Signal am Anleihemarkt

Kevin O`Leary: "Diese Korrektur ist noch nicht vorbei" und das sind die Gründe

08.11.18 17:13 Uhr

Kevin O`Leary: "Diese Korrektur ist noch nicht vorbei" und das sind die Gründe | finanzen.net

Der aus der TV-Sendung "Shark Tank" bekannte Geschäftsmann und Investor Kevin O'Leary sieht noch kein Ende der gegenwärtigen Korrektur an den internationalen Finanzmärkten. Ein Anzeichen dafür sieht O'Leary derzeitig am Anleihemarkt.

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Der als Mr. Wonderful bekannte Investor und TV-Star Kevin O'Leary glaubt nicht daran, dass die zurückliegende Korrektur an den Märkten nun schon vorbei ist. Um diese waghalsige These zu stützen, untersuchte der Chairman von O'Shares ETFs und Co-Gastgeber von "Shark Tank" die internationalen Anleihemärkte. Hierbei durchleuchtete sein Team nicht nur die Kreditmärkte, sondern auch die Schulden von Unternehmen mit einer besonders hohen Marktkapitalisierung.

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Auch kurzfristige Anleihen bieten Chancen

Viele der Schuldtitel, die gegenwärtig noch in den Bilanzen der Unternehmen auftauchen, werden in den nächsten 24 Monaten fällig. Dementsprechend rentieren diese Anleihen nun wieder eng an ihrem Ausgabepreis. Anleihen, die momentan jedoch noch weit unter ihrem Ausgabekurs liegen, bieten den Investoren neben dem Kupon eine weitere Renditechance, da am Fälligkeitstag die Anleihe wieder zu 100 Prozent bedient wird. So meinte auch O'Leary im CNBC-Interview, dass die Anleihehändler, die das Durationsrisiko eingehen, "die intelligentesten Leute der Welt sind."

Das war noch nicht der große Knall

O'Leary glaubt, dass die institutionellen Anleger aktuell fest davon ausgehen, dass gerade die kurzfristigen Verbindlichkeiten der Unternehmen alle bedient werden können. Sollte dies jedoch nicht mehr der Fall sein, würde das Kapital der Investoren auch aus diesen kurzfristigen Krediten abgezogen werden und die Anleihenmärkte würden einen heftigen Rückschlag erleben. "Wenn Sie wirklich dachten, dass sie es nicht zurückzahlen könnten, würden Sie auf den Kreditmärkten einen Schlag bekommen", so Mr. Wonderful in Bezug auf diese Beobachtung.

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"Bis die Bond-Jungs sich Sorgen machen und die Bond-Lady singt, ist diese Korrektur noch nicht vorbei", so O'Leary weiter. Anhand dieser Bewegungen am Anleihemarkt zieht der "Loan-Shark" also seine Rückschlüsse über die Korrekturphase am US-Aktienmarkt.

Gründe für die Korrektur

Bob Doll, Chef-Aktienstratege bei Nuveen Asset-Management, sieht für die gegenwärtigen Kursrückgänge an den Aktienmärkten verschiedene Gründe. Er geht davon aus, dass die sprunghaften Fundamentaldaten der Unternehmen zu einer enormen Unsicherheit und Volatilität führen. Bis vor kurzem gab es in den USA noch zweistellige Gewinne und gute Kurs-Gewinn-Verhältnisse, die auch durch die niedrige Inflation befeuert wurden, erklärte der Experte weiter.

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Die US-Wirtschaft wächst langsamer

Nun sind die Inflationsrate und die Zinsrate jedoch ein wenig gestiegen und sorgen für allgemeine Verunsicherung an den Märkten. Des Weiteren gestehen sich nun viele Investoren ein, dass die Erträge der Unternehmen nicht für immer im zweistelligen Bereich wachsen können. "Die Wirtschaft ist immer noch gut, aber sie verlangsamt sich, und je langsamer sie wird, je größer das Problem", so der Chef-Anlagestratege.

Volatilität verursacht neue Volatilität

"Es ist ein Rückschritt, und das schafft alle Arten von Volatilität, und Volatilität neigt dazu, neue Volatilität zu erzeugen", fügte Doll hinzu und merkte an, dass gegenwärtig viel Geld auf einer Momentum-Basis verwaltet wird. Institutionelle Investoren, die eine Momentum-Strategie umsetzen, investieren ausschließlich in Aktien, die eine relative Stärke zum Gesamtmarkt aufweisen, also einen anhaltenden positiven Trend aufzeigen.

Kommt nun die Erholungsrally?

Da sich der Dow Jones von seinem Drei-Monats-Tief bei unter 24.500 Punkten nun schon wieder erholt hat, bleibt abzuwarten, ob es zu einer erneuten Abverkaufswelle kommt. Sollte der Index die 200-Tage-Line, welche aktuell bei rund 25.140 Punkten verläuft, nachhaltig überschreiten, ist auch eine Jahresendrally nicht ausgeschlossen.

Pierre Bonnet / finanzen.net

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