Kepler-Empfehlung stützt Aktien thyssenkrupp - thyssen-Grünstahl-Anlage soll Ende 2027 starten

31.03.2025 17:58:00

Nach einer optimistischen Branchenstudie von Kepler Cheuvreux haben sich Stahlwerte am Montag teilweise dem schwachen Markttrend teilweise entziehen können.

So legten Salzgitter sowie thyssenkrupp nach ihren jüngsten Korrekturen via XETRA am Vormittag um mehr als ein Prozent zu. Zuletzt zeigte sich die Salzgitter-Aktie jedoch 0,25 Prozent im Minus, während die thyssenkrupp-Titel um 4,81 Prozent auf 9,46 Euro anzogen. Beide Werte empfiehlt Analyst Boris Bourdet zum Kauf.

"Trumps Handelskrieg" habe nicht nur die US-Stahlpreise nach oben getrieben, sondern auch die Europäer endlich zu Verteidigungsmaßnahmen und Investitionen bewogen, schrieb Bourdet in seiner Neubewertung der europäischen Stahlbranche. Mit Rüstung und Infrastruktur werde Geld in stahlabhängige Bereiche gepumpt. Zudem könne China dazu gedrängt werden, seine "Hausaufgaben" zu machen, und mit dem Stahl-Überangebot aufzuräumen, mit dem man den Weltmarkt zuletzt geflutet habe.

Thyssenkrupp hatten jüngst den höchsten Stand seit 2021 erreicht und seither etwa 18 Prozent korrigiert. Salzgitter waren vom Hoch seit Anfang 2024 aus etwa vergleichbar stark zurückgefallen.

Grünstahl-Anlage von thyssenkrupp in Duisburg soll Ende 2027 starten

Der Anlagenbauer SMS Group rechnet mit einem Start der thyssenkrupp Steel-Direktreduktionsanlage für eine klimafreundlichere Stahlproduktion in etwa zweieinhalb Jahren. "Die derzeitigen Planungen sehen vor, die Anlage in Duisburg ab Ende 2027 Schritt für Schritt hochzufahren", sagte Vorstandschef Jochen Burg der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Montagausgabe).

Der Bau der milliardenteuren Anlage hat bereits begonnen. Ursprünglich sollte sie Ende 2026 in Betrieb genommen werden. In einem Informationsportal im Internet gibt thyssenkrupp mittlerweile selbst 2027 als Jahr der Fertigstellung an.

thyssenkrupp Steel ist Deutschlands größter Stahlhersteller und gehört zum Industriekonzern thyssenkrupp. Die Anlage zur klimaschonenderen Stahlherstellung soll zwei Hochöfen ersetzen. Sie kostet rund drei Milliarden Euro. Zwei Milliarden davon kommen von Bund und Land NRW.

Das Auftragsvolumen für die SMS Group, die in Mönchengladbach ihre Zentrale hat, war vor zwei Jahren mit mehr als 1,8 Milliarden Euro angegeben worden. Die Anlage soll zunächst mit Erdgas, später dann mit Wasserstoff betrieben werden.

thyssenkrupp hat angekündigt, in der Stahlsparte rund 6.000 Arbeitsplätze ausgliedern zu wollen. Die SMS Group signalisierte in diesem Zusammenhang Interesse an der Übernahme von Stahl-Beschäftigten. "Natürlich können wir uns vorstellen, Wartungsaufgaben und Instandhaltung von Anlagen auch in Deutschland zu übernehmen", sagte Burg der WAZ. "In den USA betreiben wir mittlerweile 32 solcher Service-Werkstätten. Unser Anspruch ist dabei immer, die Leistungsfähigkeit der Anlagen des Kunden zu steigern."

FRANKFURT/DUISBURG (dpa-AFX)

Bildquelle: Quinta / Shutterstock.com, thyssenkrupp AG, Lukassek / Shutterstock.com

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