OTS: CRIF GmbH / Hamburg mit der höchsten Frauendichte in Führungspositionen ...

06.03.26 07:01 Uhr

Hamburg mit der höchsten Frauendichte in Führungspositionen /

bundesweit ist der Frauenanteil in Führungspositionen so niedrig wie

seit sechs Jahren nicht

Hamburg (ots) - Zum Weltfrauentag 2026 veröffentlicht CRIF eine umfassende

Analyse zu Frauen in Führungspositionen in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen

deutliche regionale und strukturelle Unterschiede. Bundesweit kommen 75

weibliche Führungskräfte auf 10.000 Einwohner, während es bei den Männern 380

sind. Die Spannweite zwischen den Bundesländern ist erheblich: Hamburg weist mit

134 weiblichen Führungskräften je 10.000 Einwohner den höchsten Wert aus,

gefolgt von Berlin mit 123 und Brandenburg mit 105. In Bayern liegt der Wert bei

82, in Hessen bei 85 und in Bremen bei 83. Niedersachsen erreicht 64 weibliche

Führungskräfte pro 10.000 Einwohner, Baden-Württemberg 65, und

Nordrhein-Westfalen 71. Im unteren Bereich finden sich zudem

Mecklenburg-Vorpommern mit 74, Schleswig-Holstein mit 72 sowie Rheinland-Pfalz

mit 57. Die niedrigsten Werte verzeichnen Sachsen-Anhalt und Thüringen mit

jeweils 60 weiblichen Führungskräften je 10.000 Einwohner.

Auch bei den männlichen Führungskräften zeigen sich deutliche regionale

Unterschiede. In Hamburg entfallen 729 männliche Führungskräfte auf 10.000

Einwohner, in Berlin 560 und in Bremen 446. Brandenburg liegt bei 367,

Nordrhein-Westfalen bei 371, Hessen bei 412 und Bayern bei 411. In Niedersachsen

sind es 330 männliche Führungskräfte pro 10.000 Einwohner, in Baden-Württemberg

355, in Sachsen 320 und in Schleswig-Holstein 360. Die niedrigsten Werte zeigen

Thüringen mit 267, Sachsen-Anhalt mit 271 und Rheinland-Pfalz mit 302.

Der Vergleich dieser Zahlen zeigt, dass der Anteil weiblicher Führungskräfte in

allen Bundesländern deutlich niedriger ist als der der männlichen, unabhängig

vom regionalen Wirtschafts- oder Bevölkerungsprofil. "Diese Zahlen belegen, wie

unterschiedlich die Rahmenbedingungen für weibliche Karrierewege in Deutschland

sind", betont Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer der CRIF GmbH. "Während vor

allem die Stadtstaaten mehr Frauen in Führungsrollen haben, bleibt die

strukturelle Lücke bundesweit gewaltig. Frauen sind nach wie vor massiv

unterrepräsentiert - und zwar in allen Regionen."

Frauenquote sinkt auf sechsjährigen Tiefstand - deutliche Ost-West-Unterschiede

Die Analyse bestätigt darüber hinaus den Rückgang des Frauenanteils an

Führungspositionen insgesamt. Mit 23,5 Prozent erreicht der Anteil im Jahr 2026

den niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Besonders ostdeutsche Bundesländer wie

Brandenburg (28,3 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (27,5 Prozent) und Sachsen

(26,9 Prozent) verzeichnen weiterhin die höchsten Frauenquoten und liegen damit

deutlich über dem Bundesdurchschnitt, während in westdeutschen Regionen wie

Hamburg (21,4 Prozent), Baden-Württemberg (21,3 Prozent) und Bremen (19,4

Prozent) die Quoten niedrig bleiben. Bayern (22,1 Prozent) und Niedersachsen

(22,8 Prozent) liegen ebenfalls im unteren Feld. "Diese regionalen Unterschiede

sind historisch gewachsen und hängen eng mit Erwerbsmodellen, Vollzeitquoten und

branchenspezifischen Wirtschaftsstrukturen zusammen, die sich bis heute spürbar

auf die Verteilung von Führungsverantwortung auswirken"; erklärt Dr. Schlein.

Große Unterschiede zwischen Branchen

Noch deutlicher werden die Unterschiede beim Blick auf die Branchen. Das

Gesundheitswesen bleibt mit 39,4 Prozent weiblicher Führungskräfte der Bereich,

in dem Frauen bundesweit am stärksten in Leitungsrollen vertreten sind. Im

Handel und im Verlagswesen liegen die Anteile ebenfalls über dem Durchschnitt,

während technisch-industriell geprägte Sektoren wie Maschinenbau (10,4 Prozent),

Energieversorgung (11,3 Prozent), Schifffahrt (10,9 Prozent) und Logistik klar

zurückfallen.

Unternehmensgröße als struktureller Faktor

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Unternehmensgröße. Kleinunternehmen

mit bis zu zehn Mitarbeitenden erreichen mit 29,9 Prozent den höchsten Anteil

weiblicher Führungskräfte, während die Werte mit wachsender Größe und

Komplexität spürbar sinken. Auch nach Umsatzklassen zeigt sich dasselbe Muster:

Unter 1 Million Euro Jahresumsatz werden im Durchschnitt 27 Prozent weibliche

Führungskräfte erreicht, in höheren Umsatzklassen fällt der Anteil deutlich ab.

Großunternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz kommen lediglich

auf eine Frauenquote in Führungspositionen von 12,3 Prozent.

Frauen in Aufsichtsräten: leichter Anstieg, aber weiterhin Unterrepräsentation

Die CRIF-Analyse zu Aufsichtsräten zeigt leichte Fortschritte: Der Frauenanteil

liegt 2026 bei 20,5 Prozent und steigt damit im Vergleich zum Vorjahr nur

marginal. Regionale Unterschiede bleiben sichtbar - Brandenburg und

Mecklenburg-Vorpommern erreichen erneut überdurchschnittliche Werte, während das

Saarland am unteren Ende steht. Besonders auffällig ist jedoch, dass

Führungspositionen innerhalb der Gremien weiterhin kaum weiblich besetzt sind:

Lediglich jeder zehnte Aufsichtsratsvorsitz wird von einer Frau wahrgenommen.

Für die Analyse hat CRIF circa 1,8 Millionen Führungspositionen in über einer

Millionen Unternehmen ausgewertet (Stand 03. März 2026). Bei den Positionen

handelt es sich um Geschäftsführer, Aufsichtsratsmitglieder und -vorsitzende,

geschäftsführende Gesellschafter sowie um Vorstandsmitglieder und -vorsitzende.

Bei den Positionen der Aufsichtsräte wurden circa 48.000 Führungspositionen

analysiert.

Pressekontakt:

Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR

E-Mail: mailto:o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582

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