ProSiebenSat.1-Aktie gefragt: MFE legt Übernahmeangebot vor
Der gesetzliche Mindestpreis liege laut Bafin bei 5,74 Euro, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. 4,47 Euro will MFE-MEDIAFOREUROPE in bar entrichten, dazu kommen 0,4 neue A-Aktien.
Üblicherweise wird bei Übernahmen ein mehr oder weniger deutlicher Aufschlag auf den Aktienkurs eboten. Allerdings ist der Kurs bereits in den vergangenen Monaten, getrieben von Spekulationen über eine Übernahme durch MFE, deutlich gestiegen. Seit Beginn dieses Jahres steht noch ein Plus von über 16 Prozent zu Buche.
Daniel Kerven von der US-Bank JPMorgan hatte bei der Ankündigung der Pläne von MFE gesagt, dass die Offerte nicht auf große Akzeptanz stoßen werde. Die 30-Prozent-Hürde dürften die Italiener aber nehmen. Kerven rechnet mit "schleichender Kontrollübernahme" durch MFE.
Die Italiener hatten Ende März mitgeteilt, dass mit einem bestehenden Aktionär von ProSiebenSat.1 Media SE eine Vereinbarung über eine Annahme für einen Teil seiner Papiere abgeschlossen worden sei. Dadurch sei sichergestellt, dass MFE nach Abschluss des Übernahmeangebots in jedem Fall mehr als 30 Prozent des Grundkapitals von ProSiebenSat.1 halten werde. Bei Überschreiten dieser Schwelle wäre MFE ohnehin verpflichtet gewesen, ein Übernahmeangebot vorzulegen.
Auf XETRA geht es für die ProSiebenSat.1-Aktie zeitweise 0,78 Prozent auf 5,85 Euro nach oben./he/men/mis
COLOGNO MONZESE (dpa-AFX)
Bildquelle: Jan Pitman/Getty Images, Holger Rauner © ProSiebenSat.1 Media AG