Aktien Europa: Deutliche Verluste - Angst vor Eskalation in der Golf-Region
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PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Iran-Konflikt hat die europäischen Börsen am Dienstag weiter nach unten gezogen. "Der Fokus der Kapitalmärkte liegt aktuell auf dem Risiko einer Eskalation sowie der sicheren Versorgung mit Energie, insbesondere durch die Straße von Hormus", fasste Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategie beim Vermögensverwalter BlackRock, die Sorgen der Marktteilnehmer zusammen.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 3,51 Prozent auf 5.776,57 Punkte und erreichte damit den tiefsten Stand im laufenden Jahr. Außerhalb der Eurozone büßte der britische Leitindex FTSE 100 zuletzt 2,94 Prozent auf 10.463,03 Punkte ein. Der Schweizer SMI verlor 3,01 Prozent auf 13.417,09 Punkte.
Damit dominiert Unsicherheit an den Börsen. "Diejenigen Anleger, die auf kurze Beine geopolitischer Börsen gesetzt haben, werden derzeit eines Besseren belehrt", schrieb Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Investoren sorgten sich wegen Lieferunterbrechungen und einer möglichen Ausweitung des Konflikts.
Die Entwicklung der einzelnen Sektoren spiegelte diese Bedenken wider. Von intakten Lieferketten abhängige Brachen wie Einzelhandel und Industriegüter standen unter Druck, während sich die defensiven Nahrungs- und Pharmatitel besser hielten. Allerdings kam es selbst hier zu merklichen Verlusten, ebenso bei Ölwerten, die trotz der weiter gestiegenen Ölpreise schwächelten.
Zu den schwächsten Sektoren zählten die Versicherer. Hier belasteten neben der Gesamtmarktlage die Kursverluste von Zurich (Zurich Insurance). Der Versicherungskonzern hatte mit einer Kapitalerhöhung Milliarden für die Finanzierung der geplanten Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley eingenommen. In einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren platzierte das Unternehmen knapp 7,1 Millionen neue Namensaktien. Die Aktie verlor 6,8 Prozent.
Mit Kühne+Nagel (Kühne + Nagel International) geriet ein weiterer Schweizer Wert nach anfänglichen Gewinnen mit in den Abwärtsstrudel. Nach der Vorlage der Geschäftszahlen von 2025 am Morgen verlor die Aktie bis zur Mittagszeit 2,3 Prozent. Allerdings könnte der Konzern von der Lage im persischen Golf noch profitieren. "Geschlossene Flughäfen im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten führen dazu, dass kurzfristig alternative Luftfrachtlösungen gefunden werden müssen; in solchen Situationen gewinnen die Dienstleistungen von Kühne+Nagel an Bedeutung und Wert", hieß es in einem Kommentar der ZKB./mf/stw
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