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Nach gescheiterten Friedensverhandlungen: DAX verkleinert Verluste - Iran signalisiert mögliche Kehrtwende

13.04.26 19:09 Uhr

BÖRSE AKTUELL: Montag an der Börse Frankfurt - Iran signalisiert mögliche Kehrtwende bei Urananreicherung - DAX verringert Minus | finanzen.net

Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran geriet der DAX zu Wochenbeginn zunächst klar unter Druck.

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Der DAX war mit einem deutlichen Abschlag von 1,02 Prozent bei 23.562,19 Punkten in den Montagshandel eingestiegen und blieb auch im Handelsverlauf auf rotem Terrain, was als Folge der gescheiterten Friedensgespräche im Iran-Krieg zu werten war. Am Nachmittag konnte der Leitindex sein Minus etwas verringern und 0,26 Prozent tiefer bei 23.742,44 Zählern aus der Sitzung gehen.

Iranische Regierungsvertreter ziehen offenbar in Betracht, ihr Urananreicherungsprogramm einzustellen. Diese Entwicklung könnte einen Durchbruch in den festgefahrenen Beziehungen zwischen Teheran und Washington bedeuten, da die Vereinigten Staaten die Einstellung der Anreicherungsaktivitäten seit langem als zentrale Voraussetzung für eine Entspannung betrachten.
Eine solche politische Neuausrichtung hätte das Potenzial, die internationalen Energie- und Rohstoffmärkte nachhaltig zu beeinflussen. Experten gehen davon aus, dass eine Deeskalation des Atomstreits mittelfristig zu veränderten Handelsströmen und Preisdynamiken führen könnte.

Erste Gespräche zwischen USA und Iran ohne Ergebnis - Weitere Verhandlungen offen

Die am Samstag abgehaltenen direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, um nach einer dauerhaften Friedenslösung zu suchen, endeten am frühen Sonntagmorgen ohne greifbares Ergebnis. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, war vorerst unklar. Der Iran gab den USA die Schuld für das Scheitern der Gespräche, schloss weitere Verhandlungen mit Washington aber nicht aus. US-Vizepräsident JD Vance sagte, der Iran habe die Bedingungen der USA nicht akzeptiert - man lasse einen Vorschlag zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle.

Nach Ende der Gespräche rief der pakistanische Außenminister Ishaq Dar die beiden Parteien auf, an ihrer Verpflichtung zu einer Waffenruhe festzuhalten. Pakistan werde seine Vermittlerrolle auch weiterhin wahrnehmen.

Marktanalyst Timo Emden von Emden Research hatte schon vor dem Beginn der Gespräch gewarnt, dass viele Anleger bei einem Scheitern der Verhandlungen auf dem falschen Fuß erwischt werden dürften. "Die Märkte sind derzeit nicht auf eine erneute Eskalation eingestellt", mahnte der Experte.

Ölpreise ziehen wieder an - USA wollen Straße von Hormus blockieren

Für diesen Montag hat das US-Militär auf Anordnung von Trump eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Zugleich erläuterte das Militär, dass die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, nicht beeinträchtigt werde. Trump will mit der Hormus-Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Der Iran gab sich unbeeindruckt. Trumps Ankündigung der Seeblockade sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, auf der Plattform X. Dies würde als Militäroperation gewertet, "und wir würden darauf reagieren." Die Revolutionsgarden warnten davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Dies würde als "klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet", hieß es.

"Solange die Straße von Hormus im Zentrum militärischer Risiken steht, dürften hohe Ölpreisnotierungen ein anhaltender Belastungsfaktor für die globalen Finanzmärkte bleiben", hieß es dazu von Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Tatsächlich legt das schwarze Gold in Reaktion auf die erneute Eskalation am Montag kräftig zu.

Wochenausblick: Berichtssaison in den USA geht in eine neue Runde

Ferner richtet sich die Aufmerksamkeit in der neuen Woche auf den Unternehmenssektor in den USA, wo die Berichtssaison anläuft. "Angesichts der noch immer hohen Bewertungen sind positive Überraschungen Pflicht", schrieb Analyst Samuel Will von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Dabei stehen vor allem die Zahlenwerke von Banken und Finanzdienstleistern wie Goldman Sachs, JPMorgan und Citigroup im Fokus. Das könnte zwar für Kursbewegungen bei den deutschen Branchenvertretern Deutsche Bank und Commerzbank sorgen. Nennenswerte Erkenntnisse darüber, wie sich die gestiegenen Ölpreise auf die Unternehmen auswirken, seien damit aber noch nicht zu erwarten, bemerkte Will.

Hierzulande blicken die Anleger zudem auf die Autobauer Mercedes-Benz am Montag und BMW am Dienstag. Bei Mercedes steht eine Analystenveranstaltung an, BMW wird seine Zahlen für das erste Quartal präsentieren.

DAX-Rekord zuletzt im Januar

Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.

Claudia Stephan, Carolin Ludwig, Melanie Schürmann, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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