Bridgewater baute im ersten Quartal 2026 sein Portfolio um. Während Software-Werte an Bedeutung verloren, setzte der Hedgefonds verstärkt auf Chip- und KI-Infrastrukturaktien.
Obwohl sich Branchenikone Ray Dalio bereits vor geraumer Zeit aus dem operativen Tagesgeschäft zurückgezogen hat, bleibt seine Handschrift durch eine beratende Funktion spürbar - und der Name Bridgewater untrennbar mit seiner Person verknüpft. Entsprechend gespannt blicken Anleger auf das aktuelle 13F-Reporting von Bridgewater Associates für das erste Quartal 2026.
Dieses offenbart eine unmissverständliche makroökonomische Botschaft: Der Hedgefonds vollzieht eine radikale und aggressive Branchen-Rotation weg von reiner Cloud-Software hin zu physischer Künstlicher-Intelligenz-Infrastruktur. Die Daten zeigen, dass das Management um CEO Nir Bar Dea und die Co-CIOs die theoretischen Ängste der Wall Street - nämlich dass die fortschreitende KI-Evolution klassische SaaS-Modelle (Software-as-a-Service) bedroht oder überflüssig macht - in die Tat umsetzt. Während milliardenschwere Investments in Chip-Größen und Hardware-Ausrüster flossen, hat der Hedgefonds das Vertrauen in traditionelle Technologieriesen verloren.
Besonders deutlich wird dieser fundamentale Kurswechsel beim Blick auf die Streichliste des Quartals. Um Platz für die neuen Hardware-Giganten zu machen, wurden prominente Tech- und Dienstleistungstitel gnadenlos aussortiert. So sind die einstigen Stützen Salesforce, Adobe und Booking.com im Berichtzeitraum komplett aus den zehn größten Positionen geflogen - Salesforce wurde dabei sogar gänzlich liquidiert. Bridgewater positioniert sich somit klar: Das ganz große Geld wird beim KI-Boom vorerst auf der Hardware-Seite verdient, während die Software-Anbieter im Depot an Gewicht verlieren.
Das folgende Ranking zeigt die zehn größten reinen Aktienpositionen im Bridgewater-Depot zum Stichtag am 31. März 2026. Das Management nutzte das erste Jahresviertel für eine radikale Portfolio-Rotation: Während klassische Software- und Tech-Giganten konsequent aussortiert wurden, flossen Milliardensummen in den KI-Hardware- und Chip-Sektor. Große ETF-Positionen wurden in dieser Auswertung wie gewohnt nicht berücksichtigt.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Platz 11: Das Ranking
Großinvestoren mit Vermögenswerten ab 100 Millionen US-Dollar müssen ihre US-Beteiligungen vierteljährlich der Börsenaufsicht SEC melden. Zu diesen Schwergewichten gehört auch Bridgewater Associates: Der von Legende Ray Dalio gegründete Hedgefonds verwaltete im ersten Quartal 2026 ein US-Aktienportfolio im Wert von rund 22,41 Milliarden US-Dollar.
Während sich Dalio heute auf eine beratende Mentorenrolle fokussiert, liegt die Führung des Hauses inzwischen bei CEO Nir Bar Dea sowie den Co-CIOs Greg Jensen, Bob Prince und Karen Karniol-Tambour.
Das folgende Ranking zeigt die zehn größten Einzelaktien-Positionen von Bridgewater Associates zum Stichtag am 31. März 2026, sortiert nach ihrem prozentualen Depotanteil. ETF-Beteiligungen wurden in dieser Auswertung nicht berücksichtigt.
Quelle: sec.gov, Bild: T. Schneider / Shutterstock.com

Platz 10: AMD
Den Auftakt ins Ranking der zehn größten Aktienbeteiligungen von Bridgewater macht im ersten Quartal ein Neuling in den Top Ten: Der Technologiekonzern AMD. Zwar stieß der Hedgefonds im Berichtsquartal 363,760 AMD-Aktien ab, die verbliebenen Anteile hatten aber zum Stichtag einen Wert von 262.987.591 US-Dollar und reichten mit einem Depotanteil von 1,17 Prozent für Platz 10.
Quelle: sec.gov, Bild: JHVEPhoto / Shutterstock.com

Platz 9: Lam Research
Der Verlierer im Ranking der zehn größten Bridgewater-Beteiligungen findet sich direkt auf Platz 9: Lam Research. Nachdem der Hedgefonds im Berichtsquartal 1.470.432 Aktien abgestoßen und die Beteiligung damit auf 1.571.229 Anteile reduziert hat, ging es im Depot um sieben Plätze abwärts. 335.708.788 US-Dollar waren die verbliebenen Lam Research-Anteile Ende März noch wert - ein Depotanteil von 1,50 Prozent.
Quelle: finanzen.net, Bild: Michael Vi / Shutterstock.com

