MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne aus - Anleger setzen auf Kriegsende im Nahen Osten

01.04.26 13:16 Uhr

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DOW JONES--Hoffnungen auf ein bevorstehendes Kriegsende im Iran sorgen auch am Mittwochmittag an den europäischen Aktienmärkten für kräftige Kursgewinne. Der DAX gewinnt 2,5 Prozent auf 23.245 Punkte, nachdem er im Tageshoch schon bei 23.344 Punkten gelegen hatte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es ebenfalls um 2,5 Prozent auf 5.711 Punkte nach oben. Auslöser für die deutlich gestiegene Risikobereitschaft sind Spekulationen, dass sowohl die USA als auch der Iran nach einer Ausstiegsstrategie aus dem Krieg im Nahen Osten suchten.

Laut US-Präsident Donald Trump könnten die US-Streitkräfte den Iran in zwei bis drei Wochen verlassen, und das auch ohne einen "Deal" mit dem Iran. Bereits am Vortag hatte Trump über einen Rückzug gesprochen, selbst wenn die Straße von Hormus geschlossen bleiben sollte. Sein Ziel, die nukleare Bedrohung des Landes zu beseitigen, sei erreicht worden. Trump wird in der Nacht zum Donnerstag zudem eine Rede zum Iran-Krieg halten. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte, es werde sich um eine "wichtige Rede" handeln. Die Rede ist für 3.00 Uhr MESZ angesetzt.

Nach unten geht es für den Ölpreis. Der marktführende Kontrakt für Brent reduziert sich um 1,0 Prozent auf 102,92 Dollar. Nachdem im März die Inflation in Europa auch wegen der deutlich gestiegenen Energiekosten anzog, könnte sich der Impuls per April umkehren. Damit werden an den Zinsmärkten die Erwartungen an die Anhebung der Leitzinsen durch die US-Notenbank sowie die Europäische Zentralbank bereits leicht ausgepreist. Dies verbessert die Stimmung für Risikoassets wie Aktien. Aber auch Gold profitiert davon, die Feinunze steigt über die Marke von 4.700 Dollar.

UBS-Volkswirt Paul Donovan weist darauf hin, dass der Iran die Zahlung von Reparationen fordert, die die USA wahrscheinlich nicht zahlen werden. Ein iranischer Zoll auf den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus könnte als eine Form von Reparation getarnt werden - dies würde die Lebenshaltungskosten am Golf erhöhen. Die Auswirkungen auf den Ölpreis wären jedoch wahrscheinlich wirtschaftlich nicht signifikant.

Zu den Gewinnern gehören die europäischen Finanz- (+4%) sowie die Technologiewerte (+2,4%). Während bei den Banken das Risiko einer konjunkturellen Talfahrt nun als geringer eingestuft wird, wirken sich bei den Technologiewerten die sinkenden Zinsen auf die Bewertungen positiv aus. Von dem Rückgang der Renditen profitieren die Immobilienwerte. Ölwerte belastet der Preisverfall der Ölpreise: Totalenergies verlieren 1,7 Prozent oder BP 1,6 Prozent.

Für Marktstratege Andreas Lipkow von CMC Markets bleibt jedoch ein bitterer Beigeschmack. Die Situation nach dem Krieg sei schlimmer als vor dem Krieg und treffe vornehmlich die unbeteiligten Staaten in Europa und Asien besonders hart. Die Rohölpreise blieben vorerst hoch und es schwebe die Unsicherheit mit, dass es jederzeit zu einer erneuten Eskalation im Nahen Osten kommen könne. Im Tagesverlauf dürften vorerst wieder Makrodaten in den Fokus rücken, es stehen die ADP-Beschäftigtenzahlen, die US-Einzelhandelsumsätze, der ISM-Einkaufsmanagerindex und die PMI-Preise auf der Agenda.

Bei den Einzelwerten büßen Deutsche Euroshop 4,1 Prozent ein. Der Shoppingcenter-Investor hat im vergangenen Jahr in einem herausfordernden Marktumfeld weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahr, seine Prognosen aber erfüllt. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet der SDAX-Konzern dank steigender Mieteinnahmen eine leicht positive Entwicklung bei Umsatz und EBIT. Unter dem Strich belasten jedoch höhere Zinsaufwendungen die Ertragskraft.

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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Euro-Stoxx-50 5.710,55 +2,5 140,82 5.569,73

Stoxx-50 4.974,99 +2,5 118,84 4.856,15

DAX 23.244,69 +2,5 564,65 22.680,04

MDAX 29.012,20 +3,1 861,42 27.039,42

TecDAX 3.478,30 +1,7 56,70 3.091,28

SDAX 16.695,46 +1,2 202,92 13.062,07

CAC 7.970,03 +2,0 153,09 7.816,94

SMI 12.999,88 +1,8 223,09 12.776,79

ATX 5.478,50 +2,5 135,25 5.343,25

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:20 Uhr

EUR/USD 1,1602 +0,4 0,0050 1,1552 1,1531

EUR/JPY 183,86 +0,3 0,5000 183,36 183,2200

EUR/CHF 0,919 -0,5 -0,0043 0,9233 0,9248

EUR/GBP 0,8714 -0,2 -0,0018 0,8732 0,8725

USD/JPY 158,51 -0,1 -0,2000 158,71 158,9500

GBP/USD 1,3309 +0,7 0,0087 1,3222 1,3209

USD/CNY 6,8739 -0,4 -0,0241 6,8980 6,8980

USD/CNH 6,8749 -0,2 -0,0122 6,8871 6,9008

AUS/USD 0,6946 +0,7 0,0046 0,69 0,6861

Bitcoin/USD 68.529,12 +0,5 333,57 68.195,55 67.093,52

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 99,95 -1,4 -1,43 101,38

Brent/ICE 102,92 -1,0 -1,05 103,97

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.735,15 +1,4 65,59 4.669,56

Silber 74,94 -0,2 -0,17 75,11

Platin 1.969,30 +1,1 20,51 1.948,79

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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