Deutsche Bank-Aktie verlustreich: Deutsche Bank verdient trotz Ertragsrückgangs mehr
Die Deutschen Bank hat für das zweite Quartal ein durchwachsenes Zahlenwerk abgeliefert.
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Es zeigte zum einen, dass das Frankfurter Institut, das in den vergangenen beiden Jahren Milliardenverluste eingefahren hatte, bei der Restrukturierung und den Kostensenkungen vorankommt. Der Gewinn legte im Vorjahresvergleich deutlich zu. Auf der anderen Seite sind die Erträge nach wie vor unter Druck, auch weil sich die Kunden an den Finanzmärkten zurückhalten. Am Aktienmarkt überwiegt die Skepsis: Die Deutsche Bank-Aktie büßt im Xetra-Handel zeitweise mehr als 3,3 Prozent ein und schloss mit einem Minus von 6,48 Prozent bei 15,53 Euro.
"Nicht so schön ist der Trend bei den Erträgen, der auf den Verlust von Marktanteilen hindeutet", sagte ein Analyst. Händler hingegen hatten in einer ersten Reaktion positiv die gute Kapitalausstattung und eine geringere Risikovorsorge hervorgehoben.
Vor Steuern verdiente die Bank im Zeitraum von April bis Juni 822 Millionen Euro nach 408 Millionen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten für die jüngste Berichtsperiode mit etwas mehr gerechnet. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter betrug 447 Millionen Euro. Hier hatten die Beobachter der Bank auf der anderen Seite deutlich weniger zugetraut.
Cryan ist nicht zufrieden
"Trotz der deutlichen Verbesserung bleibt dieser Gewinn hinter unserem langfristigen Anspruch zurück", kommentierte Vorstandschef John Cryan die Zahlen. "Bei den Erträgen sind wir noch nicht überall dort, wo wir sein wollen".
Die Erträge sanken um 10 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Die Analysten hatten im Konsens auf 7,2 Milliarden gehofft. Die Sondereffekte, wie die einmaligen Erträge aus dem Visa-Europe-Verkauf im vergangenen Jahr und die Belastungen aus einer Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten, reichten nicht aus, um den Rückgang zu erklären.
Dieser fiel besonders deutlich im größten der neu zugeschnittenen Segmente, der Unternehmens- und Investmentbank, aus. Die Einnahmen sackten um 16 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro ab. Das war vor allem dem schwächeren Handelsgeschäft geschuldet. Im Handel mit festverzinslichen Produkten sanken die Erträge um 12 Prozent, im Aktienhandel ging es um 28 Prozent abwärts. Der Gewinn in diesem Bereich legte dank einer geringeren Risikovorsorge und niedrigeren Kosten gleichwohl deutlich zu. Spartenchef Marcus Schenck hatte bereits im Vorfeld die Erwartungen gedämpft. Die niedrige Volatilität an den Finanzmärkten hatte auch die US-Banken belastet. Im Juli waren die Märkte weiterhin ruhig.
In der Privat- und Firmenkundenbank, die auch die Postbank umfasst, musste das Institut einen Ertragsrückgang um 7 Prozent hinnehmen. Im Vorjahr hatte es hier einen positiven Sondereffekt aus dem Verkauf der Anteile an Visa Europe gegeben. Außerdem wurden Geschäftsbereiche verkauft.
Auch in der Vermögensverwaltung, die bis Frühjahr 2019 an die Börse gebracht werden soll, sanken die Erträge, was aber vor allem am Verkauf von Abbey Life im vergangenen Jahr lag. Ohne diesen Effekt hätte sich ein Wachstum ergeben. Die Deutsche Bank berichtete erstmals in der neuen Segmentstruktur.
Risikovorsorge ungewöhnlich niedrig
Dass die Deutsche Bank im zweiten Quartal weniger Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen musste, war ein Grund für den höheren Konzerngewinn. Die Risikovorsorge sank dank des besseren Umfelds um 70 Prozent auf 79 Millionen Euro. Die Bank geht aber davon aus, dass die Risikovorsorge in der zweiten Jahreshälfte wieder steigt.
Bei den Kostensenkungen, einem zentralen Element der laufenden Restrukturierung, kam die Deutsche Bank gut voran. Die Zinsunabhängigen Aufwendungen waren um 15 Prozent rückläufig. Das war der zum Jahresende geschlossenen "Bad Bank" zu verdanken, dem Verkauf von Geschäftsteilen, den Filialschließungen und dem Personalabbau. Die Bank beschäftigt heute 4.656 Vollzeitkräfte weniger als noch vor einem Jahr. Auch die Rechtskosten fielen niedriger aus als im Vorjahreszeitraum.
Die Kapitalausstattung ist weiter solide. Die harte Kernkapitalquote lag unter Vollumsetzung des Bankenregelwerks Basel 3 und unter Berücksichtung der Kapitalerhöhung bei guten 14,1 Prozent.
Die Deutsche Bank hatte 2015 und 2016 jeweils Milliardenverluste eingefahren. Nach der Beilegung diverser Rechtsstreitigkeiten, einer 8 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung und einem umfassenden Strategieschwenk hat sich die Lage mittlerweile gebessert. Cryan hat auch 2017 als Übergangsjahr ausgerufen, wenn auch "unter deutlich besseren Vorzeichen".
Lob für Kosten und Kapital
Analysten lobten allerdings die geringeren Rückstellungen für faule Kredite, die gesunkenen Kosten und die komfortable Kernkapitalquote von 14,1 Prozent, die als Gradmesser für die Krisenfestigkeit einer Bank gilt. "Wir bleiben bei unserer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 19 Euro, denn die Aktien sind attraktiv bewertet", schrieb Equinet-Analyst Häßler. Sowohl die Probleme um die Kapitalausstattung der Bank, als auch um die Rechtsstreitigkeiten schienen gelöst. Im Zuge der Angst vor Milliardenstrafen wegen der Streitigkeiten waren die Papiere vergangenen Herbst sogar unter die Marke von 10 Euro gerutscht.
Skandale, die bis zu den Anfängen der Finanzkrise 2007 zurückreichten, hatten der Deutschen Bank zwei Jahre in Folge Milliardenverluste eingebrockt. Im zweiten Quartal 2017 konnte die Bank nun den Gewinn nach Steuern auf beinahe eine halbe Milliarde Euro deutlich ausbauen. Das war mehr als die meisten Analysten erwartet hatten.
Vor diesem Hintergrund konnte die Aktie des Geldhauses anfängliche Kursverluste von annähernd 5 Prozent eindämmen. "Insgesamt sollten die positiven Nachrichten zu Kosten und Kapital die schwächen Erträge aufwiegen", erklärte Analyst Neil Smith vom Bankhaus Lampe./das/mis/stb
FRANKFURT Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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