ROUNDUP/UN-Chef: Trump-Kürzungen untergraben US-Interessen

28.02.25 17:57 Uhr

NEW YORK (dpa-AFX) - Die radikalen Kürzungen der Entwicklungshilfe durch die US-Regierung von Donald Trump untergraben UN-Generalsekretär António Guterres zufolge die eigenen Interessen des US-Präsidenten. Die Kürzungen würden drastische Konsequenzen für eine Reihe von globalen Programmen haben, sagte Guterres in New York.

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"Gleichzeitig wird das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung gezwungen sein, viele seiner Programme zur Drogenbekämpfung - einschließlich desjenigen zur Bekämpfung der Fentanyl-Krise - einzustellen und Maßnahmen gegen Menschenhandel drastisch zu reduzieren", sagte Guterres. Kampf gegen Drogen - besonders Fentanyl - und irreguläre Migration ist ein zentrales Thema für Präsident Trump.

"Eine Verringerung der humanitären Rolle und des Einflusses Amerikas würde den amerikanischen Interessen in der Welt zuwiderlaufen", so Guterres. Er nannte Trump bei seiner Stellungnahme nicht beim Namen und nahm keinen direkten Bezug auf die politische Agenda des US-Präsidenten.

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Welt "weniger gesund, weniger sicher und weniger wohlhabend"

Die Großzügigkeit des amerikanischen Volkes habe zu Stabilität und Wohlstand beigetragen, "auf den die Amerikaner angewiesen sind", so Guterres weiter. Die Kürzungen der Entwicklungshilfe würden die Welt "weniger gesund, weniger sicher und weniger wohlhabend" machen. Die US-Regierung sieht die Milliardensummen für Hilfs- und Entwicklungsprogramme dagegen als Verschwendung von Steuergeldern und hat einen großen Teil eingestellt.

Der UN-Generalsekretär betonte, das US-Vorgehen treffe auch andere zentrale Hilfsprogramme - von humanitärer Soforthilfe bei Katastrophen bis hin zur Bekämpfung von Terrorismus und Krankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria. In Afghanistan würden über neun Millionen Menschen den Zugang zu Gesundheitsdiensten verlieren, im Nordosten Syriens werde die Lage für 2,5 Millionen Bedürftige prekärer, in der Ukraine sei bargeldbasierte Hilfe eingestellt, und in Südsudan führten fehlende Mittel zur Überfüllung der Grenzregionen.

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Guterres sagte, er hoffe, die Vereinigten Staaten würden ihre Entscheidungen bezüglich der gekürzten Ausgaben überdenken. Die US-Regierung hat Hilfsgelder in Höhe von Dutzenden Milliarden Dollar eingefroren und gestaltet die Entwicklungsbehörde USAID radikal um./scb/DP/nas