Dividendenstar Hugo Boss: Ärmel hochkrempeln
Das Metzinger Modeunternehmen Hugo Boss entwickelt sich zum Dividendenstar. Trotz langsameren Wachstums der Luxusbranche ziehen die Geschäfte der Schwaben an.
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von Sven Parplies, Euro am Sonntag
Feiern gehört zum Geschäft. Das ist einer der Vorzüge, wenn man einen internationalen Modekonzern führt. Claus-Dietrich Lahrs, der Chef bei Boss, ließ sich auf der Berliner Modewoche Ende Januar immer wieder mit Hollywoodstars wie Edward Norton und Renée Zellweger ablichten. Promis sind schließlich wichtig in der Modewelt.
Der Aktie von Hugo Boss hingegen ist der Glamourfaktor etwas abhandengekommen. Von März 2009 bis Juli 2011 hatte sich der Börsenwert mehr als versiebenfacht. Seitdem geht nicht mehr viel. Eurokrise und die Angst vor einer unkontrollierten Abkühlung der chinesischen Wirtschaft haben die Partylaune der Luxusgüterindustrie verdorben.
Die Unternehmensberatung Bain & Company erwartet, dass sich das Wachstum für die Hersteller von Luxusbekleidung im kommenden Jahr von zehn auf sechs Prozent abschwächen wird. Das macht es auch für Hugo Boss eher schwieriger, das Wachstumstempo zu halten.
In den Geschäftszahlen der Schwaben ist eine Krise bislang allerdings nicht zu erkennen. Finanzvorstand Mark Langer bestätigte unlängst das Jahresziel für 2012, den Umsatz um bis zu zehn Prozent zu steigern. Damit würde das Unternehmen erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro durchbrechen. Das operative Ergebnis dürfte wie angestrebt um zehn bis zwölf Prozent zugelegt haben. Damit würde Hugo Boss auch beim Gewinn einen neuen Bestwert erzielen.
Asiaten zahlen mehr
Wichtigste Wachstumsregion bleibt auch für die Schwaben Asien, vor allem China. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten hat Boss den Megamarkt sehr spät in Angriff genommen. Der Anteil der Region Asien/Pazifik am Gesamtumsatz lag zuletzt bei 15 Prozent und soll mittelfristig auf mehr als 20 Prozent steigen.
Chinesen sind begehrte Kunden der Luxusgüterindustrie, zumal sie auch auf Auslandsreisen gern shoppen. Vor allem aber ist die aufstrebende Mittelschicht bereit, höhere Preise zu zahlen als die eher knauserigen Europäer. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt in China rund ein Drittel höher als in Europa. Das macht das asiatische Riesenreich zum profitabelsten Absatzmarkt für Hugo Boss.
Kleine handwerkliche Fehler können in diesem Umfeld leichter aufgefangen werden. So hat Boss in China zuletzt immer wieder Läden geschlossen, die die Zielvorgaben nicht erreicht haben. Zudem hätten die Schwaben mit ihren Kollektionen im konservativen China zu stark auf Lifestyleprodukte gesetzt, heißt es in der Branche.
Auch Europa bietet Chancen. Boss setzt dort verstärkt auf selbst geführte Verkaufsflächen. Diese Strategie ist nicht frei von Risiken, da hohe Ladenmieten die Kosten nach oben treiben. Das kann in wirtschaftlich schweren Zeiten gefährlich werden, steigert aber im Erfolgsfall die Marge. Schließlich müssen Verkaufserlöse nicht mit einem Kaufhausbetreiber geteilt werden. Der Anteil dieser selbst kontrollierten Verkaufsflächen am Gesamtumsatz ist in den vergangenen Jahren von 22 auf zuletzt 45 Prozent gestiegen. Nach den Plänen von Vorstandschef Lahrs sollen es bis zum Jahr 2015 sogar 55 Prozent werden.
Zusätzlich hat Boss die Zahl der Kollektionen erhöht. Gab es lange Zeit nur eine Frühjahrs- und eine Herbstkollektion, bringt Boss inzwischen viermal im Jahr Nachschub. Das lockt Kunden häufiger in die Läden und soll damit auch den Absatz steigern.
Wichtiger als Hollywood
Börsianer haben zuletzt wieder Gefallen an der Luxusgüterindustrie gefunden. Die verbesserten Konjunktursignale aus China, aber auch Nachrichten aus der Branche wie etwa von Burberry lenken den Blick wieder stärker auf die schönen Seiten des Modegeschäfts. Boss-Finanzvorstand Langer berichtete zuletzt von einer Geschäftsbelebung im vierten Quartal. Offenbar haben Kunden im Handel nach zurückhaltenden Bestellungen in den Vormonaten nachgeordert, so die Analysten der britischen Bank HSBC.
Für Anfang Februar werden von Hugo Boss jetzt die vorläufigen Geschäftszahlen für das vergangene Jahr erwartet. Die Angst vor einer Gewinnwarnung ist unter Börsianern verflogen. Stattdessen freuen sich Anleger auf eine kräftige Dividendenerhöhung. Das Unternehmen will erneut zwischen 60 und 80 Prozent des Jahresgewinns ausschütten. Da die Verschuldung in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden ist, gibt es keinen Grund zur Zurückhaltung.
Analysten rechnen mit einem Anstieg der Dividende von 2,88 auf 3,20 Euro je Aktie. Für das Geschäftsjahr 2013 dürften sogar 3,70 Euro realistisch sein. Das entspräche auf aktuellem Kursniveau einer Dividendenrendite von über vier Prozent. Für Börsianer ist so ein Wert glamouröser als jeder Hollywoodstar.
Die Aktie
Besser als der Rest
Am 14. März lädt Boss zur Bilanzpressekonferenz. Der Ausblick 2013 dürfte angesichts der makroökonomischen Risiken verhalten ausfallen. Die Redaktion geht aber davon aus, dass der Modekonzern stärker wachsen wird als der Gesamtmarkt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie lässt gemessen am Branchenschnitt Spielraum. Die Aktie attackiert gerade das Allzeithoch bei 89,35 Euro — ein Durchbruch wäre charttechnisch ein klares Kaufsignal.
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