E-Bike-Boom lässt Schadenssummen der Versicherer in die Höhe schnellen

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland zu einem wahren Boom an Elektrofahrrädern gesorgt. Laut Statistischem Bundesamt sind mittlerweile über 7,1 Millionen E-Bikes auf den Straßen unterwegs. Die teuren Fahrräder sind allerdings begehrte Objekte für etliche Diebe.
Der E-Bike-Boom in Deutschland
Die Corona-Pandemie hat das Geschäft mit Elektrofahrrädern deutlich angefeuert. Zwischen den Anfängen der Jahre 2020 und 2021 nahm die Zahl der E-Bikes in den deutschen Privathaushalten laut dem Statistischen Bundesamt um stolze 1,2 Millionen Stück zu. Insgesamt stieg damit die Anzahl von 5,9 Millionen auf 7,1 Millionen an. Prozentual stellt dies einen Zuwachs von 20 Prozent dar.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts besaß damit rund jeder achte Haushalt in Deutschland mindestens ein Elektrofahrrad. Jeder dritte Haushalt hat sogar gleich zwei E-Bikes in der Garage stehen.
Laut der Internetseite ebike-news konnte der Fahrradhandel durch diese Entwicklung ein echtes Rekordjahr verbuchen. Der Gesamtumsatz der Branche soll im Jahr 2020 6,44 Milliarden Euro betragen haben und damit im Vergleich zum Vorjahr um sagenhafte 60,8 Prozent angestiegen sein. Als Auslöser für den steilen Aufwärtstrend lassen sich vor allem die Einschränkungen der Corona-Krise identifizieren. Nach Angaben von ebike-news beschäftigten sich immer mehr Menschen im vergangenen Jahr mit lokalen Freizeitaktivitäten. Darüber hinaus wurde der öffentliche Personennahverkehr aufgrund der Infektionsgefahr zunehmend gemieden. In Kombination mit höheren Ersparnissen, weil besonders Urlaubskosten komplett entfielen, führten die Gegebenheiten zu einer starken Nachfrage nach hochwertigen Elektrofahrrädern.
Trotz sinkender Diebstähle erreichen Schadenssummen einen Rekordwert
Diese durchaus positive Entwicklung im Bereich des Fahrradhandels bringt aber auch einen unerfreulichen Trend mit sich. Die immer größere Zahl an teuren E-Bikes lockt vermehrt Diebe an, die sich an den hochpreisigen Wertgegenständen bereichern möchten. Hinweise darauf liefert eine Auswertung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Schaut man sich die Statistik des GDV bezüglich der Fahrraddiebstähle im Jahr 2020 an, erscheint es auf den ersten Blick verwunderlich, dass trotz des E-Bike-Booms die Gesamtzahl der Diebstähle im Vergleich zu 2019 um 5.000 Fälle abgenommen hat. Der GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen hat für den Rückgang allerdings eine einfache Erklärung: "Aufgrund von Corona blieben viele Menschen zu Hause. Die Fahrräder waren seltener im Freien unbeaufsichtigt abgestellt. Somit haben sich auch weniger Gelegenheiten zum Diebstahl eröffnet." Obwohl es also ein höheres Angebot gab, mussten Fahrraddiebe im vergangenen Jahr unter erschwerten Bedingungen arbeiten. Der von ihnen verursachte Schaden blieb jedoch gleich. Wie bereits im Vorjahr belief sich die Schadensumme laut GDV auf 110 Millionen Euro. Folglich haben Kriminelle zwar weniger Fahrräder gestohlen, dafür aber umso teurere Exemplare ergaunern können.
Dieser Fokus auf hochwertige E-Bikes spiegelt sich in den Zahlen der Versicherer wider. Die durchschnittliche Entschädigung der Versicherer betrug nach Angaben des GDV im Jahr 2020 730 Euro und erreichte damit einen neuen Rekordwert. "Zum Vergleich: Vor zehn Jahren zahlten die Versicherer für ein gestohlenes Rad durchschnittlich 400 Euro", schreibt der GDV in seiner Pressemitteilung. Darüber hinaus prognostiziert Jörg Asmussen, dass der Erfolg der E-Bikes die Schadenssumme in Zukunft weiter ansteigen lassen dürfte. Für Fahrradbesitzer ist deshalb nur umso mehr Vorsicht geboten. Wer sein Gefährt behalten möchte, der sollte es gründlich sichern und nicht zu leichtsinnig damit umgehen.
Redaktion finanzen.net
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