TUI-Aktie steigt: Wachstum im Segment für Billigreisen geplant

Europas größter Reisekonzern TUI will sein Wachstum künftig durch ein größeres Angebot für günstigere Urlaubspakete sichern.
Werte in diesem Artikel
• TUI will Angebot für Budgetreisen ausbauen
• Marktanteil in dem Segment noch deutlich ausbaufähig
• Profitabilität bleibt trotz Expansion im Billigreisen-Bereich im Fokus
In einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" erklärte TUI-Vorstandschef Sebastian Ebel, dass der Reisekonzern das sogenannte Budgetsegment stärker in den Fokus nehmen wolle. Dabei handelt es sich um Urlaubsangebote unterhalb des Premium-Niveaus, bei dem TUI traditionell stark ist. Bei hochwertigen Reisen sei TUI Marktführer, so der Manager. "Wir wollen aber auch im Preissegment darunter ein attraktiver Anbieter sein und Kunden gewinnen. Hier haben wir erst einen Marktanteil von 10 bis 15 Prozent", erklärte Ebel weiter. Aufgrund des somit möglichen Potenzials sei dieser Bereich daher für das künftige Wachstum des Konzerns besonders interessant.
Die Pläne markieren eine bedeutende Strategieanpassung in der Entwicklung des Touristikkonzerns: So hat TUI in den vergangenen Jahren vor allem auf qualitativ hochwertige Reiseerlebnisse gesetzt und dabei in Hotels, Kreuzfahrten und Erlebnisangebote investiert. In diesen Bereichen konnte das Unternehmen zuletzt dann auch deutlich profitables Wachstum verzeichnen und Rekordergebnisse melden: Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2025 auf über 24 Milliarden Euro, und das operative Ergebnis erreichte ein neues Rekordniveau von 1,46 Milliarden Euro.
Neue Chancen in gesättigten Märkten
Die Motivation für den strategischen Schwenk liegt laut "Handelsblatt" in der zunehmenden Sättigung der klassischen TUI-Kundensegmente, vor allem in etablierten Märkten wie Deutschland und Großbritannien. Dort sind Angebote im Premium- und Mittelsegment stark umkämpft, und das Wachstumspotenzial gilt als begrenzt.
TUI verfügt, neben den Premium-Angeboten, mit den Marken Ltur und First Choice aber auch bereits über zwei Plattformen, die im unteren Preissegment operieren. Diese Marken sollen nach Angaben des Konzernchefs künftig eine größere Rolle spielen: "Deren Erfahrung und Technologie wollen wir nutzen und arbeiten daran, wie wir dieses Kundensegment noch stärker ansprechen können", sagte der TUI-Chef dem "Handelsblatt". Dabei betonte er, dass Profitabilität und Margenerhalt für TUI trotz der Ausrichtung auf günstigere Angebote weiter im Fokus bleiben werden. "Wir achten auch dort auf die Marge und profitables Wachstum", so Ebel gegenüber dem Nachrichtenportal.
Wettbewerbsdruck und neue Angebotsformen
Die Entscheidung für die Strategieanpassung dürfte auch vor dem Hintergrund eines wachsenden Wettbewerbsdrucks durch Online-Plattformen, Billigfluglinien und spezialisierte Billiganbieter getroffen worden sein, die insbesondere preissensible Urlauber ansprechen.
TUI steht nun vor der Herausforderung, in einem sensiblen Preissegment zu wachsen, ohne dabei seine harte Positionierung im Premium- und Erlebnisbereich aufzugeben. Der Fokus auf margenschonende Expansion in das Budgetsegment dürfte für Anleger und Marktbeobachter gleichermaßen von Interesse sein, zumal TUI gleichzeitig weiterhin auf profitables Wachstum als strategische Maxime setzt. Angesichts der jüngsten Rekordergebnisse und der breiteren Marktdynamik könnte dieser Schritt den Tourismusgiganten in eine neue Phase der Wettbewerbsfähigkeit führen - vorausgesetzt, es gelingt, die Balance zwischen Preisattraktivität und wirtschaftlicher Solidität zu halten.
Anleger zeigen sich bislang zuversichtlich: Am Montag geht es für die TUI-Aktie via XETRA zeitweise um 0,88 Prozent nach oben auf 9,40 Euro.
Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: TUI