Gutschriften statt Abgaben: So reduziert Amazon seine Steuerlast - ganz legal

Amazon machte im vergangenen Jahr einen Gewinn von über 11 Milliarden US-Dollar. Und auf diesen hat er kaum Steuern gezahlt. Das berichtet die Washington Post - die Amazon-Gründer Jeff Bezos selbst gehört.
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Es kommt nicht selten vor, dass Großkonzerne Gebrauch von Steuerschlupflöchern machen, um ihre Steuerausgaben so weitestgehend wie möglich zu reduzieren. Dem wollte die Trump-Regierung entgegenwirken und mittels der Steuerkürzungen für Unternehmen in 2017 dazu anspornen, weniger zu tricksen. Doch der Plan scheint nicht aufgegangen zu sein. Unternehmen versuchen weiter, Steuerzahlungen zu entgehen. Eines davon: Amazon.
Null Steuern trotz Milliarden-Gewinn
Ganze 11,2 Milliarden US-Dollar Gewinn konnte der Onlineriese in 2018 verbuchen und verdoppelte seine Einnahmen damit im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Sache hat einen Haken, Amazon zahlt kaum Steuern. Im Gegenteil: Der Konzern erhielt mithilfe legaler Tricks sogar eine Steuergutschrift in Höhe von 129 Millionen US-Dollar. Das berichtet die Washington Post unter Berufung einer vom Institute for Taxation and Economic Policy (ITEP) durchgeführten Analyse. Zum zweiten Mal in Folge ergebe das für den Konzern eine Steuerrate von Minus einem Prozent auf Bundesebene. Diese liege unter dem durchschnittlichen Steuersatz von 1,5 Prozent, den 20 Prozent der ärmsten Haushalte in den USA in 2015 zahlen mussten.
Wie genau es Amazon gelungen ist, seine Steuerlast zu senken, ist laut ITEP-Direktor Steve Warmhof nicht bekannt. Gegenüber US-amerikanischen Medien äußerte Warmhof, dass der Konzern in öffentlichen Dokumenten keine Angaben zu seiner Steuerstrategie mache. Eine Möglichkeit könnten Steuergutschriften und Steuerbefreiungen sein, die der Konzern zum Tausch gegen Aktien und Aktienoptionen erhält.
Ineffektive Steuerpolitik
Ein Grund könnte laut Matthew Gardner, leitender ITEP-Mitarbeiter, auch die gescheiterte Steuerpolitik der USA sein. Umfangreiche Steuerschlupflöcher hätten es großen Konzernen ermöglicht, der Körperschaftssteuer ganz legal zu entgehen. Bei einem Gewinn von 26,5 Milliarden US-Dollar zwischen 2009 und 2018 hätte Amazon beispielsweise Steuern in Höhe von gerade einmal 791 Millionen US-Dollar gezahlt. Angaben der Analyse zufolge ergibt das einen effektiven Bundessteuersatz von 3 Prozent, für den Großteil dieses Zeitraums lag der gesetzliche Körperschaftssteuersatz allerdings bei 35 Prozent.
Und Amazon sei laut ITEP-Analysten nicht der einzige Konzern, der Gebrauch von legalen Steuerschlupflöchern mache. Dem Bericht der Washington Post zufolge hätten zwischen 2008 und 2015 die 500 profitabelsten Unternehmen der Fortunes-Liste einen durchschnittlichen Bundessteuersatz von 21,2 Prozent gezahlt. Von diesen hätten 58 Unternehmen trotz Profit mehrere Jahre keine Steuern gezahlt und rund 100 hatten mindestens ein Null-Steuerjahr oder negative Steuern.
"Amazon zahlt alle Steuern"
Von Seiten des Onlineriesens streitet man allerdings die Vorwürfe ab. "Amazon zahlt alle Steuern, die wir in den USA und in allen Ländern, in denen wir tätig sind, zahlen müssen", so Amazon-Sprecherin Jodi Seth in einer öffentlichen Mitteilung. Neben der Körperschaftssteuer in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar habe man seit 2011 Steueraufwendungen in Höhe von 160 Milliarden US-Dollar gehabt, die unter anderem in den Bau von Hubs und Lieferstationen, Cloud-Computing-Infrastrukturen und Wind- und Solarparks investiert wurden.
Amazon zog sich zuletzt von seinem Vorhaben zurück, einen neuen Standort im New Yorker Stadtteil Long Island zu bauen. Grund hierfür war der große Widerstand von Seiten der Bewohner und vieler Lokalpolitiker. Wären die Pläne aufgegangen hätte der Konzern weitere Steuernachlässe von der Stadt in Höhe von drei Milliarden US-Dollar erhalten.
Redaktion finanzen.net
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26.11.2008 | Amazon.com Ersteinschätzung | Stanford Financial Group, Inc. |
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