Aktien von adidas und PUMA trotzen enttäuschendem Nike-Ausblick

Die Aktien von adidas und PUMA haben am Mittwoch dem enttäuschenden Ausblick von US-Konkurrent Nike getrotzt.
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Während das Papier von Nike im NYSE-Handel zuletzt um 13,15 Prozent auf 45,88 US-Dollar absackte, erholten sich die Aktien der beiden deutschen Sportartikelhersteller im sehr festen Gesamtmarkt.
Im DAX gewannen adidas allerdings nach zwei Tagen mit Kursverlusten via XETRA letztlich 0,18 Prozent auf 136,90 Euro, während der deutsche Leitindex deutlich stieg. PUMA dagegen sprangen überdurchschnittlich hoch mit plus 5,53 Prozent auf 22,91 Euro. Der Index der mittelgroßen Unternehmen, der MDAX, gewann zugleich ebenfalls.
Analystenlob für adidas und PUMA
Neben dem allgemeinen Optimismus der Anleger, dass der Iran-Krieg bald beendet sein werde, helfe adidas vor allem eine bei Analysten gut aufgenommene Veranstaltung des Sportartikelherstellers vor den Quartalszahlen am 29. April, sagte ein Händler. "Und das zeigt, dass Nike hausgemachte Probleme hat und daher ein Cross-Read zu Branchenmitgliedern wie vor allem adidas, aber auch PUMA, weiterhin nicht funktioniert." Eher höre man sogar, dass die Schwäche von Nike zur Stärke der anderen betrage.
Am Vortag etwa hatte sich Jefferies-Analyst James Grzinic positiv über den Pre-Close-Call von adidas geäußert. Dabei schrieb er, dass die Veranstaltung ein nach wie vor positives Gleichgewicht zwischen der Reife des Terrace-Sneakers-Segments und der starken Nachfrage nach Bekleidung und Laufsport bestätigt habe. Die Modelle des neuen Laufschuhs Hyperboost sind laut Grzinic obendrein dem ersten Anschein nach "vielversprechend".
Positiv schrieb auch Analyst Jürgen Kolb von Kepler Cheuvreux über adidas. Während die Deutschen ihre Jahresziele bekräftigt hätten und dabei in der ersten Jahreshälfte ein stärkeres Umsatzwachstum erwarteten als in der zweiten, brauche Nike insgesamt mehr Zeit.
Der US-Konzern habe zwar mit seinem abgelaufenen Geschäftsquartal die Erwartungen übertroffen, doch zeige die absolute Entwicklung mit Blick auf den Umsatzrückgang und die operative Marge, dass sich die Amerikaner in einem Neupositionierungsprozess befänden. Letztlich sei deutlich geworden, dass die Rückkehr zu Wachstum nicht früher als erwartet erfolgen werde. Das wiederum "bietet adidas weiterhin die Möglichkeit, die eigene Marktposition zu stärken, da das Unternehmen sein Produktangebot erweitert hat und von einem starken Markenimage profitiert." Nike hatte im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen übertroffen, der Ausblick enttäuschte jedoch am Markt.
Auch die Schweizer Großbank UBS hat positive Worte für adidas übrig: die UBS belässt die Einschätzung auf "Buy" mit einem Kursziel von 219 Euro. Vor dem am 29. April anstehenden Quartalsbericht gebe es angesichts der weiter steigenden Ölpreise zwar immer noch Sorgen, schrieb Robert Krankowski in einem am Mittwoch vorliegenden Ausblick. Die Zahlen des Sportwarenherstellers sollten aber einen soliden Jahresstart belegen und die Gemüter etwas beruhigen.
Mit Blick auf die an diesem Tag deutlicher steigende PUMA-Aktie dürften sich laut Aktienexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets außer der allgemein positiven Marktstimmung auch alte Übernahmefantasien hinzugesellen. Ende Januar hatte der chinesische Konzern Anta Sports Products angekündigt, groß einsteigen zu wollen. Wie die Muttergesellschaft von Marken wie Atomic, Fila, Jack Wolfskin, Salomon und Wilson vor rund zwei Monaten mitgeteilt hatte, wollte sie - vorbehaltlich der Zustimmung von Behörden - einen Anteil von etwas mehr als 29 Prozent von der französischen Milliardärsfamilie Pinault erwerben.
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FRANKFURT/ZÜRICH (dpa-AFX)
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