Teamviewer: Der Elefant im Raum

17.02.26 12:23 Uhr

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Die Aktie von Teamviewer kennt aktuell nur eine Richtung: abwärts. Neuer Druck kommt von einer Analystenstudie über KI-bedingte Verdrängungsrisiken.

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Der einstige Börsen-Highflyer Teamviewer steht erneut unter starkem Abgabedruck. In einer Studie über KI-bedingte Verdrängungsrisiken sehen die Analysten von Bernstein Research Teamviewer überdurchschnittlich hohem KI-Druck ausgesetzt. Die Einstufung für die Aktie lautet jedoch unverändert „Market-perform“ mit einem Kursziel von 11 Euro. Bei aktuellen Teamviewer-Kursen von unter 5 Euro ist das sportlich.

Neuer Markt lässt grüßen

Hintergrund dieser Studie dürfte sein, dass sich der Blickwinkel auf KI zuletzt enorm verschoben hat. Denn jeder neue Mega-Trend produziert neben Gewinnern auch eine ganze Reihe an Verlierern. Die neue Herangehensweise besteht nun darin, die potenziellen Verlierer zu identifizieren und explizit zu benennen. Das gab es schon einmal: vor über 25 Jahren am Neuen Markt.

Bilanz schwächelt

Bei Teamviewer soll der traditionelle, personalintensive Fernsupport unter Druck stehen. Dies würde zumindest den verhaltenen Umsatzausblick erklären. Das weitaus größere Problem dürfte jedoch in der Bilanz zu finden sein. Der hohe Goodwill auf der Aktivseite sorgt für eine starke Unwucht im Gebälk. Sollte es aufgrund einer operativ schwächeren Entwicklung der Zukäufe gegebenenfalls zu Firmenwertabschreibungen kommen, würde dies nämlich zu Lasten des Eigenkapitals gehen. Und so üppig ist dieses trotz der 2025er-Gewinne nicht. Die Eigenkapitalquote per 31.12.2025 lag unter 10 Prozent.

Fazit

Teamviewer ist vom Börsenliebling zum Prügelknaben mutiert. Das Glas ist jetzt halbleer. Richtig ist, dass das Unternehmen derzeit vor großen Herausforderungen steht. Inwieweit KI nun zum Fluch oder Segen für Teamviewer wird, muss sich aber erst noch zeigen. Bei der Teamviewer-Aktie ging es nach Veröffentlichung der Studie noch ein Stockwerk tiefer. Die Stimmung ist schlecht, Investitionen drängen sich da nicht auf. Komplett abgeschrieben werden sollte das Papier indes nicht.

Demgegenüber könnte sich der Wind für Gesco nun ins Postive drehen. Derzeit lockt die Aktie mit einer ausgesprochen niedrigen Bewertung, in der sich die Konjunkturflaute der letzten Jahre widerspiegelt. Sollte sich die Industriekonjunktur, wie zuletzt verstärkt angedeutet, tatsächlich erholen, dürfte Gesco davon deutlich profitieren – was in der Aktie noch nicht eingepreist ist: zum Artikel

Überzeugendes gibt es auch von dem Softwarespezialisten B+S Banksysteme, der mit seinen Halbjahreszahlen zu gefallen weiß. Bei zweistelligem Wachstum und einer zweistelligen Marge bietet die niedrige Bewertung hier viel Kursfantasie: zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Erstellung am 17.02.26 um 11:12 Uhr. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.438 Prozent oder 14,3 Prozent p.a. (Stand: 14.02.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

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