Euro in Frage gestellt?

Schäuble: EZB-Urteil des Verfassungsgerichts könnte Euro-Fortbestand gefährden

08.05.20 13:30 Uhr

Schäuble: EZB-Urteil des Verfassungsgerichts könnte Euro-Fortbestand gefährden | finanzen.net

Der ehemalige Bundesfinanzminister und heutige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sieht nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Anleihepolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) Gefahren für den Fortbestand des Euro.

Werte in diesem Artikel
Devisen

0,1235 EUR 0,0001 EUR 0,05%

8,0976 CNY -0,0043 CNY -0,05%

0,8760 GBP 0,0000 GBP 0,00%

9,2430 HKD 0,0000 HKD 0,00%

184,3530 JPY 0,1830 JPY 0,10%

1,1815 USD 0,0000 USD 0,00%

1,1412 EUR 0,0000 EUR 0,00%

0,0054 EUR 0,0000 EUR 0,04%

0,8471 EUR 0,0006 EUR 0,07%

"Es kann gut sein, dass in anderen EU-Mitgliedsstaaten nun auch der Bestand des Euro in Frage gestellt wird - weil ja jedes nationale Verfassungsgericht für sich urteilen könne", sagte Schäuble dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Diese Situation macht niemandem Freude." Man müsse nun "politisch umso mehr alles daran setzen, Europa zu stärken".

Schäuble machte deutlich, dass er das Urteil des Gerichts inhaltlich verstehe. "Es ist bekannt, dass ich als Finanzminister auch nicht immer einverstanden war mit Entscheidungen der EZB - bei allem Respekt für deren Unabhängigkeit", sagte er. "Unabhängige Institutionen, die nicht demokratisch legitimiert und kontrolliert sind, müssen sich streng auf ihr Mandat begrenzen und dürfen es nicht zu weit auslegen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist also nicht ganz einfach zu widerlegen." Dennoch sei es "auch schwierig, wenn das deutsche Bundesverfassungsgericht eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs nicht als verbindlich anerkennen kann", sagte Schäuble dem RND.

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Christian Marquardt/Getty Images