Starke US-Konjunkturdaten

Darum gerät der Euro unter Druck

30.07.21 17:12 Uhr

Darum gerät der Euro unter Druck | finanzen.net

Der Euro ist am Freitag nach starken US-Konjunkturdaten unter Druck geraten.

Werte in diesem Artikel
Devisen

0,0809 GBP 0,0002 GBP 0,26%

0,1235 EUR -0,0004 EUR -0,31%

8,0975 CNY 0,0261 CNY 0,32%

0,8753 GBP 0,0000 GBP 0,00%

9,2411 HKD 0,0110 HKD 0,12%

183,8100 JPY -0,3600 JPY -0,20%

1,1812 USD 0,0013 USD 0,11%

1,1426 EUR 0,0000 EUR 0,00%

12,3598 ZRX -0,0322 ZRX -0,26%

0,0054 EUR 0,0000 EUR 0,19%

0,8466 EUR -0,0010 EUR -0,12%

Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung Euro 1,1863 US-Dollar. Am Vormittag war sie noch über 1,19 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1891 (Donnerstag: 1,1873) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8410 (0,8423) Euro.

Am Nachmittag stützten eine Reihe von robusten Konjunkturdaten aus den USA den Dollar. So hat die Konsum- und Einkommensentwicklung in den USA im Juni die Märkte positiv überrascht. Auch das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen sowie die Geschäftsklima in der Region Chicago fielen besser als erwartet aus.

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone fiel im 2. Quartal auch stärker als erwartet aus, bewegte die Devisenkurse aber nicht besonders stark. Der Währungsraum insgesamt und seine Mitgliedstaaten erholten sich im Frühjahr von den schwachen Wintermonaten. Analysten führten die Entwicklung vor allem auf geringere Corona-Beschränkungen zurück, wovon vor allem die Dienstleister profitierten. In Deutschland blieb das Wachstum hinter den Erwartungen zurück.

In der Eurozone ist die Inflationsrate unterdessen im Juli über die Marke von zwei Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent zu. Dies ist die höchste Inflationsrate seit Oktober 2018. Getrieben wurde die Inflation durch steigende Energiepreise und Materialkosten. Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an. "Von einem breit angelegten Preisauftrieb kann bislang nicht die Rede sein", kommentierte Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Vor diesem Hintergrund gibt es für die EZB keinen Grund, von ihrer expansiven Geldpolitik abzurücken." Die Auswirkungen auf den Euro hielt sich daher in Grenzen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85140 (0,85080) britische Pfund, 130,39 (130,41) japanische Yen und 1,0771 (1,0788) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1822 Dollar gehandelt. Das waren etwa 6 Dollar weniger als am Vortag.

/jsl/he

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: kanvag / Shutterstock.com