Amazon-Aktie im Fokus: Lieferung per Roboter nach Rivr-Übernahme

Amazon hat das Schweizer Robotik-Unternehmen Rivr übernommen, das Lieferroboter entwickelt. Der Konzern will die Technologie für die Zustellung von Paketen bis an die Haustür testen.
Werte in diesem Artikel
• Amazon hat das Schweizer Robotik-Startup Rivr übernommen
• Roboter sollen Pakete vom Lieferfahrzeug bis an die Haustür bringen
• Der Kaufpreis wurde nicht genannt
Amazon kauft Rivr und setzt auf Roboter für die letzte Meile
Amazon hat das Zürcher Robotik-Startup Rivr übernommen. Das Unternehmen machte die Akquisition nicht öffentlich bekannt, sondern informierte seine externen Lieferdienstleister in einer internen Mitteilung, die CNBC vorliegt. Darin erklärte Amazon, die Technologie von Rivr solle bei der Zustellung bis an die Haustür helfen und die Sicherheit der Lieferfahrer verbessern. Ein Amazon-Sprecher bestätigte den Deal gegenüber CNBC und erklärte, die Übernahme spiegele das Engagement des Unternehmens wider, weiter in Forschung und in die Sicherheit der Mitarbeiter zu investieren. Über den Kaufpreis machte Amazon keine Angaben.
In der von CNBC eingesehenen Mitteilung an die Lieferdienstleister kündigte Amazon an, die Technologie zunächst in Feldtests zu erproben und dabei reale Erfahrungswerte und Rückmeldungen der Lieferfahrer einzuholen, bevor eine Skalierung angestrebt werde. Das Unternehmen betonte, man befinde sich in einem frühen Stadium. Die Roboter sollen dabei Pakete vom Lieferfahrzeug bis an die Haustür transportieren und so die Zusteller auf dem letzten Abschnitt der Lieferung unterstützen.
Von der ETH Zürich zu Praxistests auf drei Kontinenten
Rivr wurde 2023 als Ausgründung des Robotic Systems Lab der ETH Zürich unter dem Namen Swiss-Mile gegründet. Das Unternehmen entwickelt vierbeinige Roboter auf Rädern, die Treppen steigen und sich in unebenen städtischen Umgebungen bewegen können. Rivr-Gründer und CEO Marko Bjelonic gab die Übernahme durch Amazon in einem Beitrag auf LinkedIn bekannt und erklärte, der Schritt werde die Vision beschleunigen, physische KI über die Haustürzustellung in die reale Welt zu bringen.
Vor der Übernahme hatte Rivr die Technologie bereits in mehreren Praxistests erprobt. In Zusammenarbeit mit dem Essenslieferdienst Just Eat Takeaway startete das Unternehmen laut seiner Website im August 2025 ein Pilotprojekt in Zürich und weitete es im Februar 2026 auf Milton Keynes in Großbritannien aus. Dort konnten Kunden die autonome Zustellung direkt über die Just-Eat-App auswählen. Zudem ging Rivr im September 2025 eine Partnerschaft mit der Schweizerischen Post und Migros Online ein. In den USA hatte das Startup laut TechCrunch ein Pilotprogramm mit dem Paketzusteller Veho in Austin, Texas, durchgeführt. Rivr hatte insgesamt 25 Millionen US-Dollar eingesammelt und war zuletzt mit rund 100 Millionen US-Dollar bewertet worden. Den größten Teil machte eine Seed-Runde über 22 Millionen US-Dollar aus, die laut einer Mitteilung auf der Rivr-Website von Jeff Bezos über Bezos Expeditions und dem chinesischen Investor HongShan angeführt wurde. Auch Amazons Industrial Innovation Fund war beteiligt.
Ein weiterer Baustein in Amazons Automatisierungsstrategie
Die Übernahme fügt sich in Amazons langjährige Strategie ein, immer mehr Abschnitte der Lieferkette zu automatisieren. Den Grundstein legte der Konzern 2012 mit der Übernahme des Lagerroboter-Herstellers Kiva Systems für 775 Millionen US-Dollar, aus dem Amazon Robotics hervorging. Am 22. Oktober 2025 gab Amazon auf seiner Unternehmensseite bekannt, inzwischen mehr als eine Million Roboter in seinem Logistiknetzwerk einzusetzen. Die Roboter übernehmen dort Aufgaben wie das Sortieren, Heben und Transportieren von Paketen innerhalb der Lagerhäuser.
Mit Rivr rückt nun erstmals die sogenannte letzte Meile in den Fokus der Automatisierung, also der Abschnitt zwischen Lagerhaus und Haustür. Bislang wird dieser Abschnitt von einem Netzwerk aus Tausenden externer Lieferdienstleister abgedeckt, die Pakete exklusiv für Amazon zustellen. Die Rivr-Roboter könnten diese Fahrer künftig auf dem letzten Stück des Weges unterstützen, indem sie die Pakete vom Fahrzeug zur Tür bringen. Ob und wann die Technologie in den regulären Betrieb integriert wird, ist offen.
Dominik Maier, Redaktion finanzen.net
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