Merck & Co. steht vor Milliarden-Übernahme im Biotech-Sektor - So reagieren die Aktien

Merck & Co. steht vor einer milliardenschweren Übernahme im Biotech-Sektor. Die Details zur strategischen Passung wurden am Mittwoch bekanntgegeben.
Werte in diesem Artikel
• Milliarden-Übernahme von Merck & Co.
• Fokus auf Pipeline nach Keytruda
• Strategische Logik im Blick
Merck & Co. setzt seine Einkaufstour fort und will das Biotechunternehmen Terns Pharmaceuticals übernehmen. Wie der US-Pharmakonzern am Mittwoch in Rahway verkündete, bietet er 53 US-Dollar je Terns-Aktie. Damit werde Terns brutto mit rund 6,7 Milliarden Dollar (rund 5,8 Mrd Euro) bewertet. Der Preis stelle ausgehend vom Dienstag einen Aufschlag von rund 31 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen 60 Tage dar. Der Abschluss der Übernahme ist für das zweite Quartal geplant - unter der Bedingung, dass eine Mehrheit der Terns-Aktionäre ihre Papiere andient.
Über eine mögliche Übernahme hatten zuvor schon die "Financial Times" und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.
Das Biotechunternehmen Terns hat seinen Sitz in Foster City im US-Bundesstaat Kalifornien. Wichtigste Perle im Portfolio ist derzeit ein Blutkrebsmedikament, das unter dem Arbeitstitel TERN-701 derzeit für den Einsatz bei chronischer myeloischer Leukämie erforscht wird. Im vergangenen Jahr hatte Terns bereits mit sehr positiven Studienergebnissen für Aufsehen gesorgt. "Gemeinsam werden wir TERN-701 weiterentwickeln und dabei auf die umfassende Expertise und die erheblichen Ressourcen von Merck zurückgreifen", wird Terns-Chefin Amy Burroughs in der Mitteilung zitiert.
Strategische Antwort auf auslaufende Patente
Merck & Co erwirtschaftet einen Großteil seiner Einnahmen mit dem Krebsmedikament Keytruda, will die Abhängigkeit aber angesichts drohender Konkurrenz durch Nachahmermittel und sinkender Preise verringern. 2025 hatte der US-Konzern mit Verona Pharma und Cidara Therapeutics zwei milliardenschwere Übernahmen im Bereich der Atemwegs- und Lungenkrankheiten sowie der Infektionserkrankungen gestemmt. Für die Terns-Übernahme wird verbucht Merck & Co den Angaben zufolge im zweiten Quartal eine Belastung von rund 5,8 Milliarden Dollar oder rund 2,35 Dollar je Aktie.
Fokus auf zielgerichtete Therapien und kleine Moleküle
Terns Pharmaceuticals mit Sitz in Kalifornien kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 4,4 Milliarden US-Dollar und hat sich in der Fachwelt vor allem durch die Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffen (Small Molecules) einen Namen gemacht. Besonderes Aufsehen erregte das Unternehmen zuletzt mit erfolgreichen Studienergebnissen zu einem Medikament gegen chronische myeloische Leukämie (Blutkrebs). Während viele moderne Krebstherapien auf komplexen Antikörpern basieren, bieten die Ansätze von Terns den Vorteil einer potenziell einfacheren Verabreichung. Laut Berichten von Investing.com ist Merck besonders an den Projekten interessiert, die darauf abzielen, Resistenzen bei bestehenden Therapien zu überwinden - ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in der modernen Onkologie.
Die Zukunft der kombinierten Forschung
Durch die Übernahme entsteht ein neues Kraftzentrum für die Medikamentenentwicklung. Durch die Kombination von Mercks globaler Infrastruktur für klinische Studien und der agilen Innovationskraft von Terns Pharmaceuticals könnte die Entwicklung neuer Krebshilfsmittel massiv beschleunigt werden. Für Patienten weltweit bedeutet dies die Hoffnung auf schnellere Zulassungen von Therapien, die präziser auf individuelle Krankheitsbilder zugeschnitten sind, während Merck seine Position als technologischer Vorreiter im globalen Wettbewerb festigt.
So reagieren die Aktien
Ein Deal dieser Größenordnung, der voraussichtlich als Barübernahme abgewickelt wird, unterstreicht die enorme Liquidität der großen Player im Pharmasektor. An der Börse werden die Neuigkeiten aber ohne größere Kurssprünge zur Kenntnis genommen: Die Merck & Co.-Aktie zeigt sich an der NYSE 2,58 Prozent höher bei 119,37 US-Dollar, bei der Aktie von Terns Pharmaceuticals war ein deutlicheres Plus von 5,72 Prozent auf 52,86 US-Dollar zu sehen.
Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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