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SpaceX-IPO befeuert den Weltraumsektor: So investieren Europäer jetzt

27.05.26 07:12 Uhr

SpaceX-IPO befeuert den Weltraumsektor: So investieren Europäer jetzt | finanzen.net

Der größte Börsengang der Geschichte nimmt Gestalt an. SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, hat kürzlich seinen Börsenprospekt bei der amerikanischen Wertpapieraufsicht SEC eingereicht und peilt für Mitte Juni den Handelsbeginn an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX an.

Bei einer angestrebten Bewertung von bis zu 2 Bio. Dollar würde der IPO jeden bisherigen Rekord in den Schatten stellen. Zum Vergleich: Der Börsengang der saudischen Aramco brachte 2019 rund 26 Md. Dollar ein. SpaceX dürfte ein Vielfaches davon einsammeln.

Das Unternehmen ist heute weit mehr als ein Raketenbauer. Mit dem Satelliteninternet-Geschäft Starlink, dem im Februar integrierten KI-Unternehmen xAI und ehrgeizigen Plänen für orbitale Rechenzentren hat sich SpaceX zu einem Konglomerat entwickelt, das Investoren mehrere Zukunftsthemen gleichzeitig anbietet.

Für Anleger in Europa ist die direkte Teilnahme am IPO schwierig. US-amerikanische Space-ETFs wie der Tema Space Innovators, der unter dem Ticker NASA firmiert und bereits eine rund 5-prozentige Position in vorbörslichen SpaceX-Aktien hält, entsprechen nicht der europäischen UCITS-Regulierung und sind für Privatanleger in der Regel nicht handelbar. Auch die Zeichnung von SpaceX-Aktien beim IPO selbst dürfte für die meisten Retailkunden kaum zugänglich sein.

Das muss aber kein Nachteil sein. Der eigentlich interessante Aspekt des SpaceX-Debüts liegt woanders: Der Börsengang katapultiert den gesamten Weltraumsektor in das Bewusstsein institutioneller und privater Anleger. Das schlägt sich auch in der bisherigen Performance nieder. So sind Space-Aktien im laufenden Jahr im Schnitt um rund 80 Prozent gestiegen, womit sie sogar den Philadelphia Semiconductor Index übertreffen. Wer das Thema breiter fasst und auf europäisch zugelassene ETFs setzt, findet je nach Risikobereitschaft und Anlagefokus drei überzeugende Möglichkeiten.

Unter den verfügbaren UCITS-Produkten bietet der VanEck Space Innovators UCITS ETF (ISIN IE000YU9K6K2 / WKN A3DP9J) den direktesten Zugang zur kommerziellen Raumfahrt. Der Fonds bündelt auf 25 Positionen jene Unternehmen, deren Geschäftsmodell unmittelbar von der Expansion der Weltraumwirtschaft abhängt. Die größten Gewichtungen entfallen auf AST Spacemobile (7,6 Prozent), EchoStar Corp (7,4 Prozent) sowie Planet Labs und Rocket Lab mit je 7,3 Prozent. Die geografische Zusammensetzung überrascht: US-Werte machen nur knapp 40 Prozent aus, der Rest verteilt sich auf Japan, Taiwan, Südkorea und weitere Märkte, was eine breitere Diversifikation schafft als der Themenfokus vermuten lässt. Das Fondsvolumen beträgt 1.946 Mio. Euro, die TER 0,55 Prozent pro Jahr. Das Risikomaß fällt entsprechend der Portfoliostruktur hoch aus: Die Jahresvolatilität liegt bei rund 40 Prozent, der maximale Rückgang seit Auflage bei gut 27 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Plus von über 200 Prozent.

Raumfahrt und Verteidigung unter einem Dach vereint der ARK Space & Defence Innovation UCITS ETF (ISIN IE000AON7ET1 / WKN A419N7). Der aktiv gemanagte Fonds trifft seine Titelauswahl auf Basis eigener Einschätzungen und ist damit flexibler als ein regelbasierter Index. Die 28 Portfoliopositionen konzentrieren sich auf Unternehmen, die vom Strukturwandel beider Sektoren profitieren: an der Spitze L3Harris Technologies mit 9,7 Prozent, dahinter Teradyne (8 Prozent) und Kratos Defense & Security Solutions (6,6 Prozent). Rund 26 Prozent des Portfolios entfallen auf Technologiewerte, was den Fonds breiter aufstellt als reine Verteidigungsprodukte und auch Sondersituationen wie die Verknüpfung von Satelliteninfrastruktur mit KI-Hardware einschließt. Mit 28 Mio. Euro Fondsvolumen ist der ETF klein, und die TER von 0,75 Prozent ist die höchste im Vergleich. Seit der Auflegung im Oktober 2025 legte der Fonds in sechs Monaten rund 32 Prozent zu.

Einen anderen Ansatz verfolgt der First Trust Indxx Global Aerospace & Defence UCITS ETF (ISIN IE000NVDQXE1 / WKN A40EUC), der auf die etablierten Industriekonzerne der Luft- und Raumfahrt setzt. Der Fonds hält 49 Positionen mit den prägenden Namen des Sektors: Lockheed Martin (5,4 Prozent), Northrop Grumman (5,3 Prozent), Howmet Aerospace (5,1 Prozent), BAE Systems (5,1 Prozent) und L3Harris Technologies (4,9 Prozent). Im Vergleich zu ähnlichen Produkten fällt die gleichmäßigere Streuung auf: Kein Einzeltitel dominiert das Portfolio, und der europäische Anteil ist mit Großbritannien (9,4 Prozent), Frankreich (7,3 Prozent) und Deutschland (3,6 Prozent) nennenswert. Bei einem Fondsvolumen von 117 Mio. Euro beträgt die TER: 0,65 Prozent.

Fazit: Das SpaceX-IPO markiert einen Wendepunkt für den Weltraumsektor als eigenständige Anlageklasse, ist aber kein Grund für übereilte Entscheidungen. Die drei vorgestellten ETFs bieten ein breites Spektrum: vom reinen Raumfahrt-Play über den aktiv verwalteten Hybrid bis zum klassischen Luft- und Raumfahrtfonds. Das Renditepotenzial, aber auch das Schwankungsrisiko, ist in der Regel umso größer, je enger der Fokus. Anleger sollten die Gewichtung dieser Positionen deshalb sorgfältig an ihr persönliches Risikoprofil anpassen.

Bildquellen: SpaceX

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