Auto1: Kursrutsch als Einstiegsgelegenheit?

25.02.26 11:52 Uhr

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Trotz starker Jahreszahlen und zweistelligem Wachstum schickt die Börse die Aktie der Auto1 Group auf Talfahrt. Ist der Rücksetzer eine Chance – oder ein Warnsignal mit Blick auf Bewertung und KI-Risiken?

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Überraschend negativ hat die Börse auf die vorläufigen Jahreszahlen der Auto1 Group reagiert: Im frühen Handel gab das Papier um rund 7 Prozent nach und rutschte damit auf den tiefsten Stand seit knapp einem Jahr.

Deutlich zweistelliges Wachstum

Dabei lesen sich die Zahlen durchweg hervorragend. So konnte Europas führender Plattformbetreiber für den An- und Verkauf sowie die Finanzierung von Gebrauchtwagen seinen Absatz gleich um 22,1 Prozent auf 842 Tsd. Fahrzeuge steigern, wozu sowohl die Händlersparte (+20,4 Prozent) als auch das Endkundengeschäft (+36,4 Prozent) kräftig beitrugen. Das schlug auch auf den Umsatz durch, der um 30,3 Prozent auf 8,17 Mrd. Euro zulegen konnte, während das bereinigte EBITDA sogar um 80,8 Prozent auf 197,5 Mio. Euro vorankam.

Starke Prognose

Dass die Börse die Aktie dennoch auf Talfahrt schickt, mag am Ausblick liegen, der nicht ganz an die zuletzt gezeigten Wachstumsraten heranreicht - aber immer noch sehr stark ausfällt. So wollen die Berliner im laufenden Jahr ihren Absatz auf 940 bis 1 Mio. Fahrzeuge steigern, was in der Mitte des Zielkorridors einem Plus von 15 Prozent entspricht. Und das bereinigte EBITDA soll erneut deutlich überproportional auf 250 bis 275 Mio. Euro und damit im Mittel um etwa 30 Prozent verbessert werden.

Bewertung lässt Spielraum

Damit relativiert sich auch die Bewertung, die mit einem KGV26 von gut 25 auch nach dem jüngsten Kursrutsch optisch noch hoch wirkt, aber mittelfristig durchaus noch Luft nach oben lässt. Zumal auch die weiteren Perspektiven stimmen, denn längerfristig strebt das Management mehr als eine Verdreifachung des Markanteils derzeit 3,1 auf 10 Prozent an.

KI als Gefahr?

Zwar gibt es Sorgen im Markt, dass Auto1 durch die zunehmenden Möglichkeiten KI-gestützter Plattformen neue Konkurrenz erwächst. Als Platzhirsch in Europa verfügt Auto 1 aber über erhebliche Wettbewerbsvorteile, die sich nicht ganz so einfach wegkonkurrieren lassen, etwa die hohe Markenbekanntheit, die starke Verwurzelung in der „Offline-Welt“ mit mehr als 60 Tsd. Partnerhändlern sowie erheblichen finanzielle und logistische Ressourcen in der Transaktionsabwicklung. Hinzu kommt, dass auch Auto1 die strategische Nutzung von KI in seinen Bewertungsmodellen und Verwaltungsprozessen gerade forciert. Perspektivisch erscheint die Aktie daher weiterhin aussichtsreich, wenn auch nicht risikoarm.

Steil gestiegen ist zuletzt hingegen die Aktie der Beteiligungsgesellschaft DEWB. Dennoch notiert sie noch weit unter ihrem Buchwert. Zusammen mit den operativen Fortschritte der wichtigsten Beteiligungen, die sich 2026 in einem steigenden NAV niederschlagen sollten, lässt das genug Spielraum für weitere Kursgewinne: zum Artikel

Fundamental lohnt sich derzeit der Blick auf Gesco. Denn die sich häufenden positiven konjunkturellen Signale könnten endlich für den lange vermissten operativen Rückenwind sorgen, was auch die sehr moderat bewertete Aktie beflügeln sollte: zum Artikel

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Erstellung am 25.02.26 um 11:25 Uhr.

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