EZB-Protokoll

Darum gelang dem Euro doch noch der Sprung über 1,20 Dollar

11.01.18 17:00 Uhr

Darum gelang dem Euro doch noch der Sprung über 1,20 Dollar | finanzen.net

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag nach Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich über 1,20 US-Dollar gestiegen.

Werte in diesem Artikel
Devisen

0,1235 EUR 0,0001 EUR 0,05%

8,0976 CNY -0,0043 CNY -0,05%

0,8760 GBP 0,0000 GBP 0,00%

9,2421 HKD -0,0009 HKD -0,01%

184,3530 JPY 0,1830 JPY 0,10%

1,1815 USD 0,0000 USD 0,00%

1,1420 EUR 0,0009 EUR 0,08%

0,0054 EUR 0,0000 EUR 0,04%

0,8471 EUR 0,0006 EUR 0,07%

Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2050 Dollar. Am Mittag hatte der Euro zeitweise noch rund einen Cent weniger gekostet. Die EZB hat den Referenzkurs auf 1,2017 (Mittwoch: 1,1992) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8322 (0,8339) Euro.

Die EZB hatte Signale gegeben, die Erwartungen an einen Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik verstärkten. Auf der letzten Sitzung des EZB-Rats sei man sich einig gewesen, dass sich die Kommunikation graduell verändern müsse, falls sich das Wirtschaftswachstum und die Inflation wie erwartet entwickelten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll. An der bisher angekündigten Abfolge des Ausstiegs werde man jedoch festhalten. Die EZB hatte zu Jahresbeginn ihre monatlichen Anleihekäufe auf 30 Milliarden Euro halbiert. Sie sollen jedoch bis mindestens September 2018 fortgesetzt werden.

Offen ist jedoch noch, ob die EZB dann sofort aussteigt oder dies in kleinen Schritten tun wird. Das Protokoll zeige, dass die EZB stärker auf das robuste Wachstum und weniger auf die noch schwächelnde Inflation schaue, kommentierte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei der ING-Diba. Er erwarte jedoch kein abruptes Ende der Käufe im September. Es sei schließlich noch unsicher, ob das Wachstum zu einem nachhaltigen Erreichen des Inflationsziels führe.

Starke Wachstumszahlen aus Deutschland hatten den Euro am Vormittag nicht nennenswert bewegt. Die deutsche Wirtschaft war im vergangenen Jahr mit 2,2 Prozent nicht ganz so kräftig gewachsen wie erwartet, allerdings so stark wie seit 2011 nicht mehr. Bankanalysten lobten die insgesamt ausgewogene Wachstumsstruktur und hoben den deutlichen Anstieg der Investitionen hervor. Zudem war die Industrieproduktion in der Eurozone im November stärker gestiegen als erwartet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89075 (0,88670) britische Pfund, 134,19 (133,62) japanische Yen und 1,1736 (1,1725) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1323,05 (1319,75) Dollar gefixt./jsl/bgf/he

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: maradon 333 / Shutterstock.com, COSPV / Shutterstock.com