Erste Regeln

Warum dieses kleine europäische Land zum Kryptoparadies wird

25.04.18 16:47 Uhr

Warum dieses kleine europäische Land zum Kryptoparadies wird | finanzen.net

Das kleinste Land der EU ist seinen Mitstaaten scheinbar einen deutlichen Schritt voraus - zumindest in Bezug auf Kryptowährung. Diese Entwicklung zieht nun auch die zwei größten Krypto-Plattformen ins Mittelmeer.

Werte in diesem Artikel
Devisen

52.834,0142 CHF 352,5651 CHF 0,67%

57.899,9717 EUR 379,3109 EUR 0,66%

50.469,9372 GBP 343,6082 GBP 0,69%

10.674.754,8712 JPY 62.633,6269 JPY 0,59%

68.436,6898 USD 476,3672 USD 0,70%

1.599,5849 CHF 13,9946 CHF 0,88%

1.752,9601 EUR 15,1232 EUR 0,87%

1.528,0109 GBP 13,5744 GBP 0,90%

323.185,2916 JPY 2.567,6972 JPY 0,80%

2.071,9662 USD 18,7221 USD 0,91%

1,1221 CHF 0,0150 CHF 1,35%

1,2297 EUR 0,0162 EUR 1,34%

1,0719 GBP 0,0144 GBP 1,37%

226,7088 JPY 2,8414 JPY 1,27%

1,4534 USD 0,0198 USD 1,38%

389,9379 CHF 9,3676 CHF 2,46%

427,3269 EUR 10,2147 EUR 2,45%

372,4900 GBP 8,9979 GBP 2,48%

78.784,3188 JPY 1.830,3067 JPY 2,38%

505,0924 USD 12,2768 USD 2,49%

43,7118 CHF 0,0522 CHF 0,12%

47,9030 EUR 0,0513 EUR 0,11%

41,7559 GBP 0,0555 GBP 0,13%

8.831,6668 JPY 3,3938 JPY 0,04%

Die im Mittelmeer liegende Inselgruppe Malta hat nicht nur für Urlauber viel zu bieten: Auch kryptobasierte Unternehmen finden auf Malta ein neu entstandenes Paradies. Denn vor kurzem stellte die Regierung ein Rahmenwerk vor, in dem erste, staatlich vorgeschriebene Regeln für den Umgang mit digitalen Währungen aufgesetzt wurden.

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Malta reguliert Kryptowelt

In der aufstrebenden Welt der digitalen Münzen kehrt zumindest in Malta Ordnung ein: Das am Jahresanfang veröffentlichte Rahmenwerk soll für alle Beteiligten, also Makler, Börsen, Investoren, Vermögensverwalter und Händler, zukünftig eine Basis sein: "Der vorgeschlagene Rahmen wird Rechtssicherheit in einem Raum bieten, der derzeit nicht reguliert ist", heißt es in dem Konsultationspapier.

Maltas Regierung geht diesen Schritt wohl, um mit der rasanten Entwicklungsgeschwindigkeit in der Kryptowelt allmählich nachzukommen. Des Weiteren äußerte Premierminister Joseph Muscat, er halte digitale Währungen für "die unvermeidliche Zukunft des Geldes", zitiert ihn das US-Wirtschaftsportal "Bloomberg". Außerdem bestünde großes Potenzial, dass diese Branche zu einem wichtigen Wirtschaftspfeiler heranwächst - besonders auch in Hinsicht auf neue Arbeitsplätze.

Krypto-Größen werden aufmerksam

Maltas Konzept scheint anzukommen: Bereits Ende März gab Binance, die weltweit größte Handelsplattform für digitale Währungen, bekannt, ihre Tätigkeit auf den Inselstaat Malta auszuweiten. Die Entscheidung fiel aufgrund der fortschrittlichen Pro-Blockchain-Gesetzgebung, der regulatorischen Rahmenbedingungen und der damit einhergehenden Stabilität für Finanztechnologieunternehmen. Außerdem ist Binance-Gründer und -CEO Changpeng Zhao davon überzeugt, dass Malta die Rolle als "nächste Brutstätte für innovative Blockchain-Unternehmen und ein Zentrum des Blockchain-Ökosystems in Europa" zukünftig innehaben wird, zitiert ihn die Internetseite "Medium". Binance soll bis zu 200 Mitarbeiter in Malta einstellen wollen, um die Abwicklung schnell vonstatten gehen zu lassen. Ziel ist dann eine Kooperation, um eine angebrachte Regulierung durchzubringen, wie "Medium" verlautet.

An diese Entwicklung schließt sich offenbar eine weitere, große Kryptobörse: OKEx verkündete Mitte April - nach einem Treffen mit Maltas Staatschef - in einer Pressemitteilung, ebenfalls mit dem Krypto-freundlichen Land zusammenarbeiten und seine Geschäfte auf die Mittelmeer-Inseln ausweiten zu wollen. Als Grundwerte, in denen beide Parteien übereinstimmen, sollen der "Schutz von Tradern und der Öffentlichkeit sowie Anti-Geldwäsche- und Know-Your-Customer-Standards" besondere Aufmerksamkeit erhalten, die der OKEx-CEO Chris Lee aufzählte.
Besonders Startups können von dieser Entwicklung profitieren und in einem regulierten Umfeld, das durch Erfahrungen der beiden Plattformen optimiert wird, Fuß fassen.

Was Maltas Regeln für Investoren bedeuten

Grundlegend bringen Maltas Rahmenbedingungen erstmals regulierende Maßnahmen in den undurchsichtigen Komplex Kryptohandel. Immer wieder werden Handelsplattformen und Besitzer digitaler Münzen von Hackerangriffen erschüttert oder Investoren fallen auf Betrüger rein. Transparenz und Rechtssicherheit wären dementsprechend durchaus positiv zu betrachten.
Malta ist mit seinen Krypto-Regeln bisher Vorreiter in der Europäischen Union. Diese setze sich zwar bereits mit möglichen Regulierungsmaßnahmen auseinander, hat aber bisher keine Gesetze diesbezüglich verabschiedet. Deshalb hat Malta derzeit freie Hand bei der Ausarbeitung eigener Regelungen. Mithilfe der Begeisterung und Unterstützung der beiden Krypto-Giganten in Kombination mit der mediterranen Umgebung, könnte sich auf Malta tatsächlich ein neues Kryptoparadies etablieren.

Auf dem Weg zum Kryptoparadies?

Viele Krypto-Börsen und Investoren befinden sich in Asien, was unter anderem Japan und Hongkong zu großen Zentren des globalen Handels macht. Allerdings herrscht in vielen Ländern regulatorische Unsicherheit, was Malta aktuell einen entscheidenden Vorteil einbringt. Einziger Konkurrent aus Europa könnte die Schweiz werden, wo die Steuern ebenfalls niedrig liegen. Außerdem gab die hiesige Finanzmarktaufsicht bekannt, an einem regulierenden Konzept zu arbeiten, wie "Bloomberg" berichtete.

Allerdings musste Malta in jüngster Zeit mit mehreren Negativschlagzeilen umgehen, die den Fortschritt überschatten könnten: Mitunter sah sich der Inselstaat mit Korruption und Geldwäscheskandalen, einschließlich eines toten Journalisten, konfrontiert, wie einem Bericht des "Handelsblatts" zu entnehmen ist. Aus diesem Grund hegen einige Gesetzgeber der EU Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit.

Redaktion finanzen.net

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