Saudi Aramco-Aktie, Porsche-Aktie & Co.: So haben sich die größten IPOs der vergangenen 10 Jahre entwickelt

Die Börsengänge von Saudi Aramco, SoftBank und Rivian zählen zu den größten Erstplatzierungen des vergangenen Jahrzehnts. Doch längst nicht jedes milliardenschwere IPO entpuppte sich als Gewinnbringer. Einige Börsendebüts entwickelten sich für Anleger sogar zu einem Fiasko.
Werte in diesem Artikel
• IPO-Markt erholt sich nach jahrelanger Flaute
• 2025 als Wendejahr für Börsengänge weltweit
• IPO-Erfolg bleibt Glücksspiel
Nach einer deutlichen Flaute infolge des Ukraine-Krieges, steigender Zinsen und geopolitischer Unsicherheiten hat sich der globale IPO-Markt zuletzt spürbar erholt. Wie aus dem "Global IPO Watch 2025" von PwC hervorgeht, stiegen die weltweiten IPO-Erlöse im Jahr 2025 um 21 Prozent auf 143,3 Milliarden US-Dollar. In den USA stieg die Zahl der Börsengänge auf 216 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 47,4 Milliarden US-Dollar, wie der "US IPO Market Trends"-Report von EY zeigt. Besonders die Sektoren Technologie, künstliche Intelligenz und Gesundheitswesen trieben die Aktivität an. Ein Blick auf die größten Börsengänge des vergangenen Jahrzehnts zeigt dennoch: Nicht jeder Mega-Börsengang wurde für Investoren zum Erfolg.
Saudi Aramco: Größter Börsengang aller Zeiten
Den größten Börsengang aller Zeiten stemmt nach wie vor der saudische Ölgigant Saudi Aramco. Am 11. Dezember 2019 startete der Handel an der Saudischen Börse Tadawul. Der Ausgabepreis lag bei 32 Riyal, das Emissionsvolumen zunächst bei 25,6 Milliarden US-Dollar. Mithilfe einer sogenannten Greenshoe-Option wurden kurz darauf weitere 450 Millionen Aktien verkauft, womit der Umfang des Börsengangs auf einen Rekordwert von 29,4 Milliarden US-Dollar anstieg.
Der Erstkurs lag bei 35,20 Riyal. Seitdem hat die Aramco-Aktie allerdings deutlich nachgegeben. Mit einem Schlusskurs von 25,98 Riyal (Schlusskurs vom 23. Februar 2026) notiert das Papier rund 19 Prozent unter dem Ausgabepreis. Die Kursentwicklung spiegelt unter anderem die Unsicherheiten am globalen Ölmarkt, OPEC+-Produktionsanpassungen und den langfristigen Trend zu erneuerbaren Energien wider.
SoftBank Corp: Größtes IPO Japans
Im Dezember 2018 strebte die japanische Telekommunikationstochter SoftBank an die Tokioter Börse. Beim IPO wurde ein Volumen von umgerechnet 21,345 Milliarden US-Dollar erlöst, der bislang größte Börsengang Japans. Der Preis für das Angebot wurde auf 1.500 Yen festgesetzt, der Erstkurs betrug 1.463 Yen. Im Oktober 2024 führte SoftBank einen Aktiensplit im Verhältnis 10:1 durch, womit der splitbereinigte Ausgabepreis bei 150 Yen liegt. Mit einem Schlusskurs von 210 Yen (Schlusskurs vom 23. Februar 2026) notiert die Aktie splitbereinigt rund 40 Prozent über dem damaligen Ausgabepreis.
Tesla-Konkurrent Rivian: Vom Höhenflug zum Sinkflug
Im November 2021 überraschte der E-Autobauer und Tesla-Konkurrent Rivian mit seinem IPO an der Technologiebörse NASDAQ. Der Börsenneuling platzierte 153 Millionen Aktien zu jeweils 78 US-Dollar, was einem Erlös von 11,934 Milliarden US-Dollar gleichkam. Der Erstkurs lag bei 106,75 US-Dollar, deutlich über dem Ausgabepreis. Seitdem ging es jedoch steil bergab: Mit einem Schlusskurs von 14,96 US-Dollar (Schlusskurs vom 23. Februar 2026) liegt das Papier rund 81 Prozent unter dem Kurs zum Ausgabepreis. Rivian kämpft mit rückläufigen Auslieferungszahlen, dem Wegfall von US-Steuersubventionen für Elektrofahrzeuge und einem generell abkühlenden EV-Markt.
