Börsen in Fernost mit unterschiedlichen Vorzeichen - Trumps Zolloffensive geht weiter

Am Freitag präsentierten sich die Börsen in Fernost mit uneinheitlichen Vorzeichen. Für Verunsicherung sorgte US-Präsident Donald Trump.
In Tokio schloss der Nikkei 225 letztlich 1,26 Prozent höher bei 53.123,49 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite dagegen 1,00 Prozent tiefer bei 3.880,10 Zählern.
In Hongkong fand kein Handel statt, hier hatte der Hang Seng zuletzt am Donnerstag 0,70 Prozent auf 25.116,53 Einheiten abgegeben.
In Seoul legte der KOSPI um fast drei Prozent auf 5.377 Zähler zu. Da am Karfreitag die meisten Aktienmärkte weltweit geschlossen haben, gab es an den geöffneten Börsen in Asien nur ein geringes Handelsvolumen
Händler begründeten die Gewinne in Japan und Südkorea mit Berichten über Fortschritte bei den Verhandlungen zur Öffnung der für den Gas- und Ölhandel wichtigen Straße von Hormus. Die beiden Indizes konnten mit ihren Gewinnen vom Freitag ihre Verluste der Handelstage davor verringern und beendeten eine abermals turbulente Börsenwoche mit leichten Abschlägen.
An den Festlandbörsen Chinas ging es am Freitag etwas nach unten, in Hongkong wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt. Japan und Südkorea ringen in Asien besonders heftig mit den steigenden Ölpreisen infolge des Iran-Kriegs. Die Aktienindizes der beiden Länder brachen seit Kriegsbeginn Ende Februar um zehn beziehungsweise 14 Prozent ein.
Da am Freitag Feiertag in Großbritannien und den Vereinigten Staaten ist, gibt es keine aktuellen Ölpreis-Notierungen an den wichtigen Handelsplätzen. Am Donnerstag hatten die Preise für die wichtigsten Ölsorten Brent und WTI kräftig zugelegt.
Unterdessen geht der Krieg im Nahen Osten mit weiteren Angriffen und Säbelrasseln weiter. So drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran nach der Bombardierung einer Autobahnbrücke bei Teheran mit weiterer Zerstörung. "Die größte Brücke im Iran stürzt ein und wird nie wieder genutzt werden - es wird noch viel mehr folgen!", schrieb er auf der Plattform Truth Social. Der Iran sollte sich auf eine Vereinbarung einlassen, bevor es zu spät sei und nichts mehr übrig bleibe von dem Land, drohte Trump.
Einige Stunden später legte Trump auf seiner Plattform nach: Das US-Militär habe noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was es im Iran noch gebe. "Brücken als Nächstes, dann Kraftwerke!", drohte er. "Die neue Führung des Regimes weiß, was getan werden muss." Und das müsse schnell geschehen, schrieb er - wohl mit Blick auf eine erhoffte Verhandlungslösung zur Beendigung des Kriegs.
Arznei und Stahl: Trumps Zolloffensive geht weiter
Mit neuen Zöllen auf Arznei und geänderten Zollregeln bei Stahl treibt die US-Regierung ihre aggressive Handelspolitik voran. Mit einem satten Aufschlag von 100 Prozent will sie Pharmakonzerne dazu bewegen, sich in den USA anzusiedeln - Deutschland und die EU insgesamt sowie andere Nationen sind wegen separater Abkommen jedoch ausgenommen.
Der Tag der Bekanntmachung am Donnerstag war nicht irgendeiner: Vor einem Jahr, am 02. April, hatte US-Präsident Donald Trump mit seinen Zolltafeln im Rosengarten des Weißen Hauses den Welthandel unter Schock gesetzt. Viele seiner Zölle sind zwar mittlerweile vom Obersten Gerichtshof gekippt worden. Der neue Aufschlag zeigt aber, dass Trump an seiner umstrittenen Zollpolitik nicht nur festhält, sondern sie noch ausbaut.
Der neue Zoll wird auf patentgeschützte Arzneimittel fällig: Für Großkonzerne gilt das in 120 Tagen, für kleinere Unternehmen 60 Tage später. Wer sich für eine Ansiedlung in den USA entscheidet, kann die Zölle unter Umständen auf null reduzieren.
Stahlzölle: US-Regierung will Einnahmen erhöhen
Neuerungen gibt es auch bei Stahl, Aluminium und Kupfer: Bei Stahlbalken und ähnlichen Produkten soll der Zollsatz von 50 Prozent künftig nicht auf den Preis des Exporteurs erhoben werden, sondern auf den Preis, der am amerikanischen Markt fällig wird. Die US-Regierung will damit ihre Einnahmen deutlich erhöhen.
"Wir haben nicht die gewünschten Zolleinnahmen erzielt, da die Welt die angegebenen Kosten für Stahlimporte nach Amerika künstlich gesenkt hat", sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter. Mit der neuen Regel soll der künstlichen Verbilligung nun ein Ende bereitet werden.
Für andere Produkte wie Waschmaschinen könnte der Zollsatz hingegen sogar fallen. Solange sie zu mehr als 15 Prozent aus Stahl, Aluminium oder Kupfer bestehen, wird künftig ein einheitlicher Satz von 25 Prozent fällig. Zuvor war der 50-prozentige Satz auf den Anteil des Produkts fällig geworden, der aus einem der Stoffe besteht, wie der Regierungsbeamte ausführte.
Redaktion finazen.net mit Material von dpa-AFX
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