ROUNDUP: Heideldruck will im Geschäft mit Drohnenabwehr Fuß fassen - Kurssprung

18.03.26 16:28 Uhr

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HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen orientiert sich weiter in den Verteidigungsbereich. Zusammen mit der US-amerikanisch-israelischen Ondas Autonomous Systems soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden. Dabei gehe es um den Aufbau eines Shops für den wachsenden Markt autonomer Drohnenabwehrsysteme, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Heidelberg mit. Die im SDAX notierte Aktie legte deutlich zu.

Aufsichtsrat und Vorstand hätten dem Vorhaben zugestimmt, die Gründung stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Behörden. Heidelberger Druck will sich mit 49 Prozent an dem Joint Venture beteiligen, der Rest liege beim Partner.

Die Ondas Autonomous Systems ist den Angaben zufolge eine Tochter der Ondas Holding, einem Anbieter autonomer Verteidigungs- und Sicherheitssysteme. Ondas' Produkte sollen über das Gemeinschaftsunternehmen in Deutschland und in der Ukraine vermarktet werden. Später soll der Vertrieb auf Europa ausgedehnt werden. Zudem sollen die Produkte kurz- und mittelfristig weiterentwickelt werden und dann die Montage lokal erfolgen. Auch werde eine Fertigung im industriellen Maßstab auf Basis europäischer Lieferketten angestrebt.

Für Heideldruck ist dies ein weiterer Schritt in den Rüstungsbereich. Um neue Wachstumsfelder zu erschließen, hatte der Konzern bereits im Sommer 2025 eine strategische Partnerschaft mit Vincorion verkündet, die auf die gemeinsame Entwicklung und Fertigung von Systemen im Verteidigungssektor abzielt.

An der Börse hatte diese Ankündigung für eine Rally der Heidelberger-Druck-Aktie gesorgt. Der Kurs der Aktie legte innerhalb weniger Tage um rund drei Viertel auf etwas mehr als 2,80 Euro zu. Doch die Euphorie über den Einstieg in das boomende Rüstungsgeschäft ließ schnell wieder nach.

Der Kurs bröckelte in den Wochen und Monaten danach wieder ab und fiel bis auf 1,30 Euro. Am Mittwoch zog der Kurs nach der Ankündigung des geplanten Gemeinschaftsunternehmens im Drohnenabwehr-Bereich zunächst um bis zu 13 Prozent an. Das Papier konnte das zweistellige Plus aber nicht lange halten; zuletzt verteuerte sich die Aktie um knapp acht Prozent auf 1,43 Euro.

Die Aktie des Maschinenbauers gilt als schwankungsanfällig - so fiel der Kurs von mehr als 3 Euro Anfang 2022 bis auf weniger als einen Euro im Jahr 2024. Mit einem Börsenwert von rund 440 Millionen Euro gehört das Unternehmen im SDax zu denjenigen mit einer vergleichsweise geringen Marktkapitalisierung./tav/zb/jha/

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