Mehr als nur ein Discounter: Lidl und das Geschäft mit dem Verpackungsmüll

Die Schwarz-Gruppe, zu der auch Lidl gehört, ist ins Entsorgungsgeschäft eingestiegen. Mit dem dualen System PreZero möchte der Konzern Geld sparen und möglichst viele Wertstoffe wieder in den Kreislauf zurückführen.
Mit Mülltrennung und Recycling kommen viele Menschen täglich in Berührung. Das große Geld verdient damit aber kaum jemand. Manche Unternehmen aber schon: Der Lidl-Mutterkonzern, die Schwarz-Gruppe, ist kurzerhand ins Entsorgungsgeschäft eingestiegen und sorgt für viel Veränderung im Abfallmarkt. Die Organisation des Verpackungsmülls in Eigenregie hat sowohl umweltschutz- als auch wirtschaftliche Gründe.
Lizenzgebühren für Verpackungsmaterial
Denn die Entsorgung von Verpackungsmaterial kann teuer werden. Auf der eigenen Unternehmenswebsite bekennt sich Lidl "als einer der großen Inverkehrbringer von Kunststoffverpackungen in Deutschland", zu seiner Verantwortung für einen ressourcenschonenden Umgang. So musste die Schwarz-Gruppe nach Zahlen, die der Tagesschau vorliegen, in der Vergangenheit Lizenzgebühren von schätzungsweise 85 Millionen Euro pro Jahr zahlen. Nicht nur der Lidl-Mutterkonzern muss diese Lizenzgebühren zahlen, jedes Handelsunternehmen, das Verpackungen verwendet, ist hierzu verpflichtet. Die produzierte Plastikmenge muss bei einem dualen System wie "BellandVision" oder "der Grüne Punkt" lizenziert werden, bevor dann die erforderlichen Gebühren anfallen. Das duale System-Unternehmen sorgt dann für ein optimales Recycling.
Eigener Entsorgungsbetrieb soll Kosten für Recycling reduzieren
Um Kosten zu reduzieren, betreibt die Schwarz-Gruppe seit 2020 ein eigenes duales System - PreZero. "Unser erklärtes Ziel ist es, möglichst viele Wertstoffe wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Dies gewährleisten wir mit unserem Umweltdienstleister PreZero mit eigenen Kapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Abfall- und Recyclingmanagement. Die Übernahme der Produktverantwortung ist dabei ein zentraler Baustein unserer nachhaltigen Vision.", so Dietmar Böhm, Geschäftsführer von PreZero, in einer Pressemitteilung. Während bisher nur Verkaufsverpackungen von konzerneigenen Unternehmen wie Kaufland und Lidl sowie von rund 700 Lieferanten lizenziert wurden, erweitert PreZero sein Geschäft beständig. So machte das Unternehmen nach Angaben der Tagesschau 2020 bereits einen Umsatz von 700 Millionen Euro.
PreZero wird immer größer
Zudem versucht das Unternehmen sich stetig zu vergrößern. So übernahm die Schwarz-Gruppe den fünftgrößten privaten deutschen Entsorger, die Tönsmeier-Gruppe, sowie den Recycler Sky Plastic. Des Weiteren übernahm PreZero, nach Angaben einer Pressemitteilung, Teile des Geschäfts von Suez in verschiedenen europäischen Standorten für insgesamt 1,1 Milliarden Euro. "Der geplante Erwerb der SUEZ-Standorte in Deutschland eröffnet uns in vielerlei Hinsicht neue Perspektiven.", so Stephan Garvs, Geschäftsführer von PreZero Deutschland, in einer Pressemitteilung. Mit dem geplanten Zukauf des Entsorgungs- und Recyclinggeschäfts von Ferrovial in Spanien und Portugal geht PreZero einen weiteren Schritt in Sachen Expansion.
Nach Berichten der Tagesschau sorgt die Schwarz-Gruppe mit ihrem Entsorgungsunternehmen für viel Veränderung in der Abfallwirtschaft. Das Unternehmen "der Grüne Punkt" mit seiner einstigen marktführenden Stellung hat nun nur noch einen Marktanteil von 15 Prozent. Der Lidl-Konzern hingegen belegt derzeit die Nummer drei im deutschen Entsorgungsmarkt.
Tim Adler / Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: r.classen / Shutterstock.com
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Datum | Rating | Analyst | |
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22.11.2012 | Ferrovial SA outperform | Cheuvreux SA | |
01.11.2012 | Ferrovial SA buy | Sarasin Research | |
31.10.2012 | Ferrovial SA buy | Deutsche Bank AG | |
31.10.2012 | Ferrovial SA buy | Société Générale Group S.A. (SG) | |
17.09.2012 | Ferrovial SA buy | Société Générale Group S.A. (SG) |
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