US-Dollar unter Druck

Warum sich der Euro vom Dreijahrestief erholt

20.03.20 17:11 Uhr

Warum sich der Euro vom Dreijahrestief erholt | finanzen.net

Der Eurokurs hat sich am Freitag etwas von seinen jüngsten starken Verlusten erholt.

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Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung Euro 1,0734 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0707 (Donnerstag: 1,0801) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9340 (0,9258) Euro.

Im asiatischen Handel hatte der Euro mit 1,0653 Dollar zwischenzeitlich so wenig wie letztmalig vor etwa drei Jahren gekostet. Die tendenzielle Erholung am Freitag, die zeitweise über 1,08 Dollar geführt hatte, erklärten Marktteilnehmer mit der besseren Stimmung an den Börsen. Die Donnerstagnacht verkündeten Notfallmaßnahmen der EZB wirkten auch am Freitag noch positiv nach. Der US-Dollar war vor diesem Hintergrund als Hort der Sicherheit weniger stark gefragt. Er gab zu vielen Währungen nach, so auch zum Euro.

Belastet wird der Dollar zudem durch die Befürchtung einer schweren Rezession in den USA. Am Donnerstag hatten bereits amerikanische Arbeitsmarktdaten erste Risse offenbart. Die Fachleute von der US-Bank Goldman Sachs rechnen mit einem sehr schnellen und starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. Ökonomen kalkulieren in der kommenden Woche mit rund 750 000 wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe - das wäre ein massiver Anstieg. Am Markt wurde auch auf die Ausgangssperre im großen US-Staat Kalifornien verwiesen, die das Ausmaß der Virus-Krise spiegele.

Andere Währungen konnten gegenüber dem Dollar ebenfalls zulegen. Dazu gehörte das britische Pfund, das unlängst auf einen 35-jährigen Tiefstand zum Dollar gefallen war. Daneben stiegen etwa der australische Dollar und der südkoreanische Won. Am Markt wurde auf Dollar-Kreditlinien zwischen der US-Notenbank Fed und den dortigen Zentralbanken verwiesen, die die Dollar-Liquidität erhöhen und die entsprechenden Währungen stützen.

Ferner gehen auch die großen Notenbanken der Welt in der Virus-Krise noch intensiver gegen die derzeitige Dollar-Knappheit vor. Unter Federführung der US-Notenbank werden nun bestehende Leihgeschäfte in US-Dollar häufiger durchgeführt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,91028 (0,92985) britische Pfund, 118,37 (118,63) japanische Yen und 1,0546 (1,0535) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1492 Dollar gehandelt. Das waren rund 21 Dollar mehr als am Vortag.

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FRANKFURT (dpa-AFX)

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