Platz 8: TSMC
Neu eingestiegen ist Bridgewater im ersten Quartal beim weltweit größten Halbleiter-Auftragsfertiger TSMC. 1,077,079 Anteile erwarb der Hedgefonds im Berichtszeitraum, Ende März hatten diese einen Wert von 363,998,848 US-Dollar und schafften es mit einem Depotanteil von 1,62 Prozent damit aus dem Stand auf Platz 8 der größten Bridgewater-Beteiligungen.
Quelle: sec.gov, Bild: ichael Vi / Shutterstock.com

Platz 7: GE Vernova
Auf Platz 7 der größten Beteiligungen im Bridgewater-Depot lag zum Ende des ersten Quartals GE Vernova. 434.897 Anteile hielt der Hedgefonds zum Stichtag - 231,100 weniger als noch im Vorquartal. Mit einem Gesamtwert von 379.621.591 US-Dollar und einem Depotanteil von 1,69 Prozent reichte es dennoch für den Aufstieg um einen Platz nach oben.
Quelle: sec.gov, Bild: T. Schneider / Shutterstock.com

Platz 6: Microsoft
Im Vorquartal noch auf Rang fünf, rutschte die Beteiligung an Microsoft im ersten Quartal auf Rang sechs ab. Bridgewater erwarb allerdings zwischen Januar und März 100.888 Microsoft-Aktien und baute seine Beteiligung somit auf 1.084.979 Anteile aus. Diese kamen auf einen Gesamtwert von rund 401.626.676 US-Dollar, womit 1,79 Prozent des gesamten Depotwerts auf diese Beteiligung entfiel.
Quelle: sec.gov, Bild: Volodymyr Kyrylyuk / Shutterstock.com

Platz 5: Micron
Neu unter den zehn größten Beteiligungen von Bridgewater war im ersten Quartal der Halbleiterhersteller Micron, bei dem ein Aktienkauf von 586.064 Stück die Gesamtzahl der gehaltenen Anteile auf 1.475.704 trieb. 498.551.839 US-Dollar war die Beteiligung zum Quartalsende wert - der Depotanteil lag bei 2,23 Prozent.
Quelle: sec.gov, Bild: undry Photography / Shutterstock.com

Platz 4: Broadcom
Einen kräftigen Sprung nach oben legten im ersten Quartal 2026 die Aktie von Broadcom hin. Nachdem es im Vorquartal in die Top 10 gegangen war, rückte die Beteiligung im jüngsten Jahresviertel auf Platz vier vor. Das war auch der Tatsache zu verdanken, dass Bridgewate 669.640 zusätzliche Aktien erwarb und die Zahl der gehaltenen Anteile damit auf 1.835.380 im Gesamtwert von 568.068.464 stieg. Der Depotanteil lag zum Stichtag bei 2,54 Prozent.
Quelle: sec.gov, Bild: Ken Wolter / Shutterstock.com

Platz 3: Alphabet A
In die Top 3 der größten Aktienbeteiligungen von Bridgewater rückten im ersten Quartal die A-Aktien von Alphabet auf. Der US-Hedgefonds baute seine Beteiligung an der Google-Mutter im Berichtszeitraum um 406.848 Aktien aus, insgesamt besaß Bridgewater zum Stichtag damit 1.997.674 Alphabet A-Aktien im Gesamtwert von 574.451.135 US-Dollar. Diese kamen auf einen Anteil am Gesamtdepot von 2,56 Prozent.
Quelle: finanzen.net, Bild: Fenixx666 / Shutterstock.com

Platz 2: NVIDIA
Erneut zugegriffen hat Bridgewater Associates im Berichtsquartal auch bei Aktien des KI-Riesen NVIDIA. Der Hedgefonds baute seine Position am KI-Giganten im ersten Quartal 2026 um 827.798 Anteile aus, so dass sich zum Stichtag 4.693.003 NVIDIA-Aktien im Gesamtwert von 818.459.723 US-Dollar im Depot befanden. Trotz des Zukaufes verlor der Techriese eine Pole Position im Bridgewater-Depot und rutschte mit einem Depotanteil von 3,65 Prozent auf Platz 2 ab.
Quelle: sec.gov, Bild: michelmond / Shutterstock.com

Platz 1: Amazon
Das Bridgewater-Depot hat eine neue Nummer 1: Nach dem Zukauf von 2.440.457 Aktien im ersten Quartal rückte der US-Handelsgigant Amazon auf die Top-Position vor. 4.388.711 Anteile hielt der Hedgefonds zum Stichtag - im Gesamtwert von 914.036.840 US-Dollar. Mit einem Depotanteil von 4,08 Prozent ist Amazon die mit Abstand größte Aktienbeteiligung von Bridgewater.
Quelle: sec.gov, Bild: Ioan Panaite / Shutterstock.com
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