Zollschock trifft Märkte - Aktien von Rheinmetall und RENK gewinnen trotzdem

Trumps neue Strafzölle erschüttern die internationalen Märkte und schüren Ängste vor einem Handelskrieg mit der EU. Während die Börsen schwächeln, legen Rüstungsaktien deutlich zu - befeuert durch EU-Rufe nach mehr Unabhängigkeit von den USA im Verteidigungssektor.
Werte in diesem Artikel
• Trumps Zollpaket bringt Börsen in Aufruhr
• Rüstungsaktien machen dennoch Gewinne
• EU-Chefdiplomatin fordert mehr Fokus auf die europäische Rüstungsindustrie
Börsen im Bann von Trumps Zollpaket
Die weltweiten Märkte stehen heute im Bann von Trumps Zollpolitik. Am Mittwochabend hat der US-Präsident umfassende Strafzölle angekündigt, die je nach Handelsdefizit einzelner Länder unterschiedlich hoch ausfallen sollen. Besonders stark betroffen ist die Europäische Union, für deren Exporte in die Vereinigten Staaten künftig ein pauschaler Zollsatz von 20 Prozent gelten soll. Beobachter werten dies als bislang radikalsten Eingriff in die internationale Handelspolitik seiner Präsidentschaft - mit potenziell gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft. Ein Handelskonflikt mit der EU scheint nun kaum noch abwendbar.
Trump bezeichnete den Tag der Ankündigung seinerseits als "Tag der Befreiung". In einer scharfen Attacke auf die EU sagte Trump im Rosengarten des Weißen Hauses: "Sie zocken uns ab. Es ist so traurig, das zu sehen. Es ist so erbärmlich."
An den Aktienmärkten weltweit sind die gestrigen Ankündigungen von Trump deutlich zu spüren. So gaben bereits die asiatischen Börsen am Morgen bis zum Handelsschluss klar nach. Und auch in Europa stehen die Märkte deutlich unter Druck.
Rüstungsaktien entgegen des negativen Trends mit Gewinnen
Entgegen des negativen Trends am deutschen Aktienmarkt konnten deutsche Rüstungswerte am Donnerstag jedoch mit Gewinnen brillieren. So stieg die Aktie von Branchenführer Rheinmetall im XETRA-Handel letztlich um 4,32 Prozent auf 1.353,00 Euro an. Die Papiere von RENK und HENSOLDT stiegen derweil um 0,63 Prozent auf 45,33 Euro bzw. 0,24 Prozent auf 62,55 Euro.
EU-Chefdiplomatin fordert bei Rüstungsgütern nicht nur auf die USA zu setzen
Grund für die Kursgewinne könnten jüngste Aussagen einer EU-Chefdiplomatin sein. Wie die deutsche Presseagentur berichtet, ruft Katja Kallas nach Trumps Zollankündigungen dazu auf, bei der Beschaffung von Rüstungsgütern weniger intensiv auf die USA zu setzen. "Natürlich ist die Verteidigungszusammenarbeit, die wir mit den Amerikanern haben, auch sehr wichtig", so die EU-Außenbeauftragte. Der Fokus solle nun jedoch vermehrt auf die europäische Rüstungsindustrie gesetzt werden.
"Wir kaufen im Moment viel von den Amerikanern, aber wir müssen unser Portfolio diversifizieren, damit wir in der Lage sind, die Munition und die Dinge, die wir hier brauchen, hier zu produzieren." Für ein diversifiziertes Portfolio müsse zusätzlich auch von anderen Verbündeten gekauft werden.
Die Aussagen von Kallas kommen damit nur wenige Wochen nachdem sich in Deutschland auf ein Finanzpaket geeinigt wurde, das milliardenschwere Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur beinhaltet.
Exane sieht Luft bei Rheinmetall - RENK und HENSOLDT abgestuft
Ein zollsorgen-bedingter Rückschlag war am Donnerstag bei Rheinmetall nur von kurzer Dauer. Nach dem anfänglichen Rutsch unter den 21-Tage-Durchschnitt gab der anhaltende Optimismus der Investmentbank Exane BNP Paribas den Aktien des Rüstungskonzerns wieder Rückenwind. Nach der Branchenrally stufte Exane derweil RENK und HENSOLDT ab.
Exane-Analyst Sebastian Growe bestätigte Rheinmetall als "Top Pick", nachdem er sein Kursziel mit 1500 Euro auf Rekordniveau nach oben geschraubt hatte. In einem optimistischen Szenario traut er der Aktie sogar einen Kursanstieg um nochmals mehr als 35 Prozent zu. 2025 hat sich der Kurs bislang mehr als verdoppelt. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind die Aktien bereits fast das Fünfzehnfache wert.
Growe stufte RENK derweil auf "Neutral" ab und HENSOLDT sogar auf das negative Votum "Underperform". Es sei nun erforderlich, in der Branche besser zu selektieren. Bei HENSOLDT sieht er das Kursziel bei 58 Euro. RENK verleiht er ein Ziel von 46 Euro.
Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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Name | Hebel | KO | Emittent |
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Bildquellen: RENK Group AG, Postmodern Studio / Shutterstock.com
Nachrichten zu Rheinmetall AG
Analysen zu Rheinmetall AG
Datum | Rating | Analyst | |
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02.04.2025 | Rheinmetall Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
26.03.2025 | Rheinmetall Hold | Warburg Research | |
13.03.2025 | Rheinmetall Buy | Deutsche Bank AG | |
13.03.2025 | Rheinmetall Buy | Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG | |
13.03.2025 | Rheinmetall Overweight | JP Morgan Chase & Co. |
Datum | Rating | Analyst | |
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02.04.2025 | Rheinmetall Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
13.03.2025 | Rheinmetall Buy | Deutsche Bank AG | |
13.03.2025 | Rheinmetall Buy | Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG | |
13.03.2025 | Rheinmetall Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
13.03.2025 | Rheinmetall Buy | Jefferies & Company Inc. |
Datum | Rating | Analyst | |
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26.03.2025 | Rheinmetall Hold | Warburg Research | |
04.03.2025 | Rheinmetall Hold | Warburg Research | |
21.02.2025 | Rheinmetall Neutral | UBS AG | |
17.02.2025 | Rheinmetall Neutral | UBS AG | |
23.01.2025 | Rheinmetall Neutral | UBS AG |
Datum | Rating | Analyst | |
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14.06.2019 | Rheinmetall Reduce | Oddo BHF | |
25.01.2017 | Rheinmetall Sell | Deutsche Bank AG | |
06.11.2015 | Rheinmetall Sell | S&P Capital IQ | |
12.08.2015 | Rheinmetall Sell | S&P Capital IQ | |
01.06.2015 | Rheinmetall verkaufen | Credit Suisse Group |
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