Nach tiefroten Zahlen

Rasanter Absturz der Stellantis-Aktie: Wie Analysten auf den Milliardenverlust reagieren

09.02.26 21:52 Uhr

Stellantis-Aktie mit Blutbad an der Börse nach gescheitertem EV-Experiment: Werden auch Experten jetzt zu Bären? | finanzen.net

Konzernumbau ist teuer: Das mussten Stellantis-Aktionäre in der vergangenen Woche schmerzlich erfahren. Der darauffolgende Kurssturz ruft nun auch Analysten auf den Plan.

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Aktien

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• Massiver Wertverlust der Stellantis-Aktie nach
• Milliadenabschreibungen und ausgebliebene Dividende
• Analysten senken Kursziele, bleiben aber überwiegend nicht negativ

Um mehr als 24 Prozent ist die Aktie des Autobauers Stellantis im Freitagshandel auf XETRA abgesackt. Schuld waren tiefrote Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr nach milliardenschweren Abschreibungen infolge der Abkehr von einst favorisierten Elektroautogeschäft. Zwar kam es am Montag zu einer leichten Gegenbewegung und die Stellantis-Aktie legte letztlich 0,43 Prozent auf 6,13 Euro zu, von einer deutlichen Kurserholung kann aber keine Rede sein.

Analysten weitgehend gelassen

Analysten scheinen die schwachen Zahlen aber weniger skeptisch aufzunehmen, als der breite Markt. So hält etwa Jefferies an seiner Kaufempfehlung für die Aktie fest, nahm allerdings eine Kürzung des Kursziels von 13 auf 10 Euro vor. Der Autokonzern sei schleppend in eine mehrjährige Umbauphase gestartet, schrieb Philippe Houchois am Sonntagabend. Die Anlagestory hat sich für ihn allerdings nicht geändert. Das Management müsse jedoch Ergebnisse abliefern.

Ebenfalls bei seinem Kaufrating für die Stellantis-Aktie bleibt auch die Schweizer Großbank UBS. Auch hier wurde das Kursziel von 12 auf 9,70 Euro nach unten angepasst. Das Großreinemachen des Autokonzerns sei schlimmer ausgefallen als gedacht, schrieb Patrick Hummel am Sonntagabend. Die Kapitulation der Käufer und mehr als 7 Milliarden Euro an Marktwertverlust seien allerdings nicht gerechtfertigt, so der Experte.

Weiterhin mit "Equal Weight" bewerte man die Stellantis-Aktie unterdessen von Seiten der britischen Barclays-Bank. Das Kursziel blieb bei 10 Euro unverändert, die Zahlen zum zweiten Geschäftshalbjahr und auch der Ausblick seien enttäuschend gewesen, schrieb Henning Cosman am Sonntag. Sie lägen deutlich unter den Markterwartungen.

Und auch dieDeutsche Bank rät weiter zum Halten der Aktie, hat allerdings in Sachen Kursfantasie eine deutlich pessimistischere Haltung als die Konkurrenten: Das Kursziel wurde von 8 auf 7 Euro gesenkt. Am negativsten überrascht habe die Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro auf die teure Abkehr vom Elektroauto-Kurs in den USA, schrieb Christoph Laskawi in seinem am Montag vorliegenden Kommentar.

Sinnbild für Herausforderungen in der Autoindustrie

Der Konzernumbau von Stellantis steht sinnbildlich für die Herausforderungen, vor denen die gesamte Automobilindustrie derzeit steht. Der Strategiewechsel weg von verlustreichen Elektroprojekten hin zu einer breiter aufgestellten Antriebsstrategie mit Hybrid- und Verbrenneroptionen soll mittelfristig wieder profitableres Wachstum sichern. Kurzfristig jedoch belasten hohe Abschreibungen, steigende Entwicklungskosten und der Preisdruck im E-Auto-Geschäft die Bilanz deutlich.

Branchenbeobachter rechnen damit, dass die Transformation mehrere Quartale in Anspruch nehmen dürfte und die Aktie daher volatil bleibt. Sollte es Stellantis gelingen, die geplanten Synergien aus Produktion, Plattformen und Markenportfolio konsequent zu realisieren, könnten sich laut Analysten mittelfristig wieder Chancen für Anleger er geben - vorausgesetzt, das Management schafft es, Vertrauen in den neuen Kurs zurückzugewinnen.

Dass die Mehrheit der Experten zwar ihre Kursziele gesenkt hat, diese aber dennoch teils deutlich oberhalb des aktuellen Kursniveaus ansiedelt, scheint darauf schließen zu lassen, dass der massive Einbruch der Marktkapitalisierung nicht gerechtfertigt sein dürfte. Ob sich Anleger dieser Einschätzung anschließen werden, bleibt abzuwarten.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: MikeDotta / Shutterstock.com

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