ROUNDUP/Aktien New York: Anleger quittieren Trumps Zölle mit Verkäufen
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NEW YORK (dpa-AFX) - Mit Aktienverkäufen in großem Stil haben Investoren am Donnerstag auf ebenso umfangreiche wie hohe Importzölle der Regierung Trump reagiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte zum Handelsauftakt 2,7 Prozent auf 41.098 Punkte ein. Er vermied jedoch zunächst einen Rückfall unter das jüngste Tief von Mitte März bei 40.661 Zählern. Es wäre das größte prozentuale Tagesminus des Dow seit September 2022.
Noch größer waren die Verluste an der von großen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 Index (NASDAQ 100) sackte um 4 Prozent auf 18.810 Punkte ab und fiel auf das niedrigste Niveau seit September vergangenen Jahres. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von mehr als 10 Prozent zu Buche.
Der S&P 500 rutschte um 3,4 Prozent auf 5.482 Zähler ab. Auch dieser marktbreite Index fand sich auf dem tiefsten Stand seit September 2024 wieder.
US-Präsident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf an. Seine Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern ein. Für viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.
Anleger weltweit befürchten nun, dass die Weltwirtschaft schweren Schaden nehmen könnte - und auch die in den USA selbst, da die Preise steigen dürften, weil viele Konsumgüter durch die Zölle teurer werden. "Damit kommt es zu einem schwierigen Spagat für die US-Notenbank", folgerte Thomas Gitzel von der VP Bank. Auf der einen Seite dürften die Inflationsraten durch die Zölle steigen, auf der anderen Seite drohe die US-Wirtschaft selbst unter der Zolllast merklich abzukühlen.
Den Anlagestrategen der Bank UBS zufolge könnte das reale Bruttoinlandsprodukt der USA in diesem Jahr um 1,5 bis 2 Prozentpunkte sinken, während zugleich die Inflation auf fast 5 Prozent steigen könnte, falls die Zölle nicht bald zurückgenommen werden.
Die ohnehin schon große Verunsicherung dürfte nun noch zunehmen, da Trumps Politik die Finanzmärkte starken Schwankungen aussetzt. So geriet am Devisenmarkt der US-Dollar gegen alle wichtigen Währungen unter Druck. "Offenbar sehen Anleger vor allem Risiken für die USA", schrieben die Devisenexperten von Dekabank. Anleger flüchten in als sicher geltende Assets wie Staatsanleihen. Zehnjährige US-Papiere erreichten am Donnerstag den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres.
Unter den "Glorreichen Sieben", den sieben größten und bedeutendsten Tech-Unternehmen, gab es nur Verlierer. Am stärksten ging es für Apple mit einem Minus von fast 10 Prozent abwärts. Die Aktien litten vor allem darunter, dass China ein wichtiger Produktionsstandort des iPhone- und Mac-Herstellers ist.
Alphabet (Alphabet A (ex Google)) verloren 3,6 Prozent, Amazon und Meta (Meta Platforms (ex Facebook)) sackten um 7,8 Prozent ab, Microsoft um 3,1 Prozent und Tesla um 4,2 Prozent. Für die Papiere des Entwicklers von Grafikprozessoren und Chipsätzen für PC, NVIDIA, ging es um 5,6 Prozent abwärts.
Allgemein verloren Chiphersteller wie QUALCOMM und Broadcom deutlich. Aber auch alle anderen Branchen mit globalen Lieferketten gaben kräftig nach: so etwa Caterpillar, GE Aerospace (GE Aerospace (ex General Electric)) und Boeing.
Ebenfalls betroffen waren Konsumgüterproduzenten und Bekleidungshersteller wie Nike mit minus 11 Prozent und Foot Locker mit minus 12 Prozent. Die Reise- und Flugbranche und der Bausektor sind ebenfalls stark von Importzöllen betroffen./bek/he