Linde und Praxair beschließen Fusion unter Gleichen

Der Gaseanbieter Linde drückt bei dem geplanten Zusammenschluss mit dem US-Konzern Praxair aufs Tempo.
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Knapp zwei Wochen nach der Ankündigung, die Fusionsgespräche mit dem US-Wettbewerber wieder aufzunehmen, gaben die beiden Unternehmen nun erste Eckdaten zur geplanten Fusion bekannt. In einem nicht bindenden Eckdatenpapier haben sich die beiden Gasekonzerne über die wesentlichen Konditionen eines Zusammenschlusses geeinigt.
Geplant ist ein Zusammenschluss unter Gleichen mit Hilfe eines Aktientausches unter dem Dach einer neuen Holdinggesellschaft. Eine endgültige Fusionsvereinbarung werde zum nächstmöglichen Zeitpunkt angestrebt, hieß es. Die beiden Unternehmen erwarten, in den kommenden Monaten alle notwendigen Zustimmungen zu erhalten.
Neue Obergesellschaft heißt Linde
Den Angaben zufolge soll die Obergesellschaft der gemeinsamen Gruppe eine börsennotierte, neu gegründete Holdinggesellschaft namens "Linde" werden. Die neue Holdinggesellschaft wird den Linde-Aktionären anbieten, ihre Aktien in Papiere der Holdinggesellschaft zu tauschen. Der Transaktion und dem Umtauschangebot liegt ein Bewertungsverhältnis von 50:50 Prozent von Linde und Praxair zugrunde. Die Linde-Aktionäre sollen 1,540 Aktien der neuen Holdinggesellschaft pro Linde-Aktie erhalten. Die Praxair-Aktionäre sollen eine Aktie an der neuen Holdinggesellschaft pro Praxair-Aktie erhalten."Der strategische Zusammenschluss von Linde und Praxair würde die Stärken beider Unternehmen kombinieren, die globale Präsenz stärken, und dazu ein robusteres Portfolio schaffen, das von langfristigen Wachstumstrends profitieren würde", sagte Steve Angel, Chairman und CEO von Praxair.
Gemeinsames Unternehmen sieht jährliche Synergien von 1 Milliarde US-Dollar
Die beiden Unternehmen erwarten durch die Transaktion jährliche Synergien von etwa einer Milliarde US-Dollar. Der gemeinsame pro-forma-Umsatz liegt bei Zugrundelegung der Jahresabschlüsse von 2015 bei rund 30 Milliarden Dollar, oder umgerechnet 28 Milliarden Euro. Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt mehr als 65 Milliarden Dollar (61 Milliarden Euro).Die neue Holdinggesellschaft soll an der Frankfurter Wertpapierbörse und an der New York Stock Exchange gelistet sein. Der Board des gemeinsamen Unternehmens soll zu gleichen Teilen aus Vertretern von Linde und Praxair bestehen. Wie im ersten Anlauf ist zudem geplant, dass Praxair-Chef Steve Angel Vorstandsvorsitzender des gemeinsamen Konzerns wird, und Wolfgang Reitzle, der Aufsichtsratschef von Linde, als Chairman oberster Aufseher.
Neue Holdinggesellschaft hat Sitz in neutralem Land des EWR Die Holdinggesellschaft soll in einem neutralen Mitgliedsland des Europäischen Wirtschaftsraums angesiedelt sein. Der CEO wird in Danbury/USA sitzen. Zentralfunkionen sollen zwischen Danbury und München aufgeteilt werden.Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt einer zur Zufriedenheit verlaufenden abschließenden Due Diligence, weiteren Verhandlungen und der Zustimmung der relevanten Gremien beider Unternehmen. Es sei daher noch nicht sicher, ob es zum Abschluss rechtsverbindlicher Verträge komme, hieß es. Linde und Praxair sind zuversichtlich, alle erforderlichen Genehmigungen, einschließlich möglicherweise erforderlicher Veräußerungen, nach dem Abschluss einer endgültigen Fusionsvereinbarung zeitnah erreichen zu können.
Linde und Praxair schmieden Branchenchampion
Nach dem Scheitern der Fusionsgespräche im September hatte Praxair bei Linde Ende November überraschend erneut angeklopft und einen modifizierten Fusionsvorschlag vorgelegt. Dabei hatte der US-Konzern Zugeständnisse an den deutschen Partner gemacht.Der erste Versuch war vor allem deshalb gescheitert, weil der US-Konzern kaum Rücksicht auf deutsche Standorte nehmen wollte. Arbeitnehmervertreter fürchteten eine Schwächung der Linde-Zentrale in München und anderer Standorte. Praxair-Chef Steve Angel wollte das Unternehmen vor allem aus den USA führen.
Sollte die Megafusion gelingen, entstünde der weltgrößte Gasekonzern mit einer robusten Bilanzstruktur und einem starken Cashflow. Zudem gewinnt der neue Konzern finanzielle Flexibilität für Investitionen in künftiges Wachstum.
Schwaches Wachstum zwingt Gasebranche zu Konsolidierungsschritten
Zudem ergänzen sich die beiden Unternehmen regional sehr gut. Praxair ist in den USA und in Südamerika stark vertreten, Linde ist stark in Europa und Asien positioniert.Die Branche steht unter Konsolidierungsdruck, denn das Wachstum im Gasegeschäft hat sich inzwischen abgeflacht. Mit dynamischem Wachstum rechnen Experten auch in den kommenden Jahren nicht. Daher setzen die großen Anbieter nun stärker auf Zusammenschlüsse. Ende Mai hatte der französische Gasekonzern Air Liquide den US-Konkurrenten Airgas für mehr als 12 Milliarden Euro übernommen und Linde damit auf den zweiten Platz im weltweiten Ranking verwiesen.
Von Heide Oberhauser-Aslan
FRANKFURT (Dow Jones)
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Bildquellen: Linde, The Linde Group
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