Amazon-Aktie vor der Wende? Rekordausgaben verunsichern Anleger - doch Experten sehen Chancen

Die Aktie von Amazon stand zuletzt unter Druck. Rekordinvestitionen könnten den Cashflow belasten. Darum bleiben Analysten dennoch optimistisch.
Werte in diesem Artikel
• Rekordinvestitionen von Amazon belasten den Cashflow
• Aktie seit Jahresbeginn deutlich im Minus
• Wachstumstreiber bleibt die Cloud-Sparte Amazon Web Services
Die Aktie des US-Technologiekonzerns Amazon steht aktuell unter genauer Beobachtung der Anleger. Während der Onlinehandelsriese operativ weiterhin solide wächst, sorgen geplante Rekordinvestitionen in Infrastruktur für Unsicherheit an der Börse: Die Aktie liegt seit Jahresbeginn knapp 13 Prozent im Minus. Experten warnen, dass die hohen Ausgaben den freien Cashflow im laufenden Jahr deutlich belasten könnten - trotz starker Geschäfte in wichtigen Unternehmensbereichen.
Rekordinvestitionen belasten kurzfristig den Cashflow
Nach Unternehmensangaben plant Amazon im Geschäftsjahr 2026 Kapitalausgaben von rund 200 Milliarden US-Dollar. Damit würden die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 56 Prozent steigen. Ein Großteil der Mittel soll in neue Rechenzentren, Logistikstrukturen und technologische Infrastruktur fließen.
Analysten rechnen deshalb damit, dass der freie Cashflow im Jahr 2026 deutlich sinken wird. Schon im Schlussquartal 2025 hatte sich diese Kennzahl verschlechtert: Laut Unternehmensangaben fiel der freie Cashflow im Jahresvergleich um mehr als 76 Prozent.
Zusätzlich belastet das wirtschaftliche Umfeld die Stimmung der Investoren. Auch das Management von Amazon verweist auf mögliche Unsicherheiten durch Währungsschwankungen und potenzielle neue Zölle, die das Geschäft 2026 beeinflussen könnten.
AWS bleibt der wichtigste Wachstumstreiber
Trotz der hohen Investitionslast verfügt Amazon weiterhin über einen starken finanziellen Motor: die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS). Im vierten Quartal 2025 steigerte AWS den Umsatz laut Unternehmensangaben um 24 Prozent auf 35,58 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit dem stark wachsenden Werbegeschäft liefert dieser Bereich wichtige Mittel, um die massiven Infrastrukturinvestitionen zu finanzieren. AWS gilt deshalb weiterhin als entscheidender Wachstumstreiber und stabilisiert die Gesamtbilanz des Konzerns.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der Unsicherheiten bleibt die Mehrheit der Analysten positiv gestimmt: Laut TipRanks empfehlen 42 von 45 Analysten den Kauf der Amazon-Aktie, während drei Experten zum Halten raten. Verkaufsempfehlungen liegen derzeit keine vor. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 284,30 US-Dollar und damit etwa 42 Prozent über dem jüngsten Schlusskurs.
Auch mehrere große Investmentbanken bleiben trotz der aktuellen Unsicherheiten positiv für das Papier. So hat die US-Bank JPMorgan ihr Kursziel von 265 auf 280 US-Dollar angehoben und die Einstufung "Overweight" bestätigt. Analyst Doug Anmuth begründet dies laut dpa-AFX Analyser mit höheren Erwartungen an den Kapazitätsausbau und die steigende Nachfrage nach der Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS). In seine Prognosen flossen zudem Faktoren wie Wechselkursentwicklungen, höhere Treibstoffpreise, internationale Wachstumsinitiativen sowie die beschleunigte Einführung neuer Technologien ein.
Auch das Analysehaus Jefferies bleibt optimistisch und bestätigt sein "Buy"-Rating mit einem Kursziel von 300 US-Dollar. Analyst Brent Thill sieht gemäß dpa-AFX Analyser die aktuell negative Stimmung vor allem durch hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz und ein vorübergehend schwächeres Cloud-Wachstum ausgelöst. Frühindikatoren wie steigende Aufträge und langfristige Kundenverträge deuteten jedoch darauf hin, dass sich das Wachstum wieder beschleunigen könnte, sobald neue Kapazitäten verfügbar sind.
Ebenso zuversichtlich zeigt sich die britische Investmentbank Barclays und bestätigt ein Kursziel von 300 US-Dollar. Analyst Ross Sandler erwartet laut dpa-AFX Analyser, dass Fortschritte bei KI-Anwendungen neue Dienstleistungen ermöglichen und das Wachstum von AWS in den kommenden Quartalen deutlich anziehen dürfte.
Neue Impulse für die Amazon-Aktie
Kurzfristig könnten die enormen Infrastrukturinvestitionen auf der Amazon-Aktie lasten. Mittel- bis langfristig sehen viele Analysten jedoch weiterhin großes Potenzial - vor allem dank des starken Cloudgeschäfts und wachsender Digitalwerbung.
Die positiven Expertenmeinungen spiegelten sich zuletzt auch im Aktienkurs von Amazon wider: Am Montag schloss der Titel 0,81 Prozent im Plus bei 200,95 US-Dollar. Und auch am Dienstag folgte ein Kursaufschlag: An der NASDAQ gewann der Anteilsschein 3,79 Prozent auf 208,31 US-Dollar.
Neue Impulse für die Aktie könnten schon bald folgen. Ende April will Amazon seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 präsentieren. Zudem gibt es Berichte, dass der Konzern seinen umsatzstarken Shopping-Event Amazon Prime Day in diesem Jahr erstmals vom Juli auf Juni vorziehen könnte. Ein früherer Termin würde zusätzliche Umsätze bereits im zweiten Quartal generieren und damit kurzfristig helfen, die hohen Investitionskosten abzufedern.
Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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