Börsenkonglomerat im Blick

Berkshire Hathaway-Aktie mit acht Verlusttagen in Folge: Was hinter der Negativ-Serie steckt

30.03.26 22:03 Uhr

Acht Tage im Minus: Was ist bei der NYSE-Aktie Berkshire Hathaway plötzlich los? | finanzen.net

Acht Verlusttage in Folge setzen die Aktie von Berkshire Hathaway unter Druck. Eine Korrektur oder der Beginn einer längeren Schwächephase?

Werte in diesem Artikel

• Ungewöhnlich lange Verlustserie belastet Kurs von Berkshire Hathaway
• Fundamentaldaten bleiben solide
• Markt sucht nach Ursachen zwischen Rotation und Bewertung

Der Investment-Riese Berkshire Hathaway, das ehemalige Flaggschiff von Börsenlegende Warren Buffett, durchläuft derzeit eine ungewöhnliche Durststrecke an den Märkten. Am Freitag sackte der Anteilschein an der NYSE um 1,43 Prozent auf 468,49 US-Dollar ab und verzeichnete damit den achten Handelstag in Folge Verluste. Zuletzt hatte die Berkshire-Aktie vor rund sieben Jahren eine derart lange Verlustserie zu verzeichnen. Am Montag zeigte sich die Aktie im NYSE-Handel 1,35 Prozent höher bei 474,80 US-Dollar.

Historische Pechsträhne im März

Für eine Aktie, die gemeinhin als Inbegriff von Stabilität und defensiver Stärke gilt, ist eine solche Abwärtsspirale eine Seltenheit. Letztmals gab es eine vergleichbar lange Phase kontinuierlicher Kursverluste im Dezember 2018. Der aktuelle Rücksetzer betrifft sowohl die hochpreisigen A-Aktien als auch die liquideren B-Aktien des Konglomerats.

Obwohl Berkshire Hathaway das Jahr 2025 mit einem starken operativen Gewinn von 37,4 Milliarden US-Dollar und einem Rekord-Barmittelbestand von über 182 Milliarden US-Dollar abschloss, scheinen die Anleger derzeit eine abwartende Haltung einzunehmen.

Das steckt hinter dem Kursrückgang

Marktbeobachter führen die Schwächephase auf eine Kombination aus Gewinnmitnahmen nach vorangegangenen Rekordhochs und einer allgemeinen Sektor-Rotation zurück. Ob auch der Rückzug von Börsenlegende Warren Buffett von der Spitze des Unternehmens einen Grund für die Abschläge darstellt, bleibt Spekulation.

Als Belastungsfaktor agiert aber die Bewertung des riesigen Aktienportfolios. Berkshire hatte zuletzt seine Position beim Tech-Riesen Apple weiter reduziert, während Investitionen in Energiekonzerne wie Chevron ausgebaut wurden. Da der Technologiesektor im ersten Quartal 2026 eine hohe Volatilität aufwies, blieb auch Berkshire von diesen Schwankungen nicht verschont.

Defensive Qualitäten bleiben im Fokus

Trotz der aktuellen Pechsträhne sehen viele Analysten in dem Rücksetzer eher eine technische Korrektur als eine fundamentale Krise. Berkshire Hathaway gilt aufgrund seiner enormen Cash-Reserven und der Diversifikation über Branchen wie Versicherungen, Eisenbahnen und Energie nach wie vor als "Safe Haven".

Analysten sehen Berkshire trotz der jüngsten Verlustserie mit fundamentaler Stärke: Das KGV liegt bei komfortablen 15, weit unter vielen Peers. Die Übergabe von Warren Buffett an Greg Abel bleibt ein beobachteter Faktor, ebenso geopolitische Unsicherheiten wie der Nahost-Konflikt, die indirekt auf das Konglomerat wirken. Auf TipRanks wurde für die Berkshire-Titel ein durchschnittliches Kursziel von 578 US-Dollar vergeben: Damit hätte der Anteilsschein noch kräftig Luft nach oben und aus Analystensicht ist die jüngste Kursschwäche nur ein Zwischentief.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

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