Nachhaltig reisen - geht das überhaupt?

Reisen erweitert den Horizont, bringt fremde Kulturen näher und schafft unvergessliche Erlebnisse. Gleichzeitig hinterlässt jedoch jede Reise Spuren, von CO2-Emissionen über Müll bis hin zu negativen sozialen Auswirkungen. Dennoch ist nachhaltiges Reisen keine Illusion. Durch bewusste Entscheidungen lässt sich der ökologische Fußabdruck verringern, während Umwelt und Gesellschaft profitieren.
Regionale Reiseziele als nachhaltige Alternative
Fernreisen sind nicht zwingend notwendig, um besondere Erlebnisse zu genießen. Europa und Deutschland bieten vielfältige Landschaften, kulturelle Höhepunkte und abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten. Eine Wanderung in den Alpen, eine Radtour entlang der Ostseeküste oder ein Städtetrip in eine weniger bekannte Stadt ermöglichen beeindruckende Erlebnisse, ohne lange Flugreisen in Kauf nehmen zu müssen.
Die Wahl eines nahegelegenen Reiseziels verringert die CO2-Emissionen erheblich. Zudem bleiben touristische Ausgaben in der Region und unterstützen lokale Betriebe. Der Deutsche Tourismusverband hebt hervor, dass nachhaltiger Tourismus häufig bereits in der eigenen Umgebung beginnt und betont die Bedeutung des sanften Tourismus für eine umweltschonende Reisegestaltung.
Umweltfreundliche Verkehrsmittel reduzieren Emissionen
Das Flugzeug gehört zu den klimaschädlichsten Verkehrsmitteln. Laut Reise-top10.de verursacht ein Flug von Deutschland nach Thailand mehr als 4.500 Kilogramm CO2 pro Person, was fast dem gesamten nachhaltigen Jahresbudget an Emissionen entspricht. Eine umweltfreundlichere Alternative bietet die Bahn. Die CO2-Emissionen sind hier deutlich geringer als beim Flugverkehr, weshalb Greenpeace empfiehlt, nach Möglichkeit Bahnverbindungen zu nutzen. Auch Fernbusse sind eine emissionsarme Reisemöglichkeit. Fahrradreisen verbinden Klimafreundlichkeit mit einem intensiven Reiseerlebnis.
Nachhaltige Unterkünfte als wichtiger Faktor
Hotels und Ferienanlagen verbrauchen oft große Mengen an Energie und Wasser. Eine umweltfreundliche Alternative bieten nachhaltige Unterkünfte, die erneuerbare Energien nutzen und auf ressourcenschonende Konzepte setzen.
Besonders zertifizierte Unterkünfte, ausgezeichnet mit Umweltlabels wie dem EU Ecolabel oder Green Key, garantieren bestimmte Nachhaltigkeitsstandards. Laut Greenpeace spielt die Wahl der Unterkunft eine entscheidende Rolle für die Umweltbilanz einer Reise.
Nachhaltiges Verhalten vor Ort
Ein nachhaltiger Tourismus setzt darauf, dass wirtschaftliche Gewinne in der Region bleiben. Internationale Hotelketten und globale Fast-Food-Ketten ziehen hingegen Kapital aus der lokalen Wirtschaft ab. Der Einkauf auf regionalen Märkten, das Essen in kleinen Restaurants und die Buchung lokaler Tourguides stärken dagegen die wirtschaftlichen Strukturen vor Ort.
Nachhaltige Reisekonzepte unterstützen die lokale Wirtschaft
Auch nach der Ankunft am Reiseziel beeinflusst das eigene Verhalten die Umweltbilanz. Plastikvermeidung durch Mehrwegprodukte wie Trinkflaschen und Stoffbeutel reduziert Müll. Ein sparsamer Umgang mit Wasser und Energie, etwa durch die mehrfache Nutzung von Handtüchern oder bewusstes Ein- und Ausschalten von Klimaanlagen, trägt ebenfalls zur Nachhaltigkeit bei.
Der respektvolle Umgang mit lokalen Kulturen und Traditionen spielt eine weitere wichtige Rolle. Nachhaltige Souvenirs, etwa aus regionaler Handwerkskunst, bieten eine umweltfreundliche Alternative zu importierten Massenprodukten. Der Deutsche Tourismusverband verweist darauf, dass eine bewusste Ressourcennutzung erheblich zur Nachhaltigkeit beitragen kann.
Redaktion finanzen.net
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