Erfolgskurs

Siemens Healthineers-Aktie auf Mehrjahreshoch: Mehr Gewinn durch starke Nachfrage in Amerika und Effizienzmaßnahmen

06.02.25 09:35 Uhr

Siemens Healthineers-Aktie zieht kräftig an: Siemens Healthineers überrascht mit Gewinnsprung - Restrukturierung zahlt sich aus | finanzen.net

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers ist überraschend gut ins neue Geschäftsjahr gestartet.

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Vor allem die Geschäfte in Amerika und in der Region Asien, Pazifik, Japan legten zu. In China kämpft der Konzern allerdings weiterhin mit verzögerten Auftragsvergaben. Kosteneinsparungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen in der Labordiagnostik verhalfen dagegen zusätzlich zu einem höheren operativen Gewinn.

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Die Quartalszahlen von Siemens Healthineers kommen am Donnerstag am Markt gut an. Via XETRA steigt die Aktie zeitweise um 6,23 Prozent auf 57,66 Euro. Damit lässt sie das Jahreshoch von Ende Januar hinter sich und erreicht ein Hoch seit rund drei Jahren.

Das erste Geschäftsquartal sei besser als erwartet ausgefallen, sagte ein Händler. Analyst David Adlington von JPMorgan sprach von einem ordentlichen Quartal.

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Wie die Siemens-Tochter weiter am Donnerstag in Erlangen mitteilte, kletterte der Gesamtumsatz der drei Monate bis Ende Dezember um fast sechs Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro. Ohne Währungs- und Portfolioeffekte kam ein Plus von 5,7 Prozent zustande.

Punkten konnten das mit Abstand größte Segment rund um medizinische Bildgebung (Imaging) und der US-Krebsspezialist Varian - die Umsätze beider Geschäftsbereiche legten überdurchschnittlich zu. Deutlich langsamer wuchs die Labordiagnostik (Diagnostics), weil die Geschäfte in Amerika und China sich schwierig gestalteten.

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Auch dank der Kosteneinsparungen durch den Umbau der Labordiagnostik legte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene um elf Prozent auf 822 Millionen Euro zu. Damit übertrafen Umsatz und operativer Gewinn die Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich entfiel nach Steuern auf die Siemens-Healthineers-Aktionäre ein Gewinn von 474 Millionen Euro nach 431 Millionen vor einem Jahr.

Die Ziele für das Geschäftsjahr behält Konzernchef Bernd Montag bei. Zwar teile er die Sorgen um einen globalen Handelskrieg, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Finanzchef Jochen Schmitz erläuterte aber, dass sich die Auswirkungen möglicher US-Zölle auf Mexiko und Kanada in Grenzen halten dürften. Noch geringere Effekte sieht der Manager fürs Geschäft durch die US-Zölle gegen China. Rückenwind dürfte dagegen der stärkere US-Dollar liefern. In Summe dürften sich die Effekte ausgleichen, sagte Schmitz.

Insgesamt stehen damit für das laufende Geschäftsjahr weiter ein Plus von fünf bis sechs Prozent beim vergleichbaren Umsatz sowie ein bereinigtes Ergebnis von 2,35 bis 2,50 Euro je Aktie auf dem Zettel.

Analyst Falko Friedrichs von Deutsche Bank Research sieht Siemens Healthineers laut einer ersten Reaktion bestens positioniert, die Jahresziele zu erfüllen oder gar zu übertreffen. Die Ergebnisse in China seien besser ausgefallen als gedacht - das dürfte Anlegern einige Sorgen wegnehmen.

Mit Blick auf eine mögliche Reduzierung der Beteiligung von Siemens an der Medizintechniktochter hielten sich Montag und Schmitz derweil bedeckt. Ende des vergangenen Jahres hatte der Mutterkonzern seine Mehrheitsbeteiligung auf den Prüfstand gestellt. Es gebe Synergien mit den übrigen Aktivitäten, hatte Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas in einem Interview dem "Handelsblatt" gesagt. "Aber sind sie groß genug, um 45 Milliarden Euro Kapitalallokation zu rechtfertigen" Natürlich nicht." Der Industriekonzern hält laut Nachrichtenagentur Bloomberg weiter gut 75 Prozent an seiner Tochter, die an der Börse mit fast 65 Milliarden Euro bewertet wird.

Zoll- und Dollar-Effekte sollten sich ausgleichen

Siemens Healthineers hält trotz der drohenden und bereits verhängten Zölle der US-Regierung an seinem im November gegeben Jahresausblick fest. Nach allem, was man derzeit wisse, könne das Medizintechnikunternehmen die finanziellen Auswirkungen kompensieren, sagte Vorstandschef Bernd Montag in der Telefonpressekonferenz zu den Erstquartalszahlen.

Die negativen Effekte von Zöllen seien nach seinen Berechnungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt zufällig ähnlich hoch wie die positiven Effekte, die er aktuell vom erstarkten Dollar erwarte, präzisierte Finanzvorstand Jochen Schmitz auf Nachfrage. Dies betreffe weniger den Umsatz als das Ergebnis. Zölle sowie Währungseffekte hätten jeweils einen Effekt auf den Gewinn je Aktie in Höhe eines mittleren einstelligen Cent-Betrages.

Was das China-Geschäft angeht, so habe sich an den Annahmen für das Jahr nichts geändert, sagte Schmitz. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres (per Ende März) werde der Umsatz in dem Land zum Vorjahr schrumpfen, danach wird er auf Vorjahresniveau gesehen. An den Gründen habe sich leider nichts geändert.

In China lahmt das Geschäft, weil sich Krankenhäuser dort wegen verschärfter Regularien nach einem Korruptionsskandal im Gesundheitswesen mit Bestellungen zurückhalten.

Siemens-Healthineers-CEO: Abschmelzen der Siemens-Beteiligung sehr positiv

Bei Siemens Healthineers sieht man die vom Siemens-Finanzchef Ralf Thomas ins Spiel gebrachte Senkung der Mehrheitsbeteiligung des bisherigen Mutterkonzerns gelassen. "Wir haben den Börsengang nicht gemacht, um nicht zu einem eigenständigen Unternehmen zu werden", sagte Vorstandschef Bernd Montag in der Telefonpressekonferenz des Medizintechnikunternehmens.

Langfristig sei es gut, wenn der Streubesitz höher werde, antwortete Montag auf die Frage nach einer Bewertung des Vorstoßes. "Also sehr positiv", fügte er hinzu. Gegenwärtig hält Siemens 75 Prozent der Siemens-Healthineers-Aktien. Siemens-CFO Thomas hatte Ende Dezember in einem Zeitungsinterview angedeutet, dass Siemens seine Beteiligung deutlich zurückfahren könnte. Es gebe zwar Synergien zu der Erlanger Tochter, eine Kapitalallokation von 45 Milliarden Euro rechtfertige das aber nicht.

Bis zum Ende des Jahres will sich Siemens nun überlegen, wie es mit dem Paket weitergeht. Eine leichte Reduzierung ist bereits geplant, um die Übernahme des US-Softwarespezialisten Altair zu finanzieren, die Siemens Ende 2024 angekündigt hat.

Der weitere Ausstieg von Siemens bei Healthineers könnte in kleineren Schritten erfolgen. Healthineers-CEO Montag verwies darauf, dass sein Unternehmen im Leitindex DAX bei der Marktkapitalisierung Rang 7 einnehme und damit deutlich vor Deutscher Bank und BASF liege. Wie schnell die Siemens-Beteiligung abschmelze, sei nicht das wesentliche Thema, sagte er.

DOW JONES / dpa-AFX

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