die sich positiv auf die Gewinnspanne der Spediteure auswirken dürften. Sie seien die Hauptnutznießer der globalen Vernetzung.

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Mit Blick auf Potenzial für die DHL verwies Vorstandschef Meyer auf die Effekte im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union: Durch den Brexit war die Anzahl der Sendungen zurückgegangen, auf der anderen Seite nahm die Wertschöpfung für die DHL zu, weil seitdem etwa mehr Sendungen zu verzollen sind. So übernimmt DHL auf Wunsch etwa die Zollabwicklung und damit verbundene Dienstleistungen. Meyer betonte, der Konzern fühle sich für volatile Zeiten gut aufgestellt.

DHL ist einer der größten Logistikkonzerne der Welt. Er bietet den globalen Versand von zeitkritischen Sendungen ebenso an wie Frachtlogistik auf dem See- und Luftweg, außerdem gehören Lieferkettendienstleistungen und auch der Paket- und Briefversand dazu. Der Konzern beschäftigt global rund 600.000 Menschen.

Erholung der eiligen Sendungsmengen ist noch nicht absehbar

Die Erholung des DHL-Express-Geschäfts lässt auf unbestimmte Zeit auf sich warten. Wann die Sendungsmengen wieder anziehen würden, sei nicht ganz klar, sagte John Pearson, der zuständige Chef der Geschäftseinheit, am Donnerstag in London auf einem Kapitalmarkttag des Bonner DAX-Konzerns. In dem Bereich bietet die DHL den Versand von eiligen Dokumenten und Waren an. Es ist gemessen am Umsatz die größte Einheit der Gruppe und auch die profitabelste.

Express steuerte vergangenes Jahr über 29 Prozent zum Umsatz der DHL Group bei, die Marge für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 12,3 Prozent und war damit mehr als doppelt so stark wie etwa die Lieferkettenlogistik. Allerdings sah sich der Konzern in dem Geschäftsbereich in den vergangenen drei Jahren mit rückläufigen Volumina konfrontiert. 2024 legten lediglich die inländischen Sendungen leicht zu.

Gleichzeitig zeigte Pearson sich zuversichtlich, dass in den wichtigsten Märkten weiteres Wachstum zu generieren sei, welches zuvor "nicht zwingend so erfolgreich identifiziert werden musste". Als Beispiel nannte er kleine und mittelständische Unternehmen weltweit, die weniger preissensitiv seien. Der Manager will in seinem Geschäftsbereich die Flexibilität und das Preis-Management weiter verbessern, ebenso wie Wachstum in margenstarken Bereichen generieren.

LONDON (dpa-AFX)

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