Erholung nach Bärenmarkt

Goldpreis erholt sich nach Bärenmarkt: Darauf sollten Anleger jetzt achten

16.06.26 23:42 Uhr

Goldpreis unter Druck, aber mit Comeback: Zinsen und Geopolitik bleiben entscheidend | finanzen.net

Der Goldpreis ist kürzlich in einen Bärenmarkt eingetreten. Zuletzt standen die Zeichen jedoch wieder auf Erholung. Diese Faktoren bleiben für Anleger wichtig für die weitere Kursentwicklung.

Werte in diesem Artikel
Rohstoffe

4.186,51 USD -23,60 USD -0,56%

79,20 USD -0,06 USD -0,08%

76,60 USD -0,19 USD -0,25%

Gold fällt mehr als 20 Prozent unter sein 52-Wochen-Hoch und tritt damit in Bärenmarkt ein
• Höhere Inflationserwartungen und mögliche Zinsschritte der US-Notenbank erhöhen Druck auf zinsloses Edelmetall
• Experten sehen Gold weiterhin als Portfoliobaustein, verweisen jedoch auf die Bedeutung der weiteren Zinsentwicklung für die Kursrichtung

Gold tritt in Bärenmarkt ein

Der Goldpreis rutschte kürzlich unter seinen 200-Tage-Durchschnitt und auch 20 Prozent unter sein 52-Wochen-Hoch vom Januar bei 5.416,40 US-Dollar. Damit trat Gold in einen Bärenmarkt ein. Es handelte sich, wie MarketWatch unter Berufung auf Dow Jones Market Data berichtete, dabei um den schnellsten Eintritt in einen Bärenmarkt seit dem Höhepunkt der Finanzkrise von 2008: In diesem Jahr vergingen 91 Tage, während die Preise 2008 innerhalb von 23 Tagen um 20 Prozent oder mehr unter ihren jüngsten Höchststand rutschten.

Geopolitische Spannungen, Inflation und Zinsen

Der Rückgang der Goldpreise war laut Chris Gaffney, Präsident für Weltmärkte bei EverBank, wesentlich auf die Zinsentwicklung zurückzuführen. So lasse ein höher als erwartet ausgefallener US-Verbraucherpreisindex Anleger davon ausgehen, dass die US-Notenbank in ihrer nächsten Sitzung die Zinsen anheben werde. Zuletzt hatten die geopolitischen Spannungen Aufwärtsdruck auf die Ölpreise ausgeübt, was für gewöhnlich eine länger anhaltende, höhere Inflation zur Folge hat.

Da Gold keine laufenden Erträge generiert, wird sein Besitz bei steigenden Zinsen im Vergleich zu verzinslichen Anlagen weniger attraktiv. Vor diesem Hintergrund favorisierten Händler laut Naeem Aslam, Chief Investment Officer bei Zaye Capital Markets, zuletzt eher US-Staatsanleihen. "Gold bringt keine Erträge, während man mit Staatsanleihen (Treasurys) und anderen Anleihen dafür bezahlt wird, sein Geld risikofrei zu parken", so Aslam.

Gold im Gleichschritt mit den Aktienmärkten

Wie Michael Armbruster, Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter des auf Futures spezialisierten Brokers Altavest, gegenüber MarketWatch erklärte, bewegt sich Gold im Gleichschritt mit den Aktienmärkten. So verwundert es kaum, dass es mit der Nachricht über ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Nahost-Konflikt nicht nur für die Aktienmärkte, sondern auch für den Goldpreis zum Wochenstart wieder aufwärts ging.

Dennoch warnt Mark Hulbert, Kolumnist bei MarketWatch, davor, sich darauf zu verlassen, dass Gold immer durch Veränderungen der geopolitischen Lage gestützt wird. Laut Hulbert bestehe kein verlässlicher Zusammenhang zwischen geopolitischen Risiken und der Entwicklung des Goldpreises.

Was bedeutet das für Anleger

Nach Einschätzung von Justin Lin, Analyst beim Vermögensverwalter Global X Management in New York, könnte Gold von einer dauerhaften Entspannung im Nahostkonflikt profitieren, wie dpa-AFX berichtet. Sollte es zu einer endgültigen Einigung und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus kommen, dürften sich die Sorgen um die Energieversorgung abschwächen. Dies könnte Zentralbanken dazu veranlassen, ihre Goldkäufe wieder deutlich auszuweiten und damit den Goldpreis zusätzlich zu stützen.

Laut Chris Gaffney von EverBank sollte Gold für Anleger weiter ein wichtiger Bestandteil des eigenen Portfolios bleiben, da es als "Katastrophenversicherung" fungiere. "Der aktuelle Ausverkauf scheint eine hervorragende Gelegenheit zu sein, zusätzliches Kapital am Edelmetallmarkt zu investieren", zitiert MarketWatch Gaffney. Gleichwohl sieht er Belastungsfaktoren für den Goldpreis, solange der weitere Zinskurs der US-Notenbank ungewiss ist.

Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Pics-xl / Shutterstock.com, Brian A Jackson / Shutterstock.com

Nachrichten zu Goldpreis