Flughafenbetreiber

Fraport-Aktie legt zu: Gewinnrückgang trotz stabiler Entwicklung - Cashflow deutlich verbessert

17.03.26 13:05 Uhr

Fraport-Aktie zieht an: Abschreibungen drücken Ergebnis - EBITDA legt deutlich zu | finanzen.net

Höhere Abschreibungen belasten das Ergebnis, während der freie Cashflow wieder positiv ausfällt und Spielraum für Dividenden schafft.

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Der Flughafenbetreiber Fraport hat im vergangenen Jahr bei einer soliden Geschäftsentwicklung weniger verdient. Höhere Abschreibungen und Zinseffekte im Zusammenhang mit der Terminaleröffnung am Konzernflughafen Lima drückten den Gewinn stärker als am Markt erwartet. Dagegen profitierte der freie Cashflow von dem Auslaufen großer Investitionsprojekte und war erstmals seit 2018 wieder positiv. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Fraport einen weiteren Anstieg des operativen Ergebnisses, rechnet aber unter dem Strich wegen höherer Abschreibungen mit einem weiteren Gewinnrückgang.

"Durch das Auslaufen der großen Investitionsprojekte werden unsere frei verfügbaren Mittel weiter deutlich steigen", sagte Vorstandschef Stefan Schulte. "Damit gewinnen wir zukünftig mehr Spielräume für den Schuldenabbau und Dividendenzahlungen an unsere Aktionärinnen und Aktionäre." Für das vergangene Jahr zahlt Fraport erstmals seit sechs Jahren Pause wieder eine Dividende in Höhe von 1,00 Euro je Aktie.

Der freie Cashflow stieg um annähernd 700 Millionen Euro auf 24,4 Millionen Euro.

Der Umsatz lag 2025 mit 4,43 Milliarden Euro nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 10,4 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro zu. Der Konzerngewinn nach Steuern sank dagegen um 6,7 Prozent auf 468,1 Millionen Euro, und je Aktie verdiente Fraport mit 4,67 Euro 21 Cent weniger als im Vorjahr. Analysten hatten im Konsens mit einem Umsatz von 4,53 Milliarden Euro, einem EBITDA von 1,42 Milliarden und einem Konzernergebnis von 478 Millionen oder 4,79 Euro je Aktie gerechnet.

Für das Geschäftsjahr 2026 peilt Fraport-Chef Stefan Schulte einen Anstieg auf bis zu 1,5 Milliarden Euro an. Das wäre im besten Fall etwas mehr, als am Markt erwartet. Allerdings dürfte das Konzernergebnis wegen steigender Abschreibungen sowie höheren Zinskosten sinken. Die Passagierzahlen am Heimatflughafen Frankfurt sollen auf rund 65 bis rund 66 Millionen Fluggäste steigen, von 63,2 Millionen im vergangenen Jahr. Damit bleibt das Rekordaufkommen von rund 70,6 Millionen Passagieren weiterhin ein gutes Stück entfernt. Analysten gingen für 2026 zuletzt von rund 65 Millionen Fluggästen aus.

Fraport weiter erholt - Cashflow früher positiv als gedacht

Nach erfreulichen Geschäftszahlen sind die Aktien von Fraport auf ihrem am Montagmorgen begonnenen Erholungsweg geblieben. Die Papiere des Flughafenbetreibers zogen gegen Dienstagmittag via XETRA um 5,6 Prozent auf 75,65 Euro an. Damit befanden sie sich in der Spitzengruppe des moderat steigenden Index der mittelgroßen Werte MDAX.

Analysten lobten überwiegend die von Fraport vorgelegten Resultate. Dank des Fluggeschäfts und der Bodenabfertigung habe das operative Ergebnis seine Annahme und die Markterwartung übertroffen, schrieb etwa Cristian Nedelcu von der Schweizer Großbank UBS.

Elodie Rall von JPMorgan von der US-Bank JPMorgan hob vor allem den freien Barmittelzufluss positiv hervor, der im Vorjahr erstmals seit 2018 wieder positiv gewesen sei - und damit ein Jahr früher als gedacht.

Auch der Ausblick auf 2026 klinge recht gut, fuhr Rall fort. Fraport will das operative Ergebnis weiter steigern.

Graham Hunt Analysehaus Jefferies hielt wie Rall an seiner Empfehlung für die Aktien von Fraport fest. Der Experte verwies auf die bestätigten Ziele für 2030 sowie die Bekräftigung der langfristigen Ausschüttungsquote.

Zu Wochenbeginn waren die Anteilsscheine von Fraport mit 68,50 Euro zeitweise auf ein Jahrestief gerutscht und hatten seit Beginn des Iran-Kriegs somit fast 18 Prozent verloren. Bis zum Handelsende konnten die Papiere diese Verluste allerdings bereits verringern.

Inzwischen hat sich das Chartbild für die Fraport-Aktien deutlich aufgehellt. Sie notieren nun deutlich über der 200-Tage-Durchschnittslinie, die den langfristigen Trend beschreibt. Zudem liegt der Kurs jetzt auf Höhe der 100-Tage-Linie als Maßstab für den mittelfristigen Trend.

Auf kurze Sicht aber schlägt noch die Verunsicherung derjenigen Anleger ins Kontor, die stark in Aktien der Reise- und Freizeitbranche engagiert sind. Denn der Iran-Krieg führte zu einem Höhenflug der Ölpreise , wodurch sich auch die Treibstoffkosten von Fluggesellschaften erhöhten. Zudem können Flugstreichungen, operative Behinderungen und eine geringere Nachfrage die Profitabilität drücken.

Der entsprechende europäische Branchenindex hat seit Ausbruch des Iran-Kriegs am 28. Februar mehr als sieben Prozent verloren. Der breit aufgestellte Index Stoxx Europe 600 hat in diesem Zeitraum nur gut fünf Prozent eingebüßt.

DOW JONES / dpa-AFX

Bildquellen: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

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