Inditex-Aktie tiefrot: Zara-Mutter Inditex wächst langsamer - Träger Konsum hinterlässt Spuren
In den rund fünf Wochen von Anfang Februar bis 10. März legten die Erlöse in Lokalwährungen um vier Prozent zu, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Dabei hat Inditex den Effekt des Schaltjahres 2024 mit einem Geschäftstag mehr herausgerechnet. Die zuletzt schon schwächelnden Aktien gerieten unter Druck.
Im Geschäftsjahr 2024/25 bis Ende Januar hatten die Spanier auf Basis konstanter Wechselkurse noch ein Erlösplus von 10,5 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro geschafft. Inklusive Wechselkurseffekten ergab sich ein Wachstum von 7,5 Prozent. Damit erreichte das Unternehmen die mittlere Schätzung von Analysten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit einem Anstieg um elf Prozent auf 7,55 Milliarden Euro sogar über der Markterwartung.
Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn stieg um neun Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro. Die Dividende soll sich um neun Prozent auf 1,68 Euro je Aktie erhöhen. Darin enthalten ist eine Bonuszahlung von 55 Cent.
Obwohl sich der weltgrößte börsennotierte Bekleidungshersteller besser schlägt als viele seiner Konkurrenten, bekommt auch er die zunehmende Zurückhaltung der Verbraucher zu spüren. Zara-Konkurrenten wie H&M sowie der Uniqlo-Eigner Fast Retailing hatten zuletzt eher enttäuschende Umsatzzahlen für das Schlussquartal vorgelegt.
Inditex-Aktie mit Kursrutsch am EuroStoxx-Ende
Eine weitere Verlangsamung des vor allem während und kurz nach der Corona-Pandemie rasanten Konzernwachstums hat den Aktionären des Modekonzerns Inditex am Mittwoch die Laune verdorben. Der Aktienkurs sackte in Madrid um 8 Prozent auf 44,75 Euro ab, was den letzten Platz im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bedeutetet.
Damit weiteten sich auch die jüngsten Verluste aus, nachdem die Papiere Mitte Februar knapp unter dem Ende 2024 erreichten Rekordhoch von 56,34 Euro abgedreht waren. Allerdings war die Aktie in den vergangenen beiden Jahren mit einer Kursverdopplung auch stark gelaufen. Aktuell kostet ein Anteilsschein wieder so viel wie im August vergangenen Jahres.
Analystin Georgina Johanan von der Bank JPMorgan schrieb in einer ersten Reaktion von einem enttäuschenden Jahresauftakt des Konkurrenten von H&M. Sie habe mit einem Erlösplus aus eigener Kraft von acht Prozent gerechnet. Viele Investoren dürften einen ähnlich hohen Anstieg auf dem Zettel gehabt haben, trotz vorsichtiger Kommentare von US-Modeunternehmen sowie zuletzt eher schwacher Daten aus Großbritannien und Deutschland.
Experte Adam Cochrane von der Deutschen Bank sprach von einem aktuell schwachen Geschäft bei dem Modeanbieter. Gleichwohl könne ein deutlicherer Kursrückgang Investoren eine Möglichkeit eröffnen, sich die Papiere zu einer vernünftigeren Bewertung noch genauer anzusehen.
Zuvor hatte Inditex mitgeteilt, dass in den rund fünf Wochen von Anfang Februar bis 10. März die Erlöse in Lokalwährungen um vier Prozent zugelegt hatten. Dabei hat Inditex den Effekt des Schaltjahres 2024 mit einem Geschäftstag mehr herausgerechnet. Dass das Wachstum in der letzten Geschäftswoche mit plus sieben Prozent etwas höher gewesen sei, stimme zwar ein wenig zuversichtlich, doch sei auch dieser Wert wohl niedriger als gemeinhin erwartet, so JPMorgan-Expertin Johanan.
Mit dem Kursrutsch vom Mittwoch verringerte sich der Börsenwert von Inditex auf gut 139 Milliarden Euro, was aber immer noch für einen Platz in den Top 10 des EuroStoxx 50 reicht. Damit sank auch das Vermögen des Inditex-Gründers Amancio Ortega, der rund 60 Prozent des Konzerns besitzt, ein Stück weit. Laut dem Finanzdatenanbieter Bloomberg war Ortega per Stand vom Dienstag mit einem Nettovermögen von gut 105 Milliarden US-Dollar die 14.-reichste Person auf der Welt.
Allein an Dividende wird Ortega auf Basis der von Inditex vorgeschlagenen 1,68 Euro je Anteilsschein in diesem Jahr rund 3,1 Milliarden Euro erhalten.
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ARTEIXO (dpa-AFX)
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