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24.02.26 14:30 Uhr

Coface Risk Review: Moment der Wahrheit für die Weltwirtschaft? /

Risikoeinschätzung für sieben Länder angepasst (FOTO)

Mainz (ots) - Die Lage der globalen Wirtschaft ist zu Jahresbeginn von

regionalen Unterschieden geprägt. Der internationale Kreditversicherer Coface

erwartet für 2026 ein globales Wachstum von +2,6%, ein leichter Rückgang

gegenüber +2,8% im Jahr 2025. Diese Prognose steht im Kontext eines weiterhin

anspruchsvollen internationalen Umfelds, das durch anhaltende geopolitische

Spannungen, finanzielle Risiken und zunehmende soziale Unruhen geprägt ist.

Gleichzeitig hat Coface die Risikobewertung für insgesamt sieben Länder

angepasst und unter anderem die Einschätzungen für Polen, Schweden und Chile

verbessert.

"Rückblickend hat das Jahr 2025 eindrucksvoll gezeigt, wie widerstandsfähig die

Globalisierung trotz zahlreicher Schocks bleibt. Zwar prägten politische und

wirtschaftliche Verwerfungen das Jahr, dennoch entwickelte sich die

Weltwirtschaft im Einklang mit der ursprünglichen Prognose von 2,8 Prozent

Wachstum", sagt Coface-Volkswirt Markus Kuger. Entscheidend dafür war, dass die

tatsächlichen wirtschaftlichen Belastungen geringer ausfielen als die

vorausgegangene Unsicherheit, insbesondere im Hinblick auf Zölle und

Handelskonflikte. "Gleichzeitig unterstrich die hohe Anpassungsfähigkeit vieler

Unternehmen, besonders der international ausgerichteten, die nach wie vor starke

Dynamik globaler wirtschaftlicher Verflechtungen."

Das Jahr 2026 beginnt unter erheblichem Druck: Geopolitische Risiken haben sich

durch Ereignisse in Lateinamerika, Iran und Grönland bereits materialisiert.

Finanzielle Risiken verstärken sich angesichts hoher Schuldenniveaus und

angespannten Kapitalmärkten in einem Umfeld, das weiterhin durch hohe Zinsen

geprägt ist. Hinzu kommen makroökonomische Risiken, die aus der unberechenbaren

Wirtschaftspolitik der USA und der Gefahr neuer Handelskonflikte resultieren.

Auch soziale Spannungen nehmen in vielen Ländern, besonders in Europa, zu und

werden durch gesundheitliche und klimatische Risiken zusätzlich verschärft.

Globales Wachstum: langsamer, aber stabil

Trotz dieser Herausforderungen bleibt das globale Wirtschaftswachstum mit

prognostizierten +2,6% insgesamt stabil, wenn auch mit deutlichen regionalen

Unterschieden. In den USA wird für 2026 ein Wachstum von 2,2% erwartet, gestützt

durch robuste Konsumausgaben und trotz des jüngsten Anstiegs der

Unternehmensinsolvenzen. Die Eurozone dürfte ein Wachstum von rund 1%

verzeichnen, getragen insbesondere vom deutschen Aufschwung infolge

umfangreicher Investitionsprogramme, während Frankreich aufgrund seines

weiterhin sehr hohen Haushaltsdefizits nur leicht zulegen wird. Auch in Mittel-

und Osteuropa zeigt sich eine robuste Dynamik, angeführt von Polen mit einem

erwarteten Wachstum von 3,8%. In Asien hingegen kühlt sich das Wachstum Chinas

auf 4,4% ab und dämpft damit den regionalen Schwung, während Indien seine Rolle

als einer der wichtigsten globalen Wachstumstreiber mit einem prognostizierten

Plus von 6,1% bestätigt.

Die Entwicklung der Energiepreise dürfte im Jahresverlauf für zusätzliche

Entlastung sorgen. "Coface erwartet, dass der Ölpreis von durchschnittlich 68

US-Dollar pro Barrel im Jahr 2025 auf etwa 60 US-Dollar sinkt. Diese

Einschätzung basiert auf einer moderaten Nachfrageentwicklung und einer

deutlichen Ausweitung des Angebots", sagt Markus Kuger. "Trotz möglicher

geopolitischer Ausschläge dürften Energiepreise damit insgesamt neutral auf die

Inflation wirken, die in vielen Regionen weiter nachgibt."

Länderrisiken: 6 Aufwertungen, 1 Abwertung

Im Bereich der Länderrisiken hat Coface insgesamt sieben Anpassungen

vorgenommen, darunter sechs Aufwertungen. Das Länderrisiko beschreibt das

allgemeine Umfeld eines Landes, um lokale Kreditrisiken zu bewerten und

einordnen zu können. Chile wurde aufgrund deutlich steigender Investitionen im

Kupfer- und Energiesektor sowie eines stabilen institutionellen Rahmens von A4

auf A3 hochgestuft. Polen verbessert sich ebenfalls von A4 auf A3, getragen

durch ein hohes Investitionstempo infolge umfangreicher EU-Mittel und eine

anhaltend robuste Konsumnachfrage. Schweden wird von A3 auf A2 angehoben, da

eine widerstandsfähige private Nachfrage, ein sich erholender Arbeitsmarkt und

eine expansive Fiskalpolitik das Land stabilisieren. Auch Zypern wurde

angesichts eines Rekordjahres im Tourismus und hoher Investitionsimpulse aus

europäischen Förderprogrammen von A4 auf A3 hochgestuft. Barbados erreichte eine

Verbesserung des Länderrisikos von C auf B, nachdem eine konsequente fiskalische

Konsolidierung und sinkende Staatsverschuldung das Vertrauen in die

wirtschaftliche Entwicklung gestärkt hatten. Ecuador wurde von D auf C

angehoben, nachdem das Land sich nach der schweren Energiekrise 2024

stabilisiert und umfassende Reformen eingeleitet hat, die vom Internationalen

Währungsfonds (IWF) unterstützt werden.

Die einzige Herabstufung im aktuellen Coface Risk Review erfährt der Senegal,

der von B auf C zurückgesetzt wurde. Ausschlaggebend dafür sind erhebliche

fiskalische Fehlentwicklungen und eine inzwischen als untragbar geltende

Schuldenlast, die die laufenden Verhandlungen mit dem IWF deutlich erschweren.

Das ausführliche Risk Review und sämtliche Risikobewertungen auf einen Blick:

http://www.coface.de/

Pressekontakt:

Coface, Niederlassung in Deutschland

Sebastian Knierim - Pressesprecher -

Tel. 06131/323-335

mailto:sebastian.knierim@coface.com

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