Euro am Sonntag-Einschätzung

Rohöl: Schwieriger Schmierstoff

18.01.17 17:30 Uhr

Rohöl: Schwieriger Schmierstoff | finanzen.net

Nach einem gelungenen Jahresauftakt setzt die Sorge vor einem weiteren Überangebot am Markt die Ölpreise wieder unter Druck.

Werte in diesem Artikel
Rohstoffe

74,13 USD 0,75 USD 1,02%

69,74 USD 0,70 USD 1,01%

von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Eigentlich hatte das Jahr für Ölproduzenten gut begonnen. Nach dem Beschluss der OPEC vom Ende des vergangenen Jahres, künftig weniger Öl zu fördern, sind die Notierungen für die Sorten WTI und Brent Anfang Januar auf ein 18-Monats-Hoch geschossen. Doch an den Märkten mehren sich inzwischen Zweifel, dass es durch die Einigung tatsächlich zu einem raschen Ende der weltweiten Ölschwemme kommen wird.

Schleppende Drosselung

Vor allem Meldungen aus den USA sorgen für Unruhe. Dank der Schieferölvorkommen kann das Land flexibel auf Preisveränderungen reagieren und bei steigenden Notierungen die Produktion hochfahren. Zudem steigt die Zahl der Bohrungen in den USA und befindet sich auf dem höchsten Niveau seit einem Jahr. Hinzu kommt, dass Libyen und Nigeria, die von der Verpflichtung zur Reduzierung der Fördermenge ausgenommen sind, ihre Produktion angesichts der gestiegenen Preise hochfahren wollen.
Wer­bung
Öl, Gold, alle Rohstoffe mit Hebel (bis 20) via CFD handeln (schon ab 100 €)

Partizipieren Sie an Kursschwankungen bei Öl, Gold und anderen Rohstoffen mit Hebel und kleinen Spreads! Mit nur 100 Euro können Sie durch einen Hebel mit der Wirkung von 2.000 Euro Kapital handeln.

Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.


Und Russland, das sich als Nicht-OPEC-Mitglied verpflichtete, die Förderung zu drosseln, kündigte an, dass es einige Zeit dauern werde, bis die vereinbarten Quoten erzielt werden können. Die Märkte reagieren entsprechend nervös. Der Preis für die europäische Rohölsorte Brent fiel Anfang vergangener Woche um mehr als drei Dollar auf zwischenzeitlich 53,58 Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI kostete zeitweise nur noch 50,72 Dollar. Zum Ende der Woche erholten sich die Notierungen jedoch.

Preisverfall unwahrscheinlich

Noch kann von einer echten Trendwende also keine Rede sein. Mittel- bis langfristig gehen Branchenkenner aber davon aus, dass die Nachfrage über dem Angebot liegen wird, weil die Länder die Förderquoten weitestgehend einhalten werden. Der Branchenberater Wood MacKenzie erwartet, dass der Ölpreis 2017 im Schnitt bei etwa 57 Dollar pro Fass verharren wird und bis 2020 auf etwa 85 Dollar steigt. Anleger, die von einem weiteren Preisauftrieb profitieren wollen, können auf ein endlos laufendes Zertifikat von ETF Securities setzen, das die Brent-Preisentwicklung abbildet (ISIN: DE 000 A1N 49P 6).

Bildquellen: Jim Barber / Shutterstock.com, Georgi Roshkov / Shutterstock.com

Nachrichten zu Ölpreis