LG Energy Solution: Batteriehersteller mit schwerem Stand
Im Januar 2022 wagte sich der südkoreanische Batteriehersteller LG Energy Solution auf das Börsenparkett. Der Ausgabepreis wurde auf 300.000 Won festgelegt, was dem Unternehmen IPO-Einnahmen von 10,735 Milliarden US-Dollar bescherte. Am ersten Handelstag startete die Aktie mit einem Erstkurs von 597.000 Won, fast doppelt so hoch wie der Ausgabepreis. Inzwischen notiert das Papier jedoch deutlich unter dem Erstkurs: Mit einem Kurs von 396.000 Won (Schlusskurs vom 23. Februar 2026) liegt die Aktie rund 32 Prozent unter dem Erstkurs, allerdings immer noch rund 32 Prozent über dem ursprünglichen Ausgabepreis. Die nachlassende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Schlüsselmärkten und ein operativer Verlust im vierten Quartal 2025 belasten die Kursentwicklung.
Porsche AG: Vom Überholspur-IPO zum Kursverfall
Ebenfalls im Jahr 2022 wagte sich der deutsche Sportwagenhersteller Porsche an die Börse und folgte damit dem Mutterkonzern Volkswagen. Zum Börsendebüt im September 2022 wurden insgesamt 113.875.000 stimmrechtslose Porsche-Vorzugsaktien zu einem Preis von 82,50 Euro ausgegeben. Der Erstkurs betrug 84 Euro. Damit konnte die VW-Tochter ein Emissionsvolumen von 9,1 Milliarden US-Dollar erreichen, der größte deutsche Börsengang seit dem der Deutschen Telekom 1996. Seitdem ist die Aktie jedoch massiv unter Druck geraten: Mit einem Schlusskurs von 41,17 Euro (Schlusskurs vom 23. Februar 2026 via XETRA) notiert das Papier rund 50 Prozent unter dem Ausgabepreis. Rückläufige Absatzzahlen insbesondere in China, die ins Stocken geratene Elektrostrategie und der zunehmende Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller belasten den Kurs.
Uber: Vom Flop-IPO zum Comeback
Mit einem Emissionsvolumen von 8,1 Milliarden US-Dollar landet auch der Uber-Börsengang vom 10. Mai 2019 auf der Liste der größten IPOs der vergangenen zehn Jahre. Die Uber-Aktie startete mit einem Kurs von rund 45 US-Dollar an der New Yorker Börse. Im Gegensatz zu den ersten Jahren nach dem Börsengang, als das Papier deutlich unter Wasser lag, hat sich die Uber-Aktie mittlerweile deutlich erholt. Mit einem Schlusskurs von 70,72 US-Dollar (Schlusskurs vom 23. Februar 2026) liegt das Papier rund 57 Prozent über dem Ausgabepreis und gehört damit zu den klaren IPO-Gewinnern des vergangenen Jahrzehnts.
Kuaishou: Chinas TikTok-Rivale enttäuscht nach Rekorddebüt
Im Februar 2021 feierte die chinesische Kurzvideo-Plattform Kuaishou Technology ihren Börsengang an der Hongkonger Börse. Das Unternehmen, das als größter Konkurrent von ByteDances TikTok bzw. Douyin in China gilt, platzierte seine Aktien zu einem Ausgabepreis von 115 Hongkong-Dollar und sammelte umgerechnet rund 5,4 Milliarden US-Dollar ein. Es war der größte Tech-Börsengang weltweit seit dem IPO von Uber im Mai 2019. Am ersten Handelstag explodierte der Kurs regelrecht: Die Aktie eröffnete bei 338 Hongkong-Dollar, ein Plus von fast 200 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis. Zwei Wochen nach dem Handelsstart erreichte die Kuaishou-Aktie ein Allzeithoch von 417,80 Hongkong-Dollar.
Seitdem ist der Kurs jedoch drastisch gefallen. Verschärfte regulatorische Eingriffe der chinesischen Regierung gegen Tech-Konzerne, ein verlangsamtes Nutzerwachstum und zunehmender Wettbewerb setzten der Aktie zu. Mit einem Schlusskurs von 68,55 Hongkong-Dollar (Schlusskurs vom 23. Februar 2026) notiert das Papier rund 40 Prozent unter dem Ausgabepreis.
Siemens Healthineers: Solides Langzeitinvestment
Der Erlös des Siemens Healthineers-Börsengangs im März 2018 spülte insgesamt 4,2 Milliarden Euro in die Kassen des Münchner Konzerns, umgerechnet rund 5,2 Milliarden US-Dollar. Der Ausgabepreis der 150 Millionen Anteilsscheine belief sich auf 28 Euro. Trotz zwischenzeitlicher Kursschwankungen können sich Anleger der frühen Stunde bei einem Schlusskurs von 41,55 Euro (Schlusskurs vom 23. Februar 2026 via XETRA) über ein Kursplus von rund 48 Prozent freuen. Die Aktie hat zwar deutlich von ihren Höchstständen bei über 58 Euro nachgegeben, bietet aber nach wie vor eine ordentliche Rendite gegenüber dem Ausgabepreis.
Arm Holdings: KI-Boom treibt Chipdesigner nach oben
Im September 2023 feierte der britische Chipdesigner Arm Holdings seinen Börsengang an der NASDAQ, das größte IPO des Jahres 2023. Arm platzierte seine Aktien zu einem Ausgabepreis von 51 US-Dollar und sammelte dabei rund 4,87 Milliarden US-Dollar ein. Angetrieben vom weltweiten Boom rund um Künstliche Intelligenz hat sich die Arm-Aktie seitdem hervorragend entwickelt: Mit einem Schlusskurs von 123,78 US-Dollar (Schlusskurs vom 23. Februar 2026) liegt das Papier mehr als 142 Prozent über dem Ausgabepreis und ist damit einer der klaren IPO-Gewinner der vergangenen Jahre.
Coupang: Südkoreas Amazon kämpft mit Gegenwind
Im März 2021 wagte der südkoreanische E-Commerce-Riese Coupang den Sprung an die New Yorker Börse. Das Unternehmen, das häufig als "Amazon Südkoreas" bezeichnet wird, platzierte 130 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 US-Dollar und sammelte dabei rund 4,6 Milliarden US-Dollar ein. Es war der größte US-Börsengang eines ausländischen Unternehmens seit dem Listing von Alibaba im Jahr 2014. Am ersten Handelstag schoss der Kurs um 41 Prozent nach oben und schloss bei 49,25 US-Dollar. Seitdem hat sich das Blatt jedoch gewendet. Trotz eines weiterhin stark wachsenden Umsatzes belasten hohe Investitionskosten, ein Datenleck in großem Ausmaß sowie regulatorische Untersuchungen den Aktienkurs. Mit einem Schlusskurs von 18,58 US-Dollar (Schlusskurs vom 23. Februar 2026) notiert das Papier rund 47 Prozent unter dem Ausgabepreis.
"Leute gewinnen jeden Tag im Lotto"
Ein Blick auf die größten Börsengänge der vergangenen zehn Jahre zeigt: Trotz der Erholung des IPO-Marktes seit 2023 bleibt das Investieren in Erstplatzierungen ein riskantes Unterfangen. Während Arm Holdings oder Uber ihren frühen Investoren satte Gewinne bescherten, sitzen Anleger von Rivian, Porsche oder Coupang auf teils massiven Verlusten. Aufgrund dieser hohen Unsicherheit rät Starinvestor Warren Buffett Privatinvestoren grundsätzlich davon ab, in IPOs zu investieren: "Du brauchst dich nicht wirklich darum zu kümmern, was bei IPOs eigentlich los ist. Leute gewinnen jeden Tag im Lotto", so die Investmentlegende aus Omaha.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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