Jungheinrich-Aktie sackt zweistellig ab: Operativer Gewinn bricht ein - auch KION-Aktie unter Druck

Die Kombination aus einem Streik, starkem Wettbewerb und einer geringen Auslastung der Werke hat den Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich zu Jahresbeginn belastet.
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Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) halbierte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu auf 56,5 Millionen Euro, wie der Konzern am Freitag überraschend in Hamburg mitteilte. Zudem enthalte das operative Ergebnis die bereits bekannten einmaligen Belastungen aus dem im Februar abgeschlossenen Verkauf der russischen Tochtergesellschaft, sowie aufgekommenen Kosten im Zusammenhang mit dem laufenden Sparprogramm. Anleger reagierten verschreckt.
Die im MDAX notierte Vorzugsaktie von Jungheinrich rutschte via XETRA prozentual zweistellig ab auf das tiefste Niveau seit einem Jahr. Allein 2026 hat sie über ein Viertel an Wert eingebüßt. Zeitweise geht es 14,2 Prozent auf 24,42 Euro nach unten. Der Kursrutsch zum Wochenausklang belastete auch den Wettbewerber KION, dessen Aktie 5,38 Prozent auf 43,83 Euro nachgab.
Der Auftragseingang stieg den vorläufigen Zahlen zufolge im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von knapp 1,4 auf gut 1,5 Milliarden Euro, da Kunden angesichts von Preiserhöhungen Bestellungen vorzogen. Der Umsatz ging hingegen leicht zurück von 1,30 auf 1,27 Milliarden Euro. Die operative Marge verschlechterte sich entsprechend von 8,0 auf 4,4 Prozent. Die Jahresziele bestätigte das Management, laut der die Rendite zwischen 7,2 bis 8,0 Prozent liegen soll.
Jungeinrich führte als Gründe für die schwache Profitabilität im ersten Quartal einen erhöhten Preisdruck aufgrund eines intensiven Wettbewerbsumfeldes an, ebenso wie negative Auslastungseffekte und den im Februar beendeten Streik im Werk Lüneburg. Dies habe insgesamt zu einer im Vorjahresvergleich geringeren Bruttomarge geführt.
Jungheinrich und auch der Konkurrent KION spüren Preisdruck, weil vor allem chinesische Hersteller seit geraumer Zeit auf den europäischen Markt drängen und insbesondere das Einstiegssegment aufmischen. Die angebotenen günstigeren Maschinen und Geräte sind nicht zuletzt wegen der konjunkturellen Schwäche in Europa und insbesondere Deutschland bei den Kunden gefragt.
Die Entkonsolidierung der im Februar veräußerten russischen Tochtergesellschaft schlug als Einmaleffekt mit 20 Millionen Euro zu buche. Und auch das seit vergangenen Sommer laufende Sparprogramm belastete den operativen Gewinn mit einer Million Euro.
Die endgültigen Zahlen für das erste Quartal will Jungheinrich am 7. Mai vorlegen.
Jefferies-Analyst Lucas Ferhani rechnet nun damit, dass der Ebit-Marktkonsens für das Gesamtjahr um rund 10 Prozent sinken wird. Es habe zwar keinen expliziten Quartalskonsens gegeben, jüngste Gespräche legten allerdings höhere Markterwartungen nahe. Der deutliche Rückgang der Profitabilität sei auf Preisdruck bei intensivem Wettbewerb zurückzuführen wie auch schwache Auslastung und einen Streik am Standort Lüneburg bis Februar. Den Auftragseingang sah Ferhani allerdings über den Erwartungen, begünstigt durch Vorzieheffekte vor Preisanpassungen.
HAMBURG / FRANKFURT (dpa-AFX)
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