Aktien von Alphabet und Marvell im Fokus: Offenbar Verhandlungen um neue KI-Chips

Die Alphabet-Tochter Google verhandelt offenbar mit Marvell Technology über die gemeinsame Entwicklung neuer KI-Prozessoren.
Werte in diesem Artikel
• Gespräche über Entwicklung von zwei neuen Chips
• Speicherverarbeitungseinheit und KI-TPU
• TPUs als Alternative zu GPUs
Wie "The Information" am Sonntag unter Berufung auf Insider berichtete, sprechen die Alphabet-Tochter Google und Marvell Technology über die Entwicklung von zwei spezialisierten KI-Beschleunigern. Einer davon soll laut "Reuters" als sogenannte Memory Processing Unit konzipiert sein und künftig eng mit Googles Tensor Processing Units (TPU) zusammenarbeiten, während es sich bei dem weiteren Chip um eine TPU handeln soll, die speziell auf das effiziente Ausführen von KI-Modellen ausgelegt ist. Ziel ist es offenbar, die Leistungsfähigkeit der bestehenden TPU-Plattform auszubauen und gleichzeitig Kosten- und Effizienzvorteile gegenüber klassischen GPU-Architekturen zu realisieren.
Das Design der Speicherverarbeitungseinheit soll angeblich bereits 2027 fertiggestellt werden und dann in die Testproduktion gehen.
Das steckt hinter Googles Chipoffensive
Google gehört zu den wenigen Technologiekonzernen, die seit mehr als einem Jahrzehnt eigene KI-Beschleuniger entwickeln. Mit den Tensor Processing Units hat der Konzern früh versucht, sich unabhängiger von Standardlösungen externer Hersteller zu machen. Doch der rasante Aufstieg von NVIDIA im KI-Zeitalter hat gezeigt, wie stark selbst Hyperscaler von spezialisierten GPU-Architekturen abhängig bleiben können.
Die mögliche Kooperation mit Marvell deutet daher auf eine doppelte Strategie hin. Einerseits will Google seine TPU-Plattform technologisch weiterentwickeln. Andererseits verfolgt das Unternehmen das Ziel, seine Chips stärker als eigenständige Cloud-Produkte zu positionieren. Tatsächlich sind TPU-basierte Angebote inzwischen laut "Reuters" ein wichtiger Wachstumstreiber der Google-Cloud-Sparte geworden, die Investoren zunehmend als zentrale Säule der KI-Strategie bewerten.
Parallel dazu versucht der Konzern, den Absatz seiner eigenen KI-Hardware über Partnerschaften mit anderen Cloud-Anbietern und Großkunden auszuweiten. So wurde in der Vergangenheit etwa bereits berichtet, dass Meta über einen milliardenschweren Zugang zu Googles KI-Chips verhandelt oder entsprechende Infrastruktur bereits nutzt.
Marvell rückt in die erste Reihe der KI-Infrastruktur auf
Für Marvell wäre eine Zusammenarbeit mit Google mehr als ein prestigeträchtiger Auftrag. Der Halbleiterhersteller positioniert sich seit einigen Jahren gezielt als Anbieter maßgeschneiderter ASIC-Lösungen für Hyperscaler - also genau jener Spezialchips, die klassische GPU-Cluster ergänzen oder teilweise ersetzen sollen.
Die Nachfrage nach solchen kundenspezifischen Beschleunigern wächst rasant. Analysten erwarten inzwischen, dass ein Großteil der künftigen Rechenzentrumsarchitekturen aus einer Kombination standardisierter GPUs und speziell entwickelter Zusatzchips bestehen wird. Marvell hat sich in diesem Segment bereits wichtige Partnerschaften mit Cloud-Anbietern gesichert und plant, seine ASIC-Umsätze bis Ende des Jahrzehnts massiv auszubauen.
Die Alphabet-Aktie schloss im NASDAQ-Handel 1,18 Prozent tiefer bei 335,40 US-Dollar. Die Papiere von Marvell legten derweil um 5,83 Prozent zu auf 147,84 US-Dollar.
Carolin Ludwig, Evelyn Schmal, Martina Köhler, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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