Goldpreis: Fed-Statements und US-Konjunkturdaten ante portas
von Jörg Bernhard
Vor der bevorstehenden Einführung von US-Vergeltungszöllen herrscht an den Finanzmärkten eine starke Verunsicherung und bei der Krisenwährung Gold ein anhaltend hohes Interesse. Beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares bewegt sich dessen gehaltene Goldmenge mit 929,36 Tonnen nur knapp unter dem Niveau von Juni 2023. Der für den 2. April von Donald Trump geplante Zolltarif soll zwar gezielter und begrenzter ausfallen als frühere Ankündigungen, dennoch würde diese neue Runde von Zöllen eine spürbare Eskalation für die USA und ihre Handelspartner bedeuten. Unterdessen warten Anleger auf Reden mehrerer Vertreter der US-Notenbank, um Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung für dieses Jahr zu erhalten. Außerdem steht am Nachmittag die Bekanntgabe des Auftragseingangs langlebiger Wirtschaftsgüter (13.30 Uhr) für den Monat Februar zur Bekanntgabe an. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten sollen sich dieser gegenüber dem Vormonat um 3,1 Prozent erhöht haben.
Am Mittwochmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit anziehenden Notierungen. Bis 8.00 Uhr (MEZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (April) um 3,80 auf 3.029,70 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: US-Lagermengen im Abwärtsmodus
Der Ölpreis tendierte nach einem stärker als erwarteten Rückgang der US-Rohölbestände weiter bergauf. Am Dienstagabend veröffentlichte Daten des American Petroleum Institute (API) wiesen für die vergangene Woche einen Rückgang der gelagerten Ölmengen um 4,6 Millionen Barrel aus und fielen damit deutlich höher als der Erwartungswert von minus 2,5 Millionen Barrel aus. Neue Impulse könnte der für den Nachmittag angekündigte "offizielle" Wochenbericht der US-Energiebehörde EIA (16.30 Uhr) liefern. Für Kauflaune sorgte aber auch der von der Trump-Regierung angekündigte Rückzug von Chevron aus Venezuela zum 27. Mai. Dieser soll laut Analystenschätzungen zu einem Angebotsrückgang von 200.000 Barrel pro Tag führen. Ausgebremst wurde der Aufwärtsdrang des fossilen Energieträgers
jedoch durch die Aussicht, dass die USA die Sanktionen gegen Russland teilweise lockern und dadurch den Ölpreis in tiefere Regionen befördern könnten.
Am Mittwochmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit höheren Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MEZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Future um 0,33 auf 69,33 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,29 auf 72,69 Dollar anzog.
Redaktion finanzen.net
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