Northvolt-Insolvenz: Kieler Landesminister Madsen bittet um Geduld

27.03.25 11:34 Uhr

KIEL (dpa-AFX) - Angesichts der finanziellen Krise beim schwedischen Batteriehersteller Northvolt hat der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister im Kieler Landtag um Geduld gebeten. "Das Insolvenzverfahren ist gerade erst angelaufen", sagte Claus Ruhe Madsen (CDU). Es müsse daher abgewartet werden, wie der Insolvenzverwalter mit dem Standort in Heide umgeht.

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Northvolt will bei Heide Batteriezellen für bis zu einer Million Elektroautos pro Jahr bauen, ringt aber seit längerem mit Finanzproblemen. Im November hatte das Unternehmen in den USA Gläubigerschutz (Chapter 11 des US-Insolvenzrechts) beantragt. Im März meldete das Unternehmen seine Insolvenz in Schweden an.

Denkbar ist nun laut Madsen, dass entweder Northvolt als Konzern bestehen bleibt oder es zu einem Verkauf kommt, entweder ganz oder in Teilen. Gegenüber dem Insolvenzverwalter habe er betont, dass die nötigen Genehmigungen für den Bau einer Fabrik bei Heide vorliegen und das Schleswig-Holstein durch seine erneuerbaren Energien der beste Standort ist, Autobatterien herzustellen "Wir werden weiterhin alles im Rahmen unserer Möglichkeiten tun, dieses Projekt in Heide zu realisieren", sagte er.

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Krise kann teuer werden

Offiziell geht der Betrieb der Baustelle bei Heide zunächst weiter. Zwar ist die deutsche Projektgesellschaft nicht direkt von der Insolvenz betroffen. Was auf der Baustelle passiert, entscheidet künftig aber der Insolvenzverwalter.

Zudem könnte die Krise für Bund und Land teuer werden. Northvolt hat rund 600 Millionen Euro von der staatlichen Förderbank KfW erhalten, für die Bund und Land je zur Hälfte bürgen.

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Die FDP hatte per Antrag das Thema in den Landtag gebracht. Darin wurde die Landesregierung aufgefordert, über die Auswirkungen der Insolvenz von Northvolt auf Schleswig-Holstein und geplante Batteriezellenfabrik zu berichten./xil/DP/men