Heidelberg Materials-Aktie dennoch im Minus: Nachfrageaufschwung und höherer Gewinn erwartet

Heidelberg Materials hat 2025 trotz rückläufiger Absatzmengen nach eigenen Angaben ein Rekordergebnis erreicht und peilt für 2026 weiter steigende Gewinne an.
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Dank Sparmaßahmen und Preissteigerungen kletterte das sogenannte Ergebnis des laufenden Geschäfts, das dem EBIT gleichkommt, vergleichbar um 5,7 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, nach 3,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Wert liegt dabei in der Mitte der zuletzt noch eingegrenzten Zielspanne von 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro. Im vierten Quartal kletterte das EBIT vergleichbar um 7,8 Prozent auf 921 Millionen Euro, wie der DAX-Konzern mitteilte.
"Wir haben im vergangenen Jahr erneut gezeigt, dass wir unseren Wachstumskurs auch in einem anhaltend herausfordernden Umfeld erfolgreich fortsetzen können", sagte Konzernchef Dominik von Achten.
Der Umsatz blieb im Schlussquartal mit 5,26 Milliarden Euro um 0,7 Prozent unter Vorjahr, legte auf Jahressicht noch um 1 Prozent auf 21,46 Milliarden Euro zu.
Der Markt hatte im Schnitt für 2025 mit 21,62 Milliarden Euro Umsatz und 3,38 Milliarden Euro Ergebnis im laufenden Geschäft gerechnet, wie ein von Vara Research erhobener Analystenkonsens zeigt.
Die Prognose für sieht eine 2026 ein Ergebnis des laufenden Geschäfts zwischen 3,40 und 3,75 Milliarden Euro vor. In den Kernmärkten beginne sich die Baustoffnachfrage zu erholen, hieß es. Analysten rechneten zuletzt mit 3,48 Milliarden Euro gerechnet.
Heidelberg Materials hat im vergangenen Jahr ein Spar- und Effizienzprogramm mit dem Namen Transformation Accelerator gestartet, mit dem die Kosten bis Ende 2026 dauerhaft um 500 Millionen Euro gedrückt werden sollten. Davon sind bis Ende 2025 bereits 380 Millionen Euro realisiert - nach rund 250 Millionen per Ende September.
Heidelberg Materials-Aktie schwach - Prognose im Blick
Für die Anleger von Heidelberg Materials bleibt der Februar ein trüber Börsenmonat. Die Aktien verblieben am Mittwoch nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen in ihrem Abwärtstrend, der seit dem Rekordhoch von Ende Januar läuft. Allerdings konnten sie ihren Abschlag im Tagesverlauf deutlich reduzieren.
Am Mittwoch sackte der Kurs des Zementherstellers via XETRA zeitweise um mehr als vier Prozent ab und konnte sich erst bei 192,10 Euro fangen. Als der DAX sich etwas klarer ins Plus absetzte und eine Analystin von ermutigenden Aussagen im Rahmen einer Telefonkonferenz sprach, konnten die Aktien von Heidelberg Materials etwas aufholen. Zuletzt betrug der Abschlag dann nur noch ein Prozent auf 198,95 Euro.
2026 haben die Titel trotz der im Januar erzielten Bestmarke zehn Prozent verloren. Nach ein paar Erholungstagen, die es Mitte Februar gegeben hatte, steht nun schon wieder der dritte Verlusttag in Folge zu Buche. Eine Rückkehr über die 200-Tage-Linie, die Mitte Februar erstmals seit längerer Zeit unterschritten wurde, erwies sich zuletzt als charttechnischer Fehlausbruch.
Ordentliche Zahlen reichten nicht, um das zuletzt von der Debatte über europäische Klimaschutzmaßnahmen getrübte Stimmungsbild unter den Anlegern zu wandeln. Thorsten Reigber von der DZ Bank schrieb, die Zahlen hätten die Erwartungen erfüllt und der Zielkorridor für das operative Ergebnis (Ebit) im Jahr 2026 erscheine optimistisch, wenngleich der Konsens schon am oberen Ende der Spanne liege.
Tom Zhang von der Barclays Bank zog daraus dann aber auch den Schluss, dass der von Analysten oft als Vergleich herangezogene Mittelwert der Ebit-Spanne unter dem Analystendurchschnitt liege. Julian Radlinger von UBS schrieb, das Unternehmen gehe 2026 von starkem Währungsgegenwind aus. Dies erinnere an den Ausblick im vergangenen Jahr, der sich im Jahresverlauf dann als korrekt erwiesen habe.
Radlinger betonte allerdings auch, dass die Investorenerwartung vor dem Hintergrund der jüngsten Nachrichten zum Emissionshandel in Europa zuletzt schon unter den Analystenkonsens und auf ein konservativeres Niveau gesenkt worden sei. Vor diesem Hintergrund sieht er im Ausblick keine wirkliche Überraschung. Er betonte außerdem, Heidelberg Materials habe auch in den beiden Vorjahren den Ausblick ein bis zwei Prozent unter dem Konsens angesetzt.
Der Baustoffhersteller war in den vergangenen Wochen vom Rekordhoch wegen EU-Plänen zurückgefallen, energieintensive Unternehmen mit einem aufgeweichten Emissionshandel länger zu entlasten. In der Folge hatten die Zementpreise gelitten und die Heidelberger noch dazu, weil sie als Vorreiter derzeit viel in eine emissionsarme Produktion investieren. Anleger hatten sich ehemals Kostenvorteile erhofft, sobald die Ausgabe kostenloser Zertifikate gestoppt wird.
Analysten bezogen in ihren ersten Kommentaren auch vereinzelt Stellung zum Emissionsthema. Glynis Johnson von Jefferies schrieb, in den Erklärungen zum Ausblick blieben die Zementpreiserwartungen unerwähnt, was aber auch nicht ungewöhnlich sei. Hierzu gab es allerdings ermutigende Aussagen im Rahmen einer Telefonkonferenz, die JPM-Analystin Elodie Rall am Nachmittag in einem Kommentar erwähnte.
Rall erwähnte, im Zusammenhang mit dem Emissionshandelssystem (ETS) gehe das Management weiterhin von einer Rationalisierung der Kapazitäten aus und sehe kein Risiko einer Abschaffung des Systems. Wichtig sei auch die Erwähnung, dass die Preisgestaltung voraussichtlich nicht durch die ETS-Änderungen beeinflusst werde. Außerdem gebe es offenbar keine Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nach CO2-armen Baustoffen beeinträchtigt werde.
Anthony Codling von der kanadischen Bank RBC hatte am Morgen schon seinen Glauben betont, dass es der richtige Ansatz ist, wenn das Unternehmen an seiner Emissionsstrategie festhält.
DOW JONES / dpa-AFX Broker